
Ziel der anatomischen Lehre ist die Vermittlung der systematischen, topographischen und funktionellen Anatomie der menschlichen Organsysteme sowie der lateinischen, deutschen und englischen Nomenklatur. Die Lehrveranstaltungen sollen das Verständnis und die Begeisterung für die Funktionsweise des menschlichen Körpers unter morphologischen Gesichtspunkten wecken sowie klinisch relevante Aspekte der menschlichen Anatomie vermitteln.
Das 1. Studienjahr konzentriert sich auf die Vermittlung allgemeiner Grundlagen, der Systematik, Form und Funktion des Bewegungsapparates (muskuloskelettales System), des Nervensystems sowie auf die Histologie, Entwicklung, Systematik und Funktion der Organsysteme (Integration mit Histologie & Embryologie).
Das 2. Studienjahr legt den Schwerpunkt auf die Vermittlung der topographischen Anatomie durch eigenständige Präparation, der Schnittbildanatomie sowie klinischer Bezüge der Anatomie.
Das Ziel der abschließenden Gesamtprüfungen ist die Erlangung eines übergreifenden, funktionellen Verständnisses der Organe aus morphologischer Sicht, einschließlich ihres histologischen Aufbaus und ihrer Entwicklung, sowie die Vorbereitung auf Step 1 des USMLE.
Eine graphische Übersicht über die Lehre und das Curriculum finden Sie hier. 
1. Studienjahr der Humanmedizin
Veranstaltungen:
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Interaktive Vorlesung Allgemeine Anatomie und Muskuloskelettales System (VL MSS)
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Übung Muskuloskelettales System (ÜB MSS)
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Integrierter Kurs Organsysteme (KURS IKO) gemeinsam mit Histologie/Embryologie
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Seminar Neuroanatomie (SEM NERV)
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Präparierkurs Muskuloskelettales System (KURS MSS)
Inhalte, Durchführung und Gestaltung:
Interaktive Vorlesung
Allgemeine Anatomie und Muskuloskelettales System (VL MSS)
21 x 2 (=42) Zeitstunden
(VL in Deutsch, Wiederholungen in Englisch)
Ziel der Veranstaltung ist das Erlernen allgemeiner anatomischer Grundlagen sowie der Systematik, Mechanik und Funktion des Bewegungsapparates.
Im 1. Teil der Vorlesung (13 x 2 Std.) werden Grundbegriffe der Anatomie, anatomische Achsen und Ebenen, der Aufbau und die Mechanik der Bindegewebe, des Knorpels, der Knochen und der Muskulatur, die Knochenverbindungen, der Gelenkaufbau, die Übersicht über das Skelettsystem sowie die systematische Anatomie von Wirbelsäule, Schädel und Brustkorb vermittelt. Dieser Teil der Vorlesung wird durch die Übung MSS begleitet (s.u.).
Der zweite 2. Teil der Vorlesung (8 x 2 Std.) widmet sich der funktionellen Anatomie der Extremitäten mit Schwerpunkt auf der funktionellen Einheit des Organs „Gelenk“. Die Erarbeitung des Stoffes erfolgt anhand von interaktiver mündlicher Stoffvermittlung, Minicases, Zeichenvorlagen, Powerpointpräsentationen, MC Fragen aus dem amerikanischen Staatsexamen (USMLE) und röntgenanatomischen Betrachtungen der entsprechenden Regionen (durch das Universitätsinstitut für Radiodiagnostik). Der 2. Teil der Vorlesung wird begleitet durch den Kurs MSS (s.u.).
Die Prüfung des 1. Teiles erfolgt schriftlich und mündlich, zusammen mit der Prüfung der Übung MSS, die Prüfung des 2. Teiles mündlich, zusammen mit der Prüfung des Kurs MSS.
Übung Muskuloskelettales System (ÜB MSS)
8 x 2 (=16) Zeitstunden
Ziel der Veranstaltung ist das Erlernen des lateinischen, deutschen und englischen Vokabulars zur Beschreibung der Knochen und Gelenke des Bewegungsapparates.
Vermittelt werden die Skelettabschnitte, Knochendetailbezeichnungen, Gelenke, Gelenkflächen, Gelenkbewegungen (Ebenen, Achsen), die Bänder der Wirbelsäule, sowie exemplarisch Bänder der Extremitätengelenke.
Die Vermittlung des Lernstoffes erfolgt durch assistiertes Selbststudium an Skelett- und Knochenmodellen in 6 Kleingruppen zu je 7 Teilnehmern auf Basis einer detaillierten schriftlichen Anleitung sowie der Demonstration von Gelenk– und Bandpräparaten im Präpariersaal. Die Prüfung erfolgt schriftlich und mündlich am Ende der Übung (s.o.).
Integrierter Kurs Organsysteme (KURS IKO)
gemeinsam mit Histologie/Embryologie (Gesamt = 164 Stunden; Anteil Anatomie = 48 Zeitstunden)
(Kurs in Deutsch, Wiederholungen in Englisch)
Ziel dieser Veranstaltung, die in Kooperation mit der Histologie und Embryologie durchgeführt wird, ist die integrierte Vermittlung der systematischen und funktionellen Anatomie sowie der speziellen Histologie und Embryologie der Organsysteme (Lymphsystem, Haut, Herzkreislaufsystem, Atemtrakt, Verdauungstrakt, Endokrinium, Sinnesorgane, Harn- und Reproduktionssystem) einschließlich radiologischer Aspekte (Röntgenanatomie).
Die Erarbeitung des Lernstoffes erfolgt anhand von interaktiver mündlicher Stoffvermittlung, Mikroskopierübungen, Powerpointpräsentationen, Zeichenvorlagen, Minicases, MC Fragen aus dem amerikanischen Staatsexamen (USMLE), röntgenanatomischen Betrachtungen der entsprechenden Organsysteme (durch das Universitätsinstitut für Radiodiagnostik), sowie durch Eigenstudium. Die Prüfung erfolgt schriftlich und mündlich gemeinsam mit der Prüfung Histologie und Embryologie.
Seminar Neuroanatomie (SEM NERV)
17 x 2-4 (=50) Zeitstunden
Ziel der Veranstaltung ist die selbstständige Erarbeitung der systematischen Anatomie des Nervenssystems durch die Studierenden, die Einführung in die neurologisch-topische Diagnostik, sowie Grundaspekte der Neuroradiologie (durch die Universitätsklinik für Neuroradiologie und die Universitätsklinik für Neurochirurgie). Weiteres wichtiges Ziel der Lehrveranstaltung ist die Förderung der Effizienz des eigenständigen Wissenserwerbs und von Problemlösungsstrategien, das Erlernen der Präsentation von Lehrinhalten durch die Studierenden in Referaten, sowie die Vermittlung von Feedback zu Stärken und Schwächen der Referate durch die Studierenden.
Erarbeitet werden nach einem Überblick über das Nervensystem: Aufbau und Funktion des Rückenmarks, des peripheren Nervensystems, des Hirnstamms, der Schädelbasis, des Zwischenhirns, des Telenzephalons, der Hirnhäute, des venösen und arteriellen Systems, der sensiblen Leitungsbahnen, der Sinnesorgane und ihrer Bahnen, der motorischen Systeme sowie der höheren Hirnfunktionen.
Die Erarbeitung des Lernstoffes erfolgt im Eigenstudium anhand von 13 Minicases (POL), sowie in 2 Gruppen zu je 21 Studierenden anhand von Referaten (der Studierenden) und anatomischen Modellen, aber ohne Frontalvorlesung. Die Prüfung erfolgt schriftlich und mündlich am Ende des Seminars.
Präparierkurs Muskuloskelettales System (KURS MSS)
9 x 3 (=27) Zeitstunden
Ziel der Veranstaltung ist das selbstständige Erarbeiten der systematischen Anatomie des Bewegungsapparates durch Präparation.
Vermittelt werden Namen, Lage, Ansätze und Ursprünge, Funktion und Innervation der Muskeln der Extremitäten, sowie vertiefend der Aufbau und die Funktion der Gelenke.
Die Erarbeitung des Lernstoffes erfolgt durch selbstständige Präparation in 6 Kleingruppen mit je 7 Teilnehmern anhand eines Präparationsskriptes. Ergänzend erfolgt die Vermittlung von Injektionstechniken durch Ärzte der Universitätskliniken für Unfallchirurgie und Orthopädie (7. Kurstag). Die Prüfung erfolgt mündlich am Präparat (9. Kurstag); sie muss bestanden werden, wird aber nicht benotet.
2. Studienjahr der Humanmedizin
Veranstaltungen:
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Interaktive Vorlesung Topographische Anatomie (VL TOPO)
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Präparierkurs Topographische Anatomie (KURS TOPO)
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Übungen Topographische Anatomie (ÜB TOPO)
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Seminar Klinische Bezüge (SEM KLIN)
Inhalte, Durchführung und Gestaltung:
Interaktive Vorlesung Topographische Anatomie (VL TOPO)
36 x 1 (= 36) Zeitstunden
Vorlesung zu 100% in Englisch
Ziel der Veranstaltung ist die technische und inhaltliche Vorbereitung auf den Präparierkurs „Topographische Anatomie des Körpers“, die technische Anleitung zur Präparation sowie die Bearbeitung von Prüfungsfragen aus dem 1. Teil des amerikanischen Staatsexamens (USMLE).
Vermittelt werden die topographische und funktionelle Anatomie des gesamten menschlichen Körpers sowie die Technik der Präparation.
Die Erarbeitung des Lernstoffes erfolgt anhand von Powerpointpräsentationen, Demonstrationen am Präparat und USMLE Prüfungsfragen. Die Prüfung erfolgt innerhalb des Präparierkurses.
Präparierkurs Topographische Anatomie (KURS TOPO)
40 x 2 (=80) Zeitstunden
Ziel der Veranstaltung ist das selbstständige Erarbeiten der topographischen Anatomie des menschlichen Körpers durch eigenständige Präparation anhand einer Präparieranleitung sowie die Integration des erworbenen topographischen Wissens unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung und Funktion sowie der Schnittbildanatomie.
Dabei wird die topographische Anatomie des gesamten menschlichen Körpers in 4 Teilabschnitten selbstständig erarbeitet: Oberflächenanatomie, Projektion von Organen, subkutane Leitungsbahnen, Hals, Thorax, Abdomen, Becken, Gehirn und Rückenmark, Kopf, Leitungsbahnen der Extremitäten, Korrelation von Schnittbildanatomie und bildgebenden Verfahren (Hals, Thorax, Abdomen, Becken, Kopf, Gelenke). Die Erarbeitung des Lernstoffes erfolgt durch selbstständige Präparation (nicht Vorpräparation) und assistiertes Selbststudium der oben genannten Regionen in 6 Kleingruppen mit je 7 Teilnehmern.
Die Prüfung erfolgt mündlich am Präparat. Jeder Student legt 6 Teilprüfungen ab, 4 davon jeweils am Ende der Präparierabschnitte (Englisch, nicht benotet) und 2 unangekündigt extemporal (Deutsch, benotet) überdas Präparierprogramm des Tages. Ziel der unangekündigten extermporaen Prüfungen ist es, eine kontinuierliche Vorbereitung auf den Kurs und einen kontinuierlichen Lernprozess zu gewährleisten.
Seminar Klinische Bezüge (SEM KLIN)
36 x 1 (= 36) Zeitstunden
Ziel der Veranstaltung ist die Herstellung klinischer Bezüge zu den präparierten Strukturen sowie die Verzahnung der vorklinischen mit der klinischen Ausbildung. Vermittelt werden OP-Zugänge und -Techniken, bildgebende Verfahren in der Diagnostik und Krankheitsbilder mit Bezügen zu anatomischen Strukturen. Die Vermittlung erfolgt durch interaktive Demonstrationen durch klinisch tätige Ärzte der Universitätskliniken. Eine Prüfung des Stoffes erfolgt nicht.
Übungen Topographische Anatomie (ÜB TOPO)
12 x 4 (=48) Zeitstunden
Ziel der Veranstaltung ist die Vertiefung und Festigung des im KURS TOPO erworbenen Wissens durch Eigenstudium von Büchern und Atlanten, Nutzung von interaktiver Software sowie eigenständiges Präparatestudium im Präpariersaal.
Abschlussprüfungen Anatomie
Ziel der Abschlussprüfungen ist die Wiederholung, Festigung und Integration des Gesamtstoffes Anatomie sowie die vertiefende Vorbereitung auf den Teil 1 des amerikanischen Staatsexamens (USMLE).
Die mündliche Abschlussprüfung (in Gruppen von 4 Studierenden, Prüfungszeit ca. 15 bis 20 Minuten pro Prüfling) behandelt den gesamten Inhalt des vermittelten Lehrstoffes der funktionellen Anatomie, einschließlich relevanter Aspekte aus Histologie, Embryologie und Klinik. Die Prüfung wird in deutscher Sprache abgehalten. Der Schwerpunkt liegt auf der selbstständigen Entwicklung eines Themas (meist eines Organs oder einer anatomischen Struktur) unter den Gesichtspunkten seiner Lage (Topographie), seines Aufbaus, seiner Blutversorgung und Innervation (wenn relevant) und seiner Funktion, inkl. relevanter histologischer, embryologischer, physiologischer und klinischer Aspekte. Jeder Prüfling erhält mindestens 2 Themen (aus den 3 Gebieten Muskuloskelettales System, Organsysteme, Nervensystem).
Eine englischsprachige schriftliche Abschlussprüfung (40 MC Fragen aus dem USMLE Step 1) ist Teil der summativen Abschlussprüfung am Ende des 2. Studienjahres. Sie dient der Vorbereitung auf das USMLE sowie der Vernetzung des anatomischen Lernstoffes mit anderen Fächern wie Physiologie, Pathologie und Patientenabklärung.





