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Institut für Public Health

Was ist Public Health?

Public Health (PH) ist in der Vergangenheit (WHO 1944) als ein Zustand kompletten physischen, mentalen und sozialen Wohlbefindens definiert worden, worunter nicht nur das Fehlen von Krankheit oder von Schwäche zu verstehen war. In neueren Definitionen der WHO (1986) ist Gesundheit die Voraussetzung und nicht die Zielsetzung. PH ist eher in Form eines Prozesses, Wünsche zu erfüllen, Bedürfnisse zu stillen und mit der Umwelt in Interaktion zu treten, zu verstehen. Dabei ist PH eine Anstrengung der Gesellschaft, die Gesundheit des Menschen zu schützen, zu fördern und wiederherzustellen. Wenn auch einzelne Zielsetzungen sich ändern, so verbleibt doch PH eine soziale Institution, eine spezielle Fachdisziplin mit einer Durchführungsorganisation (Milbank Memoral Fund Commission).

Deshalb ist auch die Rolle der Regierung von Kontrolle der Gesundheitsversorgung bis hin zur Schwerpunktsetzung für Strategie und Planung mit starker Interaktion der einzelnen Partner sehr unterschiedlich. So definiert die EU 1993 den Artikel 129.1 über PH, dass die Gesellschaft einen Betrag zur Sicherung eines hohen Niveaus des Schutzes der menschlichen Gesundheit leisten soll. Dabei soll die Prävention, insbesondere von besonderen Gesundheitsproblemen (mit Einschluss der Abhängigkeit) durch Ursachenforschung, durch Verbreitung des Wissens und auch durch Information mit Erziehung, einen besonderen Beitrag leisten. Gesundheitsschutzmaßnahmen sollen dabei auch Teil der anderen Vorgaben der Gemeinschaft sein.

PH ist ein problembezogenes und interdisziplinär arbeitendes gesundheitswissenschaftliches Fachgebiet. PH bezeichnet dabei den Gesundheitszustand ganzer Bevölkerungsgruppen in der Wechselwirkung mit medizinischen Versorgungssystemen.

Neben der experimentellen biomedizinischen Grundlagenforschung und der klinischen Forschung bildet PH die dritte Säule der modernen wissenschaftlich fundierten Medizin. Die Basis der bevölkerungsbezogenen Gesundheitsforschung ist die Epidemiologie. Ihre wegweisenden Erkenntnisse über Krankheitsursachen und daraus abzuleitenden Folgerungen für Krankheitsverhütung und Gesundheitsförderung werden heute weltweit anerkannt. Man denke lediglich an Beispiele wie Ernährung und Herzkreislaufrisiko oder Rauchen und Lungenkrebs.

Für die Krankheitsursachenforschung sind jene wissenschaftlichen Disziplinen von besonderer Bedeutung, deren Gegenstand die ökologische (Umwelt, Arbeitsmedizin) und die soziale Umwelt (medizinische Soziologie, Sozialepidemiologie) ist. Ebenso wichtig sind Wissenschaften, welche das menschliche Verhalten einschließlich seiner genetischen Determinanten zum Gegenstand haben (medizinische Psychologie, Sozialpsychologie, Pädagogik, Ernährungswissenschaft, Genetik u.a.). Zur Analyse von Wechselwirkungen zwischen dem Gesundheitszustand der Bevölkerung und der Verfügbarkeit, Inanspruchnahme, Qualität sowie den Kosten des medizinischen Versorgungssystemes sind ferner Organisations- und Managementwissenschaften einschließlich der Gesundheitsökonomie unverzichtbar. PH ist damit ein gesamtheitliches Konzept, das Gesundheitsschutz und Gesundheitsverhalten, aber auch Versorgungsfragen einschließlich gesundheitspolitische Themen beinhaltet. Sie ist daher ein Thema von nationaler Relevanz, das nicht nur die operativen politischen und ökonomischen Aspekte des Gesundheitswesens betrifft, sondern ebenso die Bereiche Ausbildung und Forschung und dabei die Verknüpfung mit internationalen und überregionalen Gesichtspunkten herstellen muss.


Abgrenzung

 

Public Health

Medizin

Betrachtungsobjekt: Bevölkerung

Betrachtungsobjekt: das Individuum

Service an der Bevölkerung als Ausweitung für die Sorge um den Einzelnen

Persönliche Dienstethik im sozialen Kontext

Schwerpunkt auf Gesundheitsvorsorge und Krankheitsvermeidung der Gesamtbevölkerung

Schwerpunkt auf Diagnose, Behandlung und Pflege des individuellen Patienten

Das Public Health Paradigma bezieht sich auf Interventionen im Bereich der Umwelt, des menschlichen Verhaltens, des Lebensstils und des Gesundheitswesens

Das medizinische Paradigma bezieht sich primär auf die medizinische Versorgung des Patienten

Variable certification of specialists beyond professional public health degree

Uniform system for certifying specialists beyond professional medical degree

Spezialisierungen anhand z.B.: Analytische Methoden (Epidemiologie, Toxikologie)
Setting und Bevölkerung (occupational health, international health)
Substantielle Gesundheitsprobleme (Umweltmedizin, Ernährung)

Spezialisierungen anhand von z.B.: Organsystemen (Kardiologie, Neurologie)
Patientengruppen (Gynäkologie, Pädiatrie)
Ätiologie und Pathophysiologie (Infektionsmedizin, Onkologie)
Befähigung (Radiologie, Chirurgie)

Die Lebenswissenschaften stehen im Mittelpunkt und die Forschung pendelt zwischen Labor und Feldstudien

Die Lebenswissenschaften stehen im Mittelpunkt und die Forschung pendelt zwischen Labor und Patienten

Numerische Wissenschaften sind zentraler Bestandteil von Analysen und Ausbildung

Numerische Wissenschaften nehmen an Bedeutung in der Forschung zu, spielen aber immer noch eine untergeordnete Rolle in der Ausbildung

Sozialwissenschaften sind eine integraler Teil der Public Health Ausbildung

Sozialwissenschaften stellen eine wahlweise Schiene der Ausbildung dar

Ökonomischer Impakt

Effizienz


Um die Belange PH entsprechend zu fördern, zu lehren, aber auch sie als Teile der unterschiedlichen medizinischen Disziplinen zu sehen, ist ein Institut nötig, welches darüber hinaus auch Ziele in anderen Bereichen hat.