Studium der Humanmedizin
1. Studienjahr: Einführung in die Patientenbetreuung
2. Studienjahr: Einführung in die Patientenabklärung
4. Studienjahr: - Blockkurs Allgemein- und Familienmedizin
- Forschungstrimester
5. Studienjahr: Allgemeinmedizinisches Blockpraktikum
1. Studienjahr: Einführung in die Patientenbetreuung
In Anlehnung an das Curriculum der Mayo Medical School in Rochester, Minn., USA setzen sich die Studierenden in diesem Kurs bereits im ersten Studienjahr mit der Arzt-Patient-Beziehung und -Kommunikation auseinander. Durch Rollenspiele und Übungen in kommunikativer Kompetenz sowie problembasierter Fallbearbeitung soll den Studierenden der konkrete Umgang mit Patienten näher gebracht werden. Die Studierenden sollen den Alltag in der ärztlichen Praxis kennen lernen und sich auch mit schwierigen Betreuungssituationen auseinandersetzen. Ein besonderer Schwerpunkt des Kurses liegt auf dem Umgang mit sozial schwachen Patienten (Asylbewerber, Ausländer, Langzeitarbeitslose) und auf der Begegnung mit Sterbenden (Hospiz). Der Kurs zieht sich mit einzelnen Kurstagen bzw. Kursnachmittagen durch die zweite Hälfte des ersten Studienjahres und umfasst 50 Unterrichtsstunden, davon einen ganzen Tag in einer allgemeinmedizinischen Ordination.
2. Studienjahr: Einführung in die Patientenabklärung
Dieser Kurs beinhaltet die Vermittlung von Anamneseerhebung und Untersuchungstechnik. Er wird unter Federführung der Allgemeinmedizin (Leitung Univ. Prof. Dr. A. Sönnichsen) zusammen mit den verschiedenen medizinischen Fachrichtungen der Universitätskliniken im St. Johanns-Spital und in der Christian-Doppler-Klinik sowie in allgemeinmedizinischen Lehrpraxen ausgerichtet und umfasst 184 Unterrichtsstunden.
Im ersten Teil des Kurses erhalten die Studierenden eine theoretische Einführung in die Anamneseerhebung und Untersuchungstechnik und üben die erlernten Techniken (Herz- und Lungenauskultation, Perkussion, Palpation, Untersuchung des Bewegungsapparates etc.) in der gegenseitigen Untersuchung. Zudem erhalten sie ein Kommunikationstraining zur Führung des Anamnesegesprächs, in dem vor allem auch auf schwierige Situationen in der Arzt-Patient-Beziehung eingegangen wird (u. a. Überbringen schlechter Nachrichten, Umgang mit Suchtkranken, Ansprechen von psychosozialen Aspekten und Tabuthemen).
Im zweiten Teil des Kurses lernen die Studierenden Patienten auf den Stationen der wichtigsten medizinischen Fachdisziplinen kennen. Sie erheben unter Anleitung Anamnesen und führen selbständig unter Aufsicht Untersuchungen am Patienten durch. In allgemeinmedizinischen Lehrpraxen werden Anamneseerhebung und Untersuchungstechnik in der Primärversorgung geübt. Das parallele Kennenlernen von Klinik und Primärversorgung ermöglicht dem Studierenden bereits früh im Studium, die unterschiedliche Arbeitsweise von Klinik und allgemeinmedizinischer Grundversorgung zu erfassen.
4. Studienjahr: Blockkurs Allgemein- und Familienmedizin
In dieser Lehrveranstaltung werden den Studierenden des 4. Studienjahres in 36 Std. Blockunterricht (ganztägig) die Prinzipien der Allgemeinmedizin vermittelt (u. a. Definition des Fachs, Gesprächsführung, Bewertung diagnostischer Maßnahmen im Niedrigprävalenzbereich, Grundlagen der evidenzbasierten Medizin und einer rationalen Arzneimitteltherapie, gesundheitsökonomische Verantwortung des Arztes). Typische Lehrform dieser Veranstaltung ist die Erarbeitung von Wissen durch Diskussion in der Kleingruppe (7 bzw. 14 Studierende) abwechselnd mit selbstständigem problemorientiertem Wissenserwerb. Einen Tag des Kurses verbringen die Studierenden in einer Lehrpraxis. Die dort gesehenen Fälle werden anschließend im Unterricht aufbereitet.
Forschungstrimester
Im 4. Studienjahr ist für alle Studierenden ein Forschungstrimester vorgesehen, in dem die Grundlagen der medizinisch-wissenschaftlichen Forschung anhand eines eigenen Projektes erlernt werden sollen. Im Studienjahr 2007/2008 absolvierte erstmals ein Dissertant sein Forschungstrimester in der Allgemeinmedizin über das Thema „Einfluss der Blutzuckerselbstmessung durch den Diabetiker auf die Stoffwechselkontrolle“. Im Studienjahr 2008/2009 wurde eine Arbeit zum Thema „Leitlinienimplementierung in der präoperativen Diagnostik“ verfasst. Im kommenden Jahr wird sich eine Studierende mit dem Thema „Ursachen von Versorgungsdefiziten“ befassen.
5. Studienjahr: Allgemeinmedizinisches Blockpraktikum
Neben diversen Pflicht- und Wahlfächern ist in diesem Studienabschnitt eine 4-wöchige allgemeinmedizinische Pflichtfamulatur in einer Lehrpraxis zu absolvieren, das von einem Online-Moodle-Seminar begleitet wird.
Postgraduelle Weiterbildung
Zertifikatslehrgang Klinische Studien
Zur Förderung der wissenschaftlichen Ausbildung und Entwicklung wurde vom Institut für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin der Zertifikatslehrgang „Klinische Studien“ initiiert. Seit Herbst 2006 findet dieser Lehrgang regelmäßig erfolgreich mit maximal 16 TeilnehmerInnen statt. Ende Oktober 2011 startet bereits der neunte Kurs.
Der Lehrgang besteht aus drei Modulen, die auch einzeln gebucht werden können. Zusätzlich bieten wir dieses Jahr erstmals ein Statistiktutorium in Ergänzung zu Modul 2 an.
Modul 1 bietet eine Einführung in das weite Feld der klinischen Studien und der evidenzbasierten Medizin.
Modul 2 bringt den Teilnehmern die Grundlagen der Statistik und deren Umsetzung in SPSS nahe.
In Modul 3 sollen eigene Studienentwürfe (von der Idee bis zur Publikation) realisiert werden.
Zusammen bieten die drei Module eine fundierte Basis, um selbständiges und qualitativ hochwertiges wissenschaftliches Arbeiten zu ermöglichen. Der erfolgreiche Abschluss aller drei Module führt zu einem Universitätszertifikat. Zielgruppe des Lehrgangs sind wissenschaftlich interessierte Ärzte und Studierende der Medizin sowie gesundheitswissenschaftlich tätige Absolventen anderer Fachrichtungen.
Anmeldungen für den im Herbst 2011 startenden Kurs nimmt Sigrid Papai entgegen. Aufgrund des regen Interesses bitten wir Sie um Verständnis, dass die Reihung der Fixanmeldung für die Platzvergabe ausschlaggebend ist. Kontakt: sigrid.papai@pmu.ac.at.
Nähere Informationen, sowie das Anmeldeformular finden Sie hier.
Praxisworkshop Evidenzbasierte Medizin
Praxisorientierte Einführung in die Methodik der evidenzbasierten Medizin (EBM).
- Wie schärfe ich in der Praxis mein Bewusstsein für Versorgungsmängel und Wissenslücken?
- Wie formuliere ich eine gute Fragestellung, um Wissensdefizite durch gezielte Recherche in der medizinischen Fachliteratur zu beheben?
- Wie recherchiere ich selbst in der Fachliteratur, um meine Fragen evidenzbasiert beantworten zu können?
- Wo stößt meine eigene Recherche nach Evidenz an Grenzen?
Der Workshop soll praxisorientiert Handwerkszeug vermitteln, um aus dem sich rasch wandelnden medizinischen Wissen das Relevante für die eigenen Patienten extrahieren zu können und in der Informationsflut nicht unterzugehen. Klinische Fragestellungen aus der täglichen Praxis werden aufgespürt, formuliert und online recherchiert – anschließend wird nach den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin eine valide Antwort verfasst.
Jour fixe Allgemeinmedizin
Der Jour fixe Allgemeinmedizin befasst sich – als einmal im Monat stattfindende Fortbildungsreihe (in der Regel jeweils der 2. Mittwoch im Monat, 19.30-21.00 Uhr) – mit aktuellen allgemeinmedizinischen Themen. Das Fortbildungsangebot richtet sich an Medizinstudierende des 4. und 5. Studienjahres, Turnusärzte, Assistenzärzte und praktizierende Allgemeinärzte. Die behandelten Themen werden jeweils im Dialog zwischen einem praktizierenden Allgemeinarzt, einem Institutsangehörigen und einem Kliniker aufbereitet und diskutiert. Näher Informationen zu den nächsten Veranstaltungen finden Sie hier:
Veranstaltungsreihe JFAM.pdf
Themenübersicht JFAM.pdf





