Studie zu Schmerzmanagement nach Operationen: Es gibt durchaus noch Optimierungsbedarf

08.02.2018

Wie gut Schmerzen nach einer Operation behandelt werden, hat ein internationales Expertenteam untersucht. Das soeben veröffentlichte Ergebnis zeigt: Es gibt durchaus noch Optimierungsbedarf. Das postoperative Schmerzmanagement könnte besser sein, obwohl es durchaus evidenzbasierenden Empfehlungen gibt. "Oft weiß das behandelnde Personal noch zu wenig über die Schmerzen der Patientinnen und Patienten nach Operationen", sagt einer der Studienautoren, Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink (siehe Bild links), Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft und -praxis der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg, anlässlich der 17. Österreichischen Schmerzwochen.

Die Einschätzung der Schmerzen ist laut der Studie unzureichend und somit auch die Behandlung nicht zufriedenstellend. Was fehlt, sind klare Instruktionen. "Damit Entscheidungsträger und Praktiker im Gesundheitswesen die Qualität des postoperativen Schmerzmanagements verbessern können, muss es effektiv überprüfbar gemacht werden", sagt Osterbrink. Dazu braucht es Qualitätsindikatoren als quantitative Maßeinheiten. Mit ihnen lässt sich in der klinischen Praxis die Qualität der Behandlung der Patienten evaluieren und lenken. "Die Entwicklung und Einführung von Qualitätsindikatoren zum postoperativen Schmerzmanagement in Spitälern ist allerdings sehr komplex. Das größte Verbesserungspotenzial birgt die beständige Aus- und Fortbildung multidisziplinärer Behandlungsteams", fasst der Experte zusammen.

Auch die aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten in das Schmerzmanagement führe zu einer Verbesserung der klinischen Ergebnisse. Ob Änderungen in der Struktur und in den Abläufen die Qualität des Schmerzmanagements verbessern, muss regelmäßig überprüft werden. "Qualitätsindikatoren zeigen den gegenwärtigen Stand auf und helfen, Verbesserungen voranzutreiben. Zusätzlich können sie dazu verwendet werden, Benchmarks für das postoperative Schmerzmanagement in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen zu erstellen", erklärt Osterbrink.

Quellen: Meissner W, Huygen F, Neugebauer EAM,Osterbrink J, Benhamou D, Betteridge N, Coluzzi F, De Andres J, Fawcett W, Fletcher D, Kalso E, Kehlet H, Morlion B, Montes Pérez A, Pergolizzi J, Schäfer M: Management of acute pain in the postoperative setting: the importance of quality indicators. Curr Med Res Opin. 2018 Jan;34(1):187-196. doi: 10.1080/03007995.2017.1391081. Epub 2017 Nov 15.; Leto R, Miner J, Rafique Z, Tyler M: Comprehensive efficacy and integrated safety results from the late-phase clinical program of the sufentanil sublingual tablet 30 MCG dx.doi.org/10.1136/bmjopen-2017-EMSabstracts.40

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