Wissensdurst Festival 2017: Lokale Forschung verständlich machen

18.05.2017

Vom 15. bis 17. Mai 2017 fand im Salzburger Gasthaus "Die Weisse" das Wissendurst Festival statt, bei dem lokale Wissenschafter/innen der Salzburger Bevölkerung in entspannter Atmosphäre ihre Forschung näher brachten. Veranstalter war der Verein für lokale Wissenschaftskommunikation unter Dr. Teresa Kaserer und Dr. Andreas Liebl – neben Salzburg findet der Event auch in Wien und Innsbruck statt. Dank des Koordinators für Salzburg, Dr. Bruno Benedetti aus dem Institut für Experimentelle Neuroregeneration der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, und seinem Team aus engagierten jungen Forschenden (Michael Vogl, BSc, Richard König, MSc aus dem Institut für Molekulare Regenerative Medizin sowie Theresa Neuper, MSc von der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg) fand dieses Event zum ersten Mal in Salzburg statt. Diese Bereicherung für die lokale wissenschaftliche Szene wurde im Rahmen des Projektes "Wissensstadt Salzburg" unterstützt. Dadurch bietet sich ein neues Forum, universitäre Aktivitäten einem breiten Publikum außerhalb des Forschungsumfeldes zu vermitteln.


Beim "Wissensdurst Festival 2017" erfuhr die Bevölkerung Interessantes zur Forschung in Salzburg (linkes Bild). Julia Marschallinger von der Paracelsus Universität (rechts) sprach zum Thema Gehirnalterung und -verjüngung.



An drei aufeinanderfolgenden Tagen berichteten jeweils zwei Wissenschafter/innen unter dem Motto "Unglaublich das Gehirn" über ihre Forschungstätigkeit. Den Anfang machte Dr. Julia Marschallinger von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg. Die junge Wissenschafterin arbeitet am Institut für Molekulare Regenerative Medizin und erhielt 2015 das kompetitive Hertha-Firnberg-Stipendium des FWF zugesprochen, in dessen Rahmen sie einen eineinhalbjährigen Forschungsaufenthalt an der renommierten Stanford University in Kalifornien im Labor von Prof. Tony Wyss-Coray verbrachte.

Sie erzählte über die neuesten Erkenntnisse im Bereich Gehirnalterung und -verjüngung an der Stanford University und an der Paracelsus Universität. Tony Wyss-Coray und seine Kollegen in Stanford konnten zeigen, dass die Alterung des Gehirns vehement von bestimmten Molekülen, die im Blut älterer Individuen angereichert sind, abhängt (Villeda et al., Nature, 2011). Darauf aufbauend machten die Forscher die spektakuläre Entdeckung, dass durch Injektionen von jungem Mäuseblut – und auch von menschlichem Nabelschnurblut – die Hirnleistung alter Mäuse enorm gesteigert werden konnte (Villeda et al., Nature Medicine, 2014; Castellano et al., Nature, 2017).

Am Institut für Regenerative Medizin unter Vorstand Univ.-Prof. Dr. Ludwig Aigner entdeckten die Forschenden, dass im alternden Gehirn ein Entzündungsprozess stattfindet, der auch bei Asthma erhöht und dort seit langem bekannt ist (Leukotrien-Signalweg). Durch die Behandlung alter Ratten mit dem Asthma-Medikament Montelukast wurde der erhöhte Signalweg gehemmt und es kam zu einer bemerkenswerten Verjüngung des Gehirns der alten Tiere und zu einer deutlich verbesserten Gehirnleistung.

"Ich finde es wichtig, unsere Forschung – sowohl die Durchbrüche, als auch die Herausforderungen und noch offenen Fragen –, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und ,WissensDurst´ bietet hier eine hervorragende Möglichkeit", sagt Julia Marschallinger und freut sich, dass so viele Salzburgerinnen und Salzburger die Gelegenheit wahrnahmen.