Storys
Gesamtkonzept Innovation

Die Frage eines Forschers nach dem konkreten Weg hin zu einer Kommerzialisierung der eigenen Forschungsergebnisse oder Erfindung – und die damit verbundenen Aspekte und Konsequenzen – sind vielfältig. Sie können und sollen in der Regel nicht vom Erfinder selbst abgedeckt werden. Sofern vorhanden, ist es deshalb aus verschiedenen Gründen – vor allem für "angestellte Erfinder" – ratsam, sich mit der entsprechenden Technologietransferstelle für ein erstes beratendes Gespräch zusammenzusetzen.

PMU-Drehscheibe für Innovationen

An der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität übernimmt diese Aufgabe das Institut für Klinische Innovation. Es hat sich, ausgehend vom etablierten Innovation Workshop, zu einer Anlaufstelle rund um das Thema Innovation und Technologietransfer weiterentwickelt. Zum aktuellen Zeitpunkt stehen dem Institut zwei grundlegende Säulen zur Umsetzung seiner Ziele zur Verfügung: Eine Säule bildet der dem Institut für Klinische Innovation angeschlossene Innovation Workshop. Mit einem modernen Maschinenpark und einem "State of the Art"-Nasslabor für Präparate ist er eine Anlaufstelle für ideenreiche Universitätsangehörige. Ziel ist hierbei die schnelle und effiziente Translation von Ideen in Prototypen und die Erstellung erster Machbarkeitsnachweise (Proof of Concept).

Um auch externe Innovatoren auf dem Weg von ihrer Idee über deren rechtliche Absicherung bis hin zur Verwertung zu unterstützen und zu begleiten, und um generell kommerziell tätig sein zu können, ist als zweite Säule die Paracelsus Innovation GmbH ein wesentlicher Bestandteil des "Gesamtkonzepts Innovation" an der Paracelsus Universität. Im Rahmen einer hundertprozentigen Tochter-GmbH der Universität können Dienstleistungen im Bereich der Ideenverwertung mit externen Erfindern angeboten und die Auslizenzierung von internen Erfindungen betrieben werden. Des Weiteren sind die Vermarktung der Infrastruktur des Innovation Workshops an externe Unternehmen sowie die Erbringung von Dienstleistungen im Rahmen von Produktentwicklung und Prototypenerstellung Geschäftsbereiche der GmbH.

Das Institut für Klinische Innovation hat sich zum Ziel gesetzt, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, um am Campus der Paracelsus Universität – und darüber hinausgehend – ein kompetenter Partner im Bereich Technologietransfer, Prototypenentwicklung und Kommerzialisierung zu sein und darin stetig besser zu werden.

Gesellschaftliches und wirtschaftliches Potenzial

Unter Technologietransfer im universitären Umfeld versteht man vereinfacht den Prozess, eine im Bereich der Wissenschaft oder der Forschung und Entwicklung entstandene Technologie erfolgreich auf einem Markt zu etablieren. Am Technologietransfer beteiligte Stellen finden sich häufig in wissensintensiven Umgebungen wie Hochschulen, Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen sowie nicht-universitären Forschungseinrichtungen wie beispielsweise dem Austrian Institute of Technology oder der deutschen Max Planck Gesellschaft. Gerade die im Bereich der Grundlagenforschung tätigen Einrichtungen haben erkannt, dass ihre gewonnen Erkenntnisse oftmals ein hohes gesamtgesellschaftliches und damit auch wirtschaftliches Potenzial in sich bergen.

Eine häufig übersehene, aber nicht minder relevante Form von Technologietransfer ist außerdem die klassische Auftragsforschung. Der Technologietransfer kann somit vielleicht als eine Art "Nebenprodukt" exzellenter Forschung und innovativer Menschen betrachtet werden, dessen Potenzial zwar mittlerweile größtenteils wahrgenommen, aber häufig noch nicht oder nur unzureichend genützt wird. So reicht es etwa nicht, ein so genanntes TTO (Technology Transfer Office) neu im Unternehmen einzurichten oder Kompetenzen im Unternehmen entsprechend zu erweitern, um einen für alle Beteiligten erfolgreichen Technologietransfer zu bewerkstelligen.

Vertrauen und Bewusstsein schaffen

Technologietransfer – wie auch das Thema Forschung und Innovation im Allgemeinen – benötigt aufgrund der Komplexität als Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Implementierung in einem Unternehmen den umfassenden Rückhalt des Top-Managements. Wesentlich ist dabei, ein Vertrauensverhältnis zu den Forschenden aufzubauen und unter anderem deutlich zu machen, dass eine Publikation in keiner Weise durch eine Patentanmeldung behindert wird. Somit ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen – Aufbau und Entwicklung eines Bewusstseins bei den Forschern für das mögliche Potenzial ihrer Ergebnisse – gemacht. Denn nur das vor einer Publikation erkannte Potenzial einer Erkenntnis kann geschützt werden. Ein solcher Schutz bildet in weiterer Folge beinahe immer die Grundlage für eine erfolgreiche wirtschaftliche Verwertung.  

Eine Verwertung bietet schlussendlich auch die Aussicht auf einen der eigenen Forschung zugute kommenden Rückfluss, der auch einen gewissen Grad an finanzieller Unabhängigkeit und Spielraum innerhalb der eigenen Institution bedeutet. Auch die Motivation vieler Forschender im medizinischen Umfeld, nämlich die Ergebnisse der eigenen Forschung auch am Patienten zu sehen, hat beträchtlich größere Erfolgsaussichten, wenn man sich mit einem rechtlich gut geschützten geistigen Eigentum an geeignete Industriepartner für eine Umsetzung wendet.