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Institut für Synergetik und Psychotherapieforschung

Leiter: Univ.-Prof. Dr. Dr. Günter Schiepek


Das Forschungsinstitut für Synergetik und Psychtherapieforschung der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität wurde am 1. Juni 2009 offiziell konstituiert. Vorangegangen war eine ca. einjährige Vorläuferperiode als Forschungsprogramm. Der Name des Instituts drückt die enge Verbundenheit mit dem transdisziplinären Ansatz der Synergetik aus, welche für unsere wissenschaftliche Arbeit den paradigmatischen (theoretischen und methodologischen) Rahmen liefert.

Mit Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Haken, dem Begründer der Synergetik, gibt es eine inzwischen fast 25-jährige Verbundenheit. Die wissenschaftlichen Vorarbeiten für die Möglichkeit einer Institutsgründung wurden an den Universitäten Bamberg, Münster und an der RWTH Aachen geleistet, die in Univ.-Prof. Dr. Dr. Günter Schiepeks wissenschaftlichem Werdegang wichtige Stationen waren.

Das nach Salzburg mitgebrachte SNS entstand in einem Forschungsprojekt am Universitätsklinikum der RWTH Aachen ("Synergetik der Psychotherapie") sowie aus der Kooperation mit dem Center for Complex Systems (München/Stuttgart) und dem Technologiepartner, der Firma Conrad Caine in München.

Mission

Das Institut ist im Bereich der Erforschung von Veränderungsprozessen und Dynamiken komplexer bio-psycho-sozialer Systeme tätig. Ein Schwerpunkt liegt in der wissenschaftlichen Entwicklung sowie der praktischen Nutzung eines internetbasierten Systems zum Prozessmonitoring und zur Prozesssteuerung (Synergetisches Navigationssystem [SNS]). Zeitreihenanalysen werden automatisiert innerhalb des Systems wie auch über umfassende Datensätze außerhalb des Systems durchgeführt.

Das Synergetische Navigationssystem (SNS)

Den Hintergrund für die Forschungsarbeiten liefern die Theorien und Methoden komplexer dynamischer Systeme, insbesondere Synergetik (Wissenschaft der Selbstorganisation komplexer Systeme) und Chaostheorie. Projekte werden u.a. durchgeführt zu

  • Dynamik von Psychotherapieprozessen (unter anderem mit wiederholten Magnetresonanztomographie [fMRT]-Scans)
  • neuronaler Konnektivität und Synchronisation bei psychischen Erkrankungen mit dem Ziel, die Verfahren der Coordinated Reset-Stimulation (entwickelt von Univ.-Prof. Dr. Peter Tass, Jülich) mit Psychotherapie zu kombinieren
  • Praxis des Prozessfeedbacks und der Prozesssteuerung von Psychotherapie und Beratung und deren Wirkung
  • Bearbeitung von Fragestellungen, die sich z.B. auf Unterschiede der dynamischen Muster bei unterschiedlich erfolgreichen Therapien oder bei verschiedenen Diagnosen sowie auf andere Zusammenhänge zwischen Prozess- und Outcome-Merkmalen beziehen
  • Entwicklung eines theoretischen Modells zum Verständnis psychotherapeutischer Prozesse, welches in Form eines Gleichungssystems mathematisch formalisiert wurde und die Computersimulation von Therapieprozessen ermöglicht
  • Entwicklung eines Frühwarnsystems bei suizidalen und anderen Krisen


Kooperationen bestehen mit verschiedenen Kliniken und Universitäten in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Italien, England und Dänemark.

 

 

 

Forschungsprojekte

  • Ordnungsübergänge neuronaler Aktivierungs- und Konnektivitätsmuster im psychotherapeutischen Prozess von Zwangspatienten – ein Mehrebenen-Ansatz mit wiederholter fMRT, psychologischen Zeitreihen (tägliche Selbsteinschätzungen mit SNS) und
    biochemischen Markern neuronaler Plastizität
  • Prüfung der Voraussetzungen und Erprobung der nicht-invasiven CR-Stimulation bei Depression mit dem Ziel einer kombinierten CR-Stimulation und Psychotherapie
  • Dynamische Muster im psychotherapeutischen Prozess. Quantitative (nichtlineare) und qualitative Analysen von SNS-basierten Datensätzen
  • Therapeutische Effekte des internetbasierten Therapiefeedbacks mit SNS und SNS-unterstützter Psychotherapie
  • Entwicklung eines Frühwarnsystems für suizidale Krisen bei Hochrisikopatienten
  • Entwicklung eines mathematischen Modells psychotherapeutischer Veränderungsprozesse

 

 

 

 

Summer School "Human Change Processes" am 26. und 27.6.2017

Das Institut für Synergetik und Psychotherapieforschung der Paracelsus Universität lädt herzlich zur zweitägigen Summer School "Human Change Processes: Psychotherapieforschung – Neurowissenschaften – Komplexe Systeme" am 26. und 27. Juli 2017 im Kloster Seeon ein. Co-Veranstalter sind die Europäische Akademie der Wissenschaft und Künste, das Center for Complex Systems, die Deutsch-Japanische Gesellschaft für Integrative Wissenschaft, die Deutsche Gesellschaft für Systematische Therapie und Familientherapie (DGSF) und die Systemische Gesellschaft.

Die Fortbildung richtet sich an Wissenschafter/innen, Praktiker/innen und Studierende aus Psychologie, Medizin, Pädagogik, Gesundheits- und Pflegewissenschaft sowie Sozial- und Managementwissenschaften. Neben einer Einführung in die Theorie, Terminologie und Methodik umfassen die Themenschwerpunkte unter anderem das Therapiemonitoring, Netzwerkdynamik und Synergetik, aktuelle Entwicklungen der nichtinvasiven Neurostimulation und klinische Schwerpunkte wie dissoziative Störungen und Epilepsie.

Wann: 26. und 27. Juli 2017

Wo: Kloster Seeon, Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern, Klosterweg 1, D- 83370 Seeon

Teilnahmegebühr:
190 Euro (95 Euro für Studierende)
Die Kosten für Übernachtung und Frühstück sind nicht inbegriffen.

Anmeldung:
Christian-Doppler-Klinik, Ingrid Steer, Tel. 0043 (0)57255-34965, i.steer@salk.at

Weitere Informationen zu Programm, Referenten und Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie hier.

Vorstand und Leitungsteam

Institutsleiter:
Univ.-Prof. Dr. Dr. Günter Schiepek (Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Gastprofessor an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und an der Donau-Universität Krems.



Erweitertes Leitungsteam
:

Stellvertretender Institutsleiter:
Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Aichhorn, MBA (Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Psychotherapeut für Katathym-Imaginative Psychotherapie, Leiter des Sonderauftrags für Stationäre Psychotherapie an der Christian Doppler Klinik Salzburg).
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Traumafolgestörungen, Angst- und Zwangsstörungen, Psychotherapieforschung.

Stellvertretender Institutsleiterin:
Prof. Dr. Isa Sammet (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Leitende Ärztin des Bereichs Psychotherapie an der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen/Schweiz).
Forschungsschwerpunkt: Psychotherapie-Prozessforschung, zuletzt unter dem Paradigma der Theorie komplexer Systeme.

Assistent der Institutsleitung:
Benjamin Gregor Aas, MSc. (Master in Klinischer Psychologie und Research Master of Psychology, seit Jänner 2013 Doktorand bei Prof. Günter Schiepek (LMU München), Mitarbeiter am Institut für Synergetik und Psychotherapieforschung und des Centers for Complex Systems – CCSYS).
Wissenschaftliche Interessen: Philosophie der Psychologie, Psychotherapieforschung, Theorie komplexer Systeme, Psychologie virtueller Welten.

Institutsmitglieder

Doktoranden

MSc Benjamin Aas, Dissertation an der LMU München (D)

Mag. Karin Bacher, Dissertation an der LMU München (D)

Dipl.-Psych. Nora Daniels-Wredenhagen, MA (D)

Mag. Clemens Fartacek, Dissertation an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt (A)

Mag. Denise Hebesberger (A)

Mag. Priscila Hiering (A)

Dipl.-Psych. Benjamin Kraus, Dissertation an der Universität Konstanz (D)

Dipl. Psych. Luca Lindenthal, Dissertation an der Universität Konstanz (D)

Mag. Dr. phil. Damir Lovric, Dissertation an der PMU Salzburg (A)

Dr. Miran MozinaLic. phil. Judith Patzig, Dissertation an der LMU München (D)

Dipl. Psych. Elke Pauly, Psychosomatische Klinik, Bad Zwischenahn (D)

Dipl. Wirtsch.-Phys. Katharina Viol (D)

Abgeschlossene Master- und Diplomarbeiten

Laura Bierschneider Valerie Dirnberger Katharina Helm Sarah Mayer Katharina Sungler Freie Mitarbeiter PD Dr. Dr. Guido Strunk, Complexity Research Wien, geplante Habilitation an der PMU Salzburg (A)Prof. Dr. Wolfgang Eberling, Fachhochschule der Nordwestschweiz, Olten (CH) Dr. Heiko Eckert, Center for Complex Systems, Stuttgart/München (D)Dr. Martin Plöderl, Christian Doppler Klinik Salzburg (A)Dr. Sebastian Wallot, University of Aarhus (DK) 

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Dr. Günter Schiepek
Institut für Synergetik und neurowissenschaftliche Therapieforschung
Leitung des Instituts für Synergetik und neurowissenschaftliche Therapieforschung

Tel.: +43 57255-56709
E-Mail: guenter.schiepek@pmu.ac.at
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