10 Jahre Forschungsinstitut Gastein: Feier und Radon-Symposium mit Euradon und dem Gasteiner Heilstollen

25.09.2017

Am 22. und 23. September luden das Forschungsinstitut Gastein (FOI), der Verein Europäischer Radonheilbäder e.V. (Euradon) und der Gasteiner Heilstollen zu einem Radon-Symposium ein. Alle Gastgeber haben in diesem Jahr ein Jubiläum zu feiern: Der Gasteiner Heilstollen wird 65 Jahre, Euradon feiert sein 30-jähriges Bestehen und das FOI – unter Vorstand Univ.-Prof. Dr. Markus Ritter und dem wissenschaftlich-operativer Leiter Mag. Dr. scient. med. Martin Gaisberger – hat sich seit 10 Jahren der Forschung und Entwicklung der Radontherapie verschrieben.


Linkes Bild (v.l.n.r.): Rektor Prof. Herbert Resch, Dr. Christian Stöckl (Landeshauptmann-Stv.), Friedrich Zettinig (Bürgermeister Bad Hofgastein), Gerhard Steinbauer (Bürgermeister Bad Gastein), Dr. Martin Gaisberger und Prof. Markus Ritter (Forschungsinstitut Gastein), Steffen Matthias (EURADON), Christoph Köstinger und Andreas Kandler (Gasteiner Kur-, Reha- und Heilstollenbetriebsges.m.b.H.).



Seit mehr als einem Jahrhundert ist die im europäischen Raum eingesetzte Kur- und Balneotherapie mit niedrig dosierter radioaktiver Strahlung eine akzeptierte therapeutische Methode. Vor allem bei schmerzhaften inflammatorischen und degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates gilt die Radontherapie als bewährte Therapieform. In den letzten Jahren hat sich zur wissenschaftlichen Untermauerung der guten Behandlungserfolge viel getan. Dennoch wollen Euradon, FOI und Gasteiner Heilstollen die Forschungslage in den nächsten Jahren weiter verbessern.

Aktuell laufen am Forschungsinstitut Gastein zwei klinische Studien und eine Registerstudie. Bei den klinischen Studien handelt es sich um Untersuchungen zum Thema Osteoarthritis und Atopische Dermatitis (Neurodermitis). Patienten/innen in beiden Studien wurden dazu in zwei Gruppen aufgeteilt. Ein Teil erhält Radon-Heilstollentherapie, der andere Teil eine radonfreie Kontrolltherapie. Das grundlagenwissenschaftliche Forschungsteam des FOIs versucht darüber hinaus, die Effekte von Radon auf diverse Zellkultur-Systeme, unter anderem in einem speziell dafür konstruierten Radoninkubator, zu untersuchen.

Großes Augenmerk wird auch auf die Rolle des Endocannabinoid-Systems, welches eine Rolle in der Schmerzregulation bei entzündlichen und degenerativen Krankheitsgeschehen spielen könnte, gelegt. Um die wissenschaftliche Basis auch in Zukunft weiter auszubauen, ist das Forschungsinstitut Gastein mit anderen Radonforschungsstandorten vernetzt. Zu den wichtigsten Partnern hierbei zählen die Mitglieder von Euradon, der Ludwig Boltzmann Cluster für Arthritis und Rehabilitation sowie das Helmholtzzentrum in Darmstadt. Das langfristige Forschungsziel ist die Absicherung der Kur und der Radontherapie im Gasteinertal, sowie die Ergründung der Wirkungsweise von Radon auf molekularer und zellulärer Ebene.