70-Millionen-Spende ermöglicht neues Forschungszentrum

30.01.2012

Die  Paracelsus Universität informierte am 30. Jänner im Rahmen einer Pressekonferenz über den Neubau eines Forschungshauses und die Etablierung eines neuen Querschnitt- und Geweberegenerationszentrums. Das Projekt kann dank einer herausragenden 70-Millionen-Privatspende von Red Bull und Dietrich Mateschitz realisiert werden, die europaweit ihresgleichen sucht. „Herr Mateschitz setzt als privater Sponsor mit diesem Großprojekt einen weiteren großen Meilenstein bei der Entwicklung dieser Universität, nachdem er ja schon entscheidende Mithilfe bei der Gründung geleistet und zwischenzeitlich immer wieder großzügige Zuwendungen gemacht hat“, sagte Prof. Herbert Resch und dankte dem Sponsor auch im Namen der gesamten Region. Der Rektor der Paracelsus Universität sprach seinen Dank auch an Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller für die vier Millionen Euro aus, die das Land Salzburg zur Verfügung stellt.


Beteiligte und Förderer des neuen Großprojektes (v.l.n.r.): Dr. Burkhard van der Vorst (Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken), Anita Gerhardter (Geschäftsführerin von Wings for Life), Prof. Dr. Herbert Resch (Rektor der Paracelsus Universität), Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller und Dr. Volker Viechtbauer (Head of Legal & HR von Red Bull)


Das neue Forschungsgebäude der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität wird auf insgesamt 8.000 m2 Bruttofläche zahlreichen Forschungseinrichtungen sowie Räumlichkeiten für die Lehre Platz bieten. Neben einem neuen Querschnitt- und Geweberegenerationszentrum werden sich auch zwei neu zu errichtende Forschungseinrichtungen einquartieren: ein Institut für Experimentelle Präklinische Neurorehabilitation sowie ein Institut für Experimentelle Zelltherapie. Darüber hinaus werden die bestehenden Institute der Paracelsus Universität wie Physiologie, Pharmakologie, Regenerative Molekulare Medizin sowie Sehnen- und Knochenregeneration ihre „neue Heimat“ finden. Nähere Informationen zur Raumaufteilung und Flächennutzung finden Sie hier.

Neu und herausragend ist das Querschnitt- und Geweberegenerationszentrum, das im Forschungshaus angesiedelt wird. In enger Verknüpfung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung wird sich das interdisziplinäre Großprojekt auf die Erforschung von Rückenmarksverletzungen und damit verbundenen Funktionsstörungen und -ausfällen konzentrieren. Die Forschung stützt sich dabei auf vier Schwerpunkte:

1. Zellbasierte Therapien mit dem Ziel der Regeneration von Nervenzellen (Stammzellforschung)
2. Molekulare Ansätze, um die durchtrennten Nervenfasern wieder auswachsen zu lassen und um die Nervenverbindungen wieder herzustellen
3. Verhinderung des Folgeschadens nach Rückenmarksverletzung durch Unterdrückung der Schwellneigung
4. Kompensationstherapien: Stimulation von Nerven, Elektrostimulation des Rückenmarks, Rehabilitation

Die Konzeption dieses Projektes erfolgte in enger Zusammenarbeit von Grundlagenforschern und Klinikern, nämlich den Professoren(innen) Eva Rohde (Transfusionsmedizin), Ludwig Aigner (Molekulare Regenerative Medizin), Eugen Trinka (Neurologie), Günther Janetschek  (Urologie) und Herbert Resch (Unfallchirurgie und Rektor der Paracelsus Universität). In- und ausländische Experten wurden beigezogen.


Das interdisziplinäre Wissenschafterteam des neuen Querschnitt- und Geweberegenerationszentrums (v.l.n.r.): Prof. Dr. Ludwig Aigner (Institut für Molekulare Regenerative Medizin der Paracelsus Universität), Prof. Dr. Günter Janetschek (Universitätsklinik für Urologie und Andrologie), Prof. Dr. Herbert Resch (UK für Unfallchirurgie und Rektor der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität), Prof. Dr. Eva Rohde (UK für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin) und Prof. Dr. Eugen Trinka (UK für Neurologie).


Im Zentrum der Grundlagenforschung und klinischen Forschung steht ein GMP Labor (Good Manufacturing Practice) mit insgesamt drei Forschungsprofessuren und zirka 38 angestellten Forschern. Dazu kommen zahlreiche Core Facilities wie Neuroimaging, elektrophysiologische Einrichtungen, Hochgeschwindigkeitskameras etc. Eine enge Zusammenarbeit mit Wings for Life ist wesentlicher Teil des Projekts und bindet die große Expertise der Stiftung und ihr weltweit vorhandenes Netzwerk von renommierten Forschern ein.

Sowohl die Größe als auch der Inhalt dieses Projektes wird die Forschung in Salzburg zum Wohle der Patienten nachhaltig verändern und schließlich fast alle medizinischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen einbinden. „Ich bin davon überzeugt, dass sich mit dem Querschnitt- und Geweberegenerationszentrum der Forschungsstandort Salzburg massiv und nachhaltig weiter verbessern wird. Gerade durch die Nähe zur Klinik und zur klinischen Anwendung wird dieser neue Schwung mittel- und langfristig auch in der Patienten(innen)versorgung spürbar werden“, erklärte Prof. Ludwig Aigner, Leiter des Instituts für Molekulare und Regenerative Medizin der Paracelsus Universität, im Namen des Wissenschafterteams.


Ansicht des neuen Forschungshauses der Paracelsus Universität, das gegenüber der Hauptuniversität gebaut wird.