Allergien als neuer Risikofaktor für Sehnenerkrankungen?

12.01.2022

Egal ob Heuschnupfen oder Hausstaub: Allergien sind lästig und betreffen viele Menschen. Dass Allergien neben geschwollenen Augen und laufender Nase jedoch auch andere, bisher unbekannte Folgen haben können, konnte nun das Team vom Institut für Sehnen- und Knochenregeneration an der PMU zeigen.

Erstautorin Christine Lehner mit Institutsleiter Andreas Traweger

 

In der kürzlich im Lancet- Magazin EBioMedicine publizierten Arbeit mit Christine Lehner als Erstautorin ist nachzulesen, dass Allergiepatient*innen häufiger Probleme mit ihren Sehnen haben. Dazu wurden Teile der Paracelsus 10.000-Studie der PMU und der SALK ausgewertet, in deren Rahmen der Gesundheitsstatus von 10.000 Salzburger*innen aufwändig erhoben wurde.

So haben Patient*innen, die an einer Allergie leiden, bis zu 16% häufiger Schmerzen oder Operationen an ihren Sehnen als Nicht-Allergiker. In Laborexperimenten konnten auch mögliche zugrundeliegende Mechanismen aufgeklärt werden: Allergien führen zu einem erhöhten Spiegel an Entzündungsfaktoren im gesamten Körper. Diese Faktoren bewirken in Sehnen, dass die Zellen der Sehne ihre eigene Umgebung zu schädigen beginnen, was das Gewebe schwächt. Da diese Entzündungsfaktoren jedoch nicht nur bei Allergien eine Rolle spielen, sondern auch bei anderen häufigen chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Übergewicht, erweitert diese Arbeit das Verständnis von Sehnenerkrankungen bei sehr vielen Patientengruppen.

Entstehen konnte diese Arbeit durch enge Zusammenarbeit mehrerer Institute der PMU und Kliniken der SALK, aber auch dem Fachbereich Biowissenschaften und Medizinische Biologie der PLUS.

Details finden Sie hier:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352396421005727?via%3Dihub