Call Center, Triage-Zelt, Premedics und Lehre: PMU-Studierende als helfende Hände in Krisenzeiten

03.04.2020

Die Medizinstudierenden der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg sind bekannt für ihre soziale Einstellung und engagieren sich schon in "Nicht-Krisenzeiten" neben ihrem Studium in etlichen Projekten, zum Beispiel am Uniklinikum Salzburg und beim Roten Kreuz. Umso intensiver und vielfältiger ist ihr derzeitiger Einsatz, um Patienten/innen, Kranke und hilfsbedürftige Menschen in Zeiten der Corona-Epidemie zu unterstützen: als Helfer/innen im Triage-Zelt ("Covid-Zelt") und in der Covid-Ambulanz sowie im Call Center des Uniklinikums Salzburg, als Rettungssanitäter/innen beim Roten Kreuz, in der Nachbarschaftshilfe, als Babysitter/innen und sogar als Online-Tutoren/innen, um die Lehrenden des Uniklinikums zu entlasten.

Studierende in der Lehre

Insgesamt 13 Tutorinnen und Tutoren aus den Reihen der PMU-Medizinstudierenden sind derzeit in der Lehre tätig und bieten Tutoring-Einheiten in den Fächern Gynäkologie und Pädiatrie an. Zehn der Tutoren/innen sind aus dem 4. Studienjahr und drei aus dem 5. Studienjahr. Grundsätzlich verfolgen die Veranstaltungen das Ziel, die Studierenden aus dem 3. Studienjahr für die USMLE-Prüfung und auf klinisch relevante Themen dieser Fächer vorzubereiten. Um das zu erreichen, werden den Studierenden auf Moodle die Vorlesungsunterlagen der Kliniker/innen und die neu verfassten Skripten der Tutoren/innen hochgeladen. Diese sollen vor den jeweiligen Tutoring-Stunden durchgearbeitet werden und gelten als Grundlage. In den Online-Veranstaltungen selbst, die über Zoom abgehalten werden, werden die wichtigsten Themenbereiche und "USMLE-like Questions" durchgearbeitet. Jede/r Tutor/in hat sich auf ein paar wenige Subthemen spezialisiert, diese vorbereitet und hält jeden Tag zum gleichen Thema eine Session, während die Medizinstudierenden in Gruppen rotieren. Jede Gruppe besteht aus sechs bis sieben Studierenden. Den Tutoren/innen ist die konkrete Ausarbeitung des jeweiligen Themengebiets selbst überlassen. "Es gibt eine Anwesenheitspflicht, aber die Studierenden, die an den Tagen im Corona-Zelt, beim Roten Kreuz, im Call Center etc. arbeiten, sind bei Überschneidungen mit Diensten natürlich entschuldigt", erklärt die koordinierende Medizinstudentin Fidelis Stuchtey. Im regelmäßigen Austausch mit allen Tutoren/innen hat sie den Überblick über die zu vermittelnden Themenbereiche, teilt diese in inhaltliche Blöcke auf und verteilt diese unter den Tutoren/innen. Auch die Kommunikation mit der Universität und dem 3. Jahrgang läuft über die engagierte Studentin.

Triage-Zelt und Covid-Ambulanz

PMU-Medizinstudierende aus dem 3. und 4. Studienjahr mit positiv absolviertem klinischem Untersuchungskurs (aus dem Projekt "Helping Hands") und Kollegen/innen des 5. Studienjahres im Klinisch-Praktischen Jahr arbeiten im Triage-Zelt des Uniklinikums Salzburg mit. Sie unterstützen die Ärztinnen und Ärzte an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr: "Unsere Aufgaben im Covid-Zelt sind das Messen des Fiebers und der Sauerstoffsättigung der Patienten, quasi die Ersteinschätzung. Darüber hinaus werden wir angerufen, wenn Unterstützung in der Covid-Ambulanz benötigt wird", erklärt Medizinstudent Arwin Rezai. Die Dienste gehen von 7 bis 19 Uhr und von 19 bis 7 Uhr. Studierende, die im Covid-Bereich mitarbeiten, dürfen auf keiner Covid-freien Station und auch nicht im Rettungsdienst tätig werden, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.

Call Center

Die Medizinstudentinnen Theresa Planitzer und Diana Reisinger koordinieren im Studienalltag eigentlich die "Helping Hands" an der Christian-Doppler-Klinik (CDK). In diesem Projekt besetzen Medizinstudierende am Uniklinikum Salzburg (LKH und CDK) unter der Woche Nachtdienste und an den Wochenenden und Feiertagen sowohl Tag- wie Nachtdienste, arbeiten in der OP-Assistenz und helfen in den Ambulanzen mit. Zurzeit sind die Helping Hands-Mitglieder, die allesamt den klinischen Untersuchungskurs positiv abgeschlossen haben müssen, allerdings im Call Center und im Triage-Zelt des Universitätsklinikums Salzburg gefordert. "Unsere Aufgabe im Call Center ist es, die Anrufe zu filtern, um die diensthabenden Ärztinnen und Ärzte zu entlasten und nur relevante Anrufe an sie durchzustellen. Wir sind keine Hotline zur Auskunft über Covid-Symptome oder Risikogruppen, diesbezüglich soll man sich auch weiterhin an die Covid-Hotline (1450) wenden. Wir sind für Befundauskünfte, Fragen des Personals, Patientenübernahme und weitere Fragestellungen zuständig", erzählt Diana Reisinger.

Projekt "Premedics"

Auch in der Corona-Krise ist immer auf sie Verlass: Das 2012 gegründete Projekt "Premedics" der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität ist eine offizielle Abteilung des Landesverbandes des Roten Kreuzes in Salzburg. Ein Pool von mehr als 100 Medizinstudierenden versorgt im Rettungs- und Krankentransportdienst jede Nacht den Westen und Nordwesten Salzburgs. Kommandant Thomas Mitteregger (5. Studienjahr Humanmedizin) und seine beiden Stellvertreter, Lukas Steger (5. SJ Humanmedizin) und Michael Warter (2. SJ Humanmedizin), leiten und koordinieren das rein studentische Projekt. Ein Teil der Ausbildung zum Rettungssanitäter ist im Curriculum des Medizinstudiums integriert: Die verpflichtende Lehrveranstaltung "Notfallmedizin I" im 1. Studienjahr deckt 40 Stunden ab. Danach können sich die Studierenden entscheiden, ob sie im Projekt mitmachen und die 60 Stunden Theorie sowie 160 Stunden Praxis im Rettungsdienst absolvieren wollen. Wer letztendlich die kommissionelle Abschlussprüfung beim Roten Kreuz ablegt und besteht, darf fortan überall in Österreich im Rettungs- und Krankentransportdienst mitarbeiten. Sogar eine Weiterqualifizierung zum "Notfallsanitäter", die zweithöchste Ausbildungsstufe nach dem Notarzt, wird an der Paracelsus Universität angeboten.