Dichtes Programm bei „Beginner’s Weeks“ der Humanmedizin

Dichtes Programm bei „Beginner’s Weeks“ der Humanmedizin

26.08.2021

Schnupper-Visite, Einblicke ins spätere Leben als Ärztin oder Arzt, ein Welcome im Salzburger Uniklinikum: Die ersten beiden Jahrgänge der Humanmedizin starteten am Montag mit einer dreiwöchigen Einführungsphase, den sogenannten „Beginner’s Weeks“, in das Studium. Dabei lernen sie die verschiedenen Bereiche der PMU und des Uniklinikums kennen. Wegen Corona war auch der zweite Jahrgang bisher sehr reduziert am Campus präsent.

Für die Studierenden fanden Übungseinheiten im Skills Lab bzw. ein Nähkurs mit Schweinepräparaten statt. „Es kommt zumindest ein bisschen der menschlichen Haut nahe. Beim Schwein ist sie schon ein wenig derber, aber zumindest kann man es üben", erklärt Christian Deininger, Facharzt an der Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie. Die Studierenden lernten die gängigen Techniken von der Einzelknopfnaht bis zu Rückstichnaht oder einer Wundversorgung. „Die Naht ist wie die Unterschrift eines Arztes. Es ist das, was sichtbar ist“, betonte Deininger. Worauf besonders zu achten ist: „Man könnte von der Wunde zu weit weg oder zu nah dran sein. Und auch der Knoten ist nach bestimmten Regeln zu machen“, so der Vortragende, der von richtiger Handhaltung bis zum Einstichwinkel alles vorzeigte. Sarah und Laura griffen gleich geschickt zu „Nadel und Faden“. „Es wird hier wirklich gut erklärt“, so die beiden Studentinnen.

Rotierend ging es dann weiter zu verschiedenen Stationen des Skills Lab, wo Studierende höherer Semester Einblicke gaben. Lukas Palfrader, Projektleiter von Sono4you (Ultraschallausbildung von Studierenden für Studierende), erklärte Schalltechniken anhand der Leber mit einprägsamen Namen in der Bildgebung wie „Springender Hirsch“ (Ähnlichkeit mit einem Hirschgeweih).

Die Studierenden des ersten Jahrgangs hatten auch gleich die Gelegenheit mit Ärztinnen und Ärzten über Herausforderungen im Beruf zu sprechen. „Stimmt es, dass man pro Patient*in nur noch 4,6 Minuten Zeit hat?“, wollte ein Student von Prof. Elmar Aigner wissen. Der Dekan verwies auf das nötige Gespür einer Medizinerin oder eines Mediziners, längere Gespräche individuell zu planen. An der Paracelsus Universität wird großer Wert gelegt, die Studierenden auf die Praxis gut vorzubereiten, um harte Landungen nach dem Abschluss zu verhindern.

An den Unikliniken Campus LKH und CDK konnten die Erstsemestrigen dann auch bereits in mehreren Stationen – von der Endoskopie bis zu Dialysestation oder Spezialambulanzen – auf Schnuppervisite gehen. Dr. Michael Strasser ließ sich in der Leberambulanz über die Schulter schauen: „Wir zeigen ihnen, wie die – teils harte - Lebensrealität in der Klinik aussieht.“ Heilungserfolge wie jener mit Hepatitis C (rund 98 Prozent der Patienten werden mittlerweile wieder gesund) sind die wohl größte Motivations- und Energiequelle für Mediziner wie ihn.