Die Paracelsus Universität stellt vor: Boris Musset, erster Lehrstuhlinhaber für Physiologie am Standort Nürnberg

04.05.2016

Der Ausbau der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg, seit 2014 zweiter Standort der Paracelsus Universität in Salzburg, ist in den vergangenen Monaten erheblich vorangeschritten: Insbesondere Lehre und Forschung im vorklinischen Bereich wurden erweitert. Im Dezember 2015 hat Univ.-Prof. Dr. Dr. Boris Musset in Nürnberg den Lehrstuhl für Physiologie übernommen und wurde nun der Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Der international renommierte Wissenschafter erforscht so genannte spannungsabhängige Protonenkanäle, Schaltstellen des Lebens, deren Veränderungen eine wichtige Rolle bei Erkrankungen spielen können. Mit seinem Team hat er zudem die Lehre im Grundlagenfach Physiologie etabliert. Derzeit werden zwei Jahrgänge mit insgesamt 100 Studierenden an der Paracelsus Universität in Nürnberg ausgebildet; der dritte Jahrgang wird im August 2016 das Medizinstudium aufnehmen.

Das Fach Physiologie legt einen Grundstein für das Verständnis von Krankheiten. "Sehr gute Kenntnisse im Fach Physiologie sind eine Voraussetzung für das Verständnis von Krankheiten und ihrer Behandlung", erklärt der Vizerektor der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Söllner. Die Berufung von Prof. Musset ist ein doppelter Glücksfall: Er bringt nicht nur ein bedeutendes Forschungsgebiet ein, das er zuvor am Helmholtz Forschungszentrum Jülich mit seiner Arbeitsgruppe bearbeitet hat, sondern auch umfangreiche Erfahrungen in der Lehre von Medizinstudierenden, u.a. an der medizinischen Privatuniversität der Rush University Chicago. Der Biologe mit Promotionen in Biologie und Humanbiologie hat seine wissenschaftliche Ausbildung an der Universität Marburg absolviert.

Das besondere Forschungsinteresse im Nürnberger Institut für Physiologie gilt den Immunzellen. Was passiert an den Protonenkanälen dieser Zellen, wenn sie Bakterien abwehren? Auch bei der Entartung von Zellen, der Entstehung von Krebs, haben Musset und sein Team Protonenströme beobachten können: Hier wird er eng mit den Wissenschaftlern und Ärzten im Klinikum Nürnberg zusammenarbeiten. Möglicherweise sind die Protonenkanäle und deren  Funktion selbst Ansatzpunkte für die Diagnostik und Therapie von  Krebserkrankungen – ein weites und spannendes Forschungsfeld. 

In den vergangenen Monaten hat sich Musset zunächst überwiegend dem Aufbau der Lehre an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität gewidmet. Neben Vorlesungen und Seminaren absolvieren die Studierenden im zweiten Jahr nun drei verschiedene Physiologie-Praktika mit Experimenten und kliniknahen Erfahrungen. Wie Herz, Kreislauf, Niere und Lunge funktionieren, erfahren sie nicht nur im theoretischen Unterricht, sondern in eigenen Tests und bei Hospitationen in den Kliniken. "Die kleine Kursgröße von nur 50 Studierenden pro Jahr ist für den Unterricht ein enormer Vorteil", sagt Boris Musset. Es sei ein offenes, dynamisches Lernen mit  vielen Fragen und Diskussionen. Das moderne Lehrangebot würde er gerne noch durch E-Learning-Angebote ergänzen, mit denen er an der Rush University in Chicago sehr gute Erfahrungen gemacht hat.

Foto: Klinikum Nürnberg/Rudi Ott