Doppelter Erfolg für das Forschungsprogramm „Molekulare Therapie bei Genodermatosen“

17.11.2011

Unilever Dermatologenpreis 2011: Das Forschungsprogramm „Molekulare Therapie bei Genodermatosen (Epidermolysis bullosa)“ der Universitätsklinik für Dermatologie und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität wurde auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) mit dem Unilever Dermatologenpreis ausgezeichnet.

Die „Schmetterlingskinder“ , Patienten mit der genetischen Hauterkrankung Epidermolysis bullosa (EB), leiden an einem fehlenden Zusammenhalt der Oberhaut mit der Lederhaut durch das Fehlen von Struktur-Eiweißen der Haut wie Kollagen Typ 17. Das EB-Haus Austria auf dem Gelände der SALK in Anbindung an die Universitätsklinik für Dermatologie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität forscht an Behandlungsmethoden durch Gentherapie.  Das Forschungsprogramm „Molekulare Gentherapie bei Genodermatosen“ wird von Univ.-Prof. Dr. Johann Bauer geleitet.

Die prämierte Arbeit „A novel screening system improves genetic correction by internal exon replacement“ wurde in der Zeitschrift „Nucleic Acid Research“ publiziert. Sie befasst sich mit der therapeutischen Strategie, interne, veränderte Genabschnitte bei Epidermolysis bullosa durch gesunde Genabschnitte zu ersetzen. Ziel war die Korrektur des Kollagen 17-Gens, das mit der junktionalen Form der Epidermolysis bullosa (JEB) assoziiert ist. In der Arbeit wurde eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe man Reparaturbausteine für die gezielte Korrektur einer internen Genregion des Kollagen 17-Gens identifizieren kann. Eine Vielfalt an Reparaturbausteinen kann auf ihre Reparatureffizienz getestet werden, um das beste Molekül für weitere Versuche in Hautzellen von JEB-Betroffenen einzuschleusen. Die Methode soll zudem auch für weitere für Epidermolysis bullosa relevante Gene ihre Anwendung finden.


Bild (v.l.n.r.): Ing. Gerhard Gribl (Unilever Österreich), Dr. Ulrich Koller (Forschungsprogramm „Molekulare Therapie bei Genodermatosen (Epidermolysis bullosa)“) und Prim. Univ.-Prof. Dr. Josef Auböck (Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie - ÖGDV).


Isidor Neumann Posterpreis 2011: Auch Dr. Christina Gruber vom  Forschungsprogramm „Molekulare Therapie bei Genodermatosen (Epidermolysis bullosa)“ wurde auf der ÖGDV-Jahrestagung ausgezeichnet. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am EB-Haus Austria erhielt den Isidor Neumann Posterpreis 2011. Mit ihrer Arbeit „Expression profile of antimicrobial peptides in keratinocytes of patients with recessive dystrophic Epidermolysis bullosa“ konnte Gruber zeigen, dass Patienten mit rezessiv dystropher Epidermolysis bullosa zu geringe Mengen eines antimikrobiellen Peptides produzieren, was zu einer Verschlechterung der Wundheilung beitragen kann. Diese neuen Erkenntnisse werden in Folge zur Entwicklung neuer möglicher Therapieansätze für EB-Patienten verwendet. 


Bild (v.l.n.r.): Univ.Prof. Dr.  Michael Binder und Prim. Univ.-Prof. Dr. Josef Auböck (Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie - ÖGDV) mit der Preisträgerin Dr. Christina Gruber (Forschungsprogramm „Molekulare Therapie bei Genodermatosen (Epidermolysis bullosa)“).