Europäischer Kongress für pädiatrische Pharmakologie und Kongress "Neurobiologie in der Psychotherapie"

21.06.2013

Der "Europäische Kongress für pädiatrische Pharmakologie" thematisierte die Anwendung, Entwicklung und Erforschung von Arzneimitteln für Kinder. Der Kongress "Neurobiologie in der Psychotherapie" war von aktuellen Entwicklungen der Hirnforschung in ihrer Relevanz für die Psychotherapie geprägt.

Europäischer Kongress für pädiatrische Pharmakologie



Experten aus den Bereichen Kinderheilkunde, klinische Pharmazie und klinische Pharmakologie aus der ganzen Welt trafen sich in Salzburg.



Priv.-Doz. Dr. Florian Lagler, Leiter des Simulationszentrum und des Clinical Research Centers (CRCS), lud als Präsident der Europäischen Gesellschaft für pädiatrische Pharmakologie (ESDPPP) vom 4. bis 7. Juni 2013 zum 14. Kongress der ESDPPP nach Salzburg ein.

Die Veranstaltung findet alle zwei Jahre statt und ist weltweit die am besten genutzte Plattform für die wissenschaftliche Diskussion von rationaler Anwendung, Entwicklung und Erforschung von Arzneimitteln für Kinder. Die Teilnehmer kamen vor allem aus den Bereichen Kinderheilkunde, klinische Pharmazie und klinische Pharmakologie. Vorgestellt und diskutiert wurden Ergebnisse aus klinischen Studien, z.B. zur optimalen Dosierung von Arzneimitteln, zur Verbesserung der Verträglichkeit bei besonders gefährdeten Patienten (Neugeborene, chronisch Kranke, schwerst kranke) sowie innovative Projekte für Fort- und Weiterbildung von Schwestern und Ärzten. Nicht nur die Versorgung in unserer High-Tech-Medizin in Europa, Australien und USA, sondern auch in Schwellen- und Entwicklungsländern wurde dabei behandelt.

Das Feld der pädiatrischen Pharmakologie ist relativ klein, umso erfreulicher ist es, dass etwa 140 Teilnehmer aus über 20 Ländern und vier Kontinenten in Salzburg zu Gast waren. Unter den Vortragenden und Teilnehmern waren beinahe alle Top-Experten aus Asien, Amerika, Australien und Europa. Nicht nur die prominenten Referenten wie Prof. Greg Kearns (Kansas City), Prof. John van den Anker (Washington), Prof. Gideon Koren (Toronto), Prof. Stefanie Läer (Düsseldorf), Prof. Karel Allegaert (Leuven) oder Prof. Evelyne Jacqz-Aigrain (Paris), sondern auch zahlreiche Jungforscher trugen zum exzellenten wissenschaftlichen Niveau bei.



Kongress "Neurobiologie in der Psychotherapie"

Aktuelle Entwicklungen der Hirnforschung in ihrer Relevanz für die Psychotherapie waren Schwerpunkt des Kongresses „Neurobiologie in der Psychotherapie“ vom 7. bis 9. Juni 2013 in Salzburg. Univ.-Prof. DDr. Günter Schiepek, Vorstand des Forschungsinstitutes für Synergie und Psychotherapieforschung der Paracelsus Universität, und Univ.-Prof. DDr. Christian Schubert von der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie Innsbruck waren Veranstalter und wissenschaftliche Leiter der Tagung. Renommierte Referenten/innen stellten neue Befunde aus verschiedenen Forschungsrichtungen vor. Thematisiert wurden unter anderem die neurobiologischen Korrelate von Psychotherapieprozessen, Konnektivität und Synchronisation im Gehirn, Neuro-Psychoanalyse, Meditation, Achtsamkeit, Stress und frühe Traumatisierung, Psychoneuroimmunologie, Suizidprävention sowie Fragen des Verhältnisses von Geist und Gehirn. Ein Kernthema bildeten innovative Verfahren der nicht-invasiven Neurotherapie, wie z.B. Echtzeit-Neurofeedback mit fMRT und nicht-invasive Neuromodulation mit Coordinated Reset. In einer von Gert Scobel (ZDF, 3Sat) moderierten Podiumsdiskussion ging es um die zukünftige Kombinierbarkeit solcher Neurotherapien mit Psychotherapie.

Insgesamt war der Kongress von den Entwicklungen der neuen systemischen Neurowissenschaft geprägt. Dies bedeutet, dass menschliches Handeln und Denken nicht nur durch die funktionsspezifische Informationsverarbeitung in einzelnen Gehirnregionen bestimmt ist, sondern ganz wesentlich durch die Informationsintegration über Gehirnregionen hinweg. Weitere Schwerpunkte waren Entwicklungen in der Neuroimmunologie und Neuroendokrinologie (z.B. Besonderheiten des Stresssystems bei Allergien), die Wirkung von Stress auf die Epigenetik (Genexpression) sowie neurobiologische Effekte von Meditation, Achtsamkeit und unterschiedlichen Bewusstseinszuständen. Auch aktuelle Entwicklungen der Neuro-Psychoanalyse wurden vorgestellt und neurophilosophische Aspekte der Hirnforschung kritisch beleuchtet.



Neben den Hauptvorträgen konnten die Teilnehmer unter 15 verschiedenen Workshops – unter anderem zu Entwicklungen in der Neurotherapie und systematischen Neurowissenschaft – wählen.