Forscherteam aus Salzburg: Montelukast verspricht Wirkung über Alzheimer-Erkrankung hinaus

21.02.2020

Der aus der Asthma-Behandlung bekannte Wirkstoff wird bereits an Alzheimer-Patient/innen getestet und kann nun auch auf Menschen mit Lewy-Body-Demenz erweitert werden. 

In Österreich leiden etwa 10.000 bis 20.000 Patient/innen unter der nicht heilbaren Lewy-Körperchen-Demenz. Ein internationales Forscherteam der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität und des Uniklinikums Salzburg unter der Leitung von Ludwig Aigner, Julia Marschallinger und Barbara Altendorfer hat einen möglichen Ansatz zur Behandlung dieser Demenzform entwickelt.

Friedrich Lewy hat die nach ihm benannten Lewy-Körperchen (oben abgebildet) 1912 erstmals beschrieben. Es sind Proteinablagerungen im Gehirn, die Erkrankungen wie Parkinson, Parkinson-Demenz und Lewy-Körperchen-Demenz (Lewy-Body-Demenz) verursachen. Letztere ist nach der Alzheimer-Erkrankung und der Vaskulären Demenz die dritthäufigste Form der Demenzerkrankungen.

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Neurotherapeutics beschreiben die Wissenschafter/innen, dass der Wirkstoff Montelukast bei Mäusen mit einer Lewy-Body-Demenz zu einer Reduzierung der Proteinablagerungen führte und das Gedächtnis der Tiere massiv verbesserte. Die Wirksamkeit von Montelukast, einem bereits zur Behandlung von Asthma zugelassenen Medikament, wird derzeit an Alzheimer-Patient/innen getestet und könnte nun auch auf Menschen mit Lewy-Body-Demenz erweitert werden.

Fotos: iStock-kirstypargeter (Startseite); PMU (oben)