Forschung und Life Science im Fokus: Staatssekretär Harald Mahrer zu Besuch an der Paracelsus Universität

18.02.2016

Forschung und die Weiterentwicklung des Life Science-Sektors in Österreich sind für das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) zentrale Themen- und Arbeitsbereiche. Und so besuchte Staatssekretär Dr. Harald Mahrer am 2. Februar 2016 die Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Salzburg, um sich ein Bild von deren Forschungsarbeit und Beitrag für den Wissenschaftsstandort Salzburg und den Forschungsstandort Österreich zu machen.

Vor allem der Know-how- und Technologietransfer, die Innovationskraft der forschenden Institutionen und ihre Positionierung standen im Mittelpunkt der anfänglichen Gesprächsrunde mit Dr. Harald Mahrer, den Mitgliedern der Universitätsleitung (Rektor Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Eva Rohde, Kanzler Dr. Michael Nake, Vizekanzler Dr. Gottfried Stienen) sowie Univ.-Prof. Dr. Gerd Rasp (Forschungsdekan der Paracelsus Universität) und Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl, der für den Bereich Gesundheit und Spitäler des Landes Salzburg verantwortlich ist.

Im Bild (v.l.n.r.): Hubert Kastner (Leiter des Instituts für Klinische Innovation), Rektor Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Landeshauptmann-Stv. Dr. Christian Stöckl, Dipl.-Ing. (FH) Johann Fierlbeck (Leiter Innovation Workshop) und Staatssekretär Dr. Harald Mahrer. Foto: Paracelsus Universität

Staatssekretär Mahrer bezeichnete "Konkurrenz und Kooperation in der Forschung" als maßgebliche Faktoren, die sich nicht widersprechen, sondern gegenseitig anregen würden. Wichtig für alle Player im Forschungsbereich seien exzellente Forschungsschwerpunkte und ein gut durchdachtes Forschungsprofil, um sich zu positionieren und Ergebnisse auch in Produkte und Dienstleistungen umsetzen zu können. Mit dem Programm Life Science Austria (LISA) will das Bundesministerium vor allem die Profilbildung und internationale Positionierung Österreichs als ein einziger – gesamthafter – wettbewerbsfähiger Life Science-Standort vorantreiben. Als vorbildhafte Beispiele für hervorragende Innovations- und Technologiepolitik nannte Harald Mahrer die Standorte Israel, Singapur und London.

 "Wesentlich für die Zukunftsaussichten eines Landes sind Investitionen in Forschung, Technologie und Innovationen", bekräftigte auch Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl. "Mit der Paracelsus Medizinischen  Privatuniversität, den Forschungsleistungen, deren Ergebnissen und den hochqualifizierten Mitarbeitern/innen wird der Forschungsstandort Salzburg ganz wesentlich gestärkt. Rund 70 wissenschaftliche Arbeitsgruppen sind es, die an der Paracelsus Universität und an den Salzburger Universitätskliniken gemeinsam in der Forschung arbeiten. Damit ist diese Universität zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil des Forschungs- und Wissenschaftsstandortes Salzburg geworden."

Rektor Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch informierte über die Forschungsaktivitäten an der Paracelsus Universität, die sich durch die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Salzburg, durch Institutsneugründungen und das 2013 etablierte „Zentrum für Querschnitt- und Geweberegeneration – SCI-TReCS“ vervielfacht hätten. Der übergeordnete Forschungsfokus der Paracelsus Universität liegt auf dem Gebiet der Regenerativen Medizin. Um die wissenschaftliche Arbeit über die Publikationen hinausgehend zu verwerten und Innovationen von der Idee bis zur Produktion bzw. Marktreife zu bringen, wurde vor einigen Monaten das "Institut für Klinische Innovation" gegründet. Als Drehscheibe für Gesundheitsinnovationen unterstützt es Mediziner und Innovatoren aus anderen Bereichen des Gesundheitswesens. Institutsleiter Hubert Kastner präsentierte den Gästen auch den "Innovation Workshop", der mit einem modernen Wet Lab und einer hervorragenden eingerichteten Prototypenwerkstatt technische Innovationen bis hin zum Prototypen-Status entwickeln und fertigen kann.

Weitere Forschungsbereiche, die bereits Erfolg zeitigen und in die klinische Erprobung gehen sollen, präsentierte Univ.-Prof. Dr. Ludwig Aigner, Vorstand des Instituts für Molekulare Regenerative Medizin. Im Mittelpunkt seiner Forschungen steht die Regeneration des Gehirns und Rückenmarks. Mit seinem Team erforscht Aigner neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz und Parkinson und arbeitet darüber hinaus am Zentrum für Querschnitt- und Geweberegeneration Salzburg mit. Die jüngsten Forschungserfolge brachten den Wissenschafter international in die Schlagzeilen: Mithilfe eines seit langem zugelassenen Asthma-Medikaments konnte das Lern- und Gedächtnisvermögen alter und an Demenz erkrankter Ratten wieder auf das Niveau junger Tiere angehoben werden. Zugrunde liegt die Erkenntnis, dass ein Mechanismus, der in der Lunge zu Asthma führt, auch im alten Gehirn vorhanden ist. Eine klinische Studie, welche die Wirksamkeit des Medikaments bei dementen Patienten nachweisen soll, ist bereits in Planung.

Erfreuliche Informationen aus der universitätseigenen Forschung konnte auch Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Eva Rohde vermelden, als sie das GMP-Labor präsentierte, welches der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung dient. In diesem Reinraumlabor können menschliche Gewebe und Zellen zu Arzneimitteln verarbeitet werden, die dann im Klinikum auf ihre Wirksamkeit getestet werden. Erst kürzlich wurde die erste Stammzellstudie MESEMS Austria zur Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) genehmigt. Mittels körpereigener Stammzellen sollen entzündliche Prozesse gedämpft und der Krankheitsverlauf von Multipler Sklerose gestoppt werden. Derzeit werden Patienten in der Frühphase von MS rekrutiert, um die Studie baldmöglichst starten zu können. Neben dem GMP-Labor sind die Universitätskliniken für Neurologie und für Transfusionsmedizin sowie die Institute für Experimentelle Zelltherapie und für Molekulare Regenerative Medizin beteiligt.