Forschungskooperation zwischen MedAustron und radART-Institut erfolgreich abgeschlossen

05.10.2016


Das radART-Institut der PMU entwickelte für das Ionentherapiezentrum MedAustron ein umfangreiches Set an Software. Im Bild der Synchroton, Herzstück der Beschleunigeranlage. Foto: Thomas Kästenbauer



Die Forschungskooperation zwischen dem Ionentherapiezentrum MedAustron und dem Institut für Technologieentwicklung in der Strahlentherapie (radART) der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg (PMU) wurde vor kurzem erfolgreich abgeschlossen. Entwickelt wurde dabei eine wesentliche Komponente für den Behandlungs- und Forschungsbetrieb: ein Set an Software-Systemen, mit dem sich der gesamte Bestrahlungsablauf steuern lässt.

Die Forschungskooperation mit radART startete im März 2012. Die Ausgangsbasis bot ein von den Salzburger Forschern entwickeltes System, das alle Workflows in der Strahlentherapie abbildet und in der Therapie mit Linearbeschleunigern erfolgreich im Einsatz ist. Das Ziel war eine Weiterentwicklung für den Einsatz in der Ionentherapie, da vergleichbare Programme dafür am Markt nicht verfügbar waren.

Entstanden ist "ORAion", ein umfangreiches Set an Software. Dieses integriert nicht nur den MedAustron-Teilchenbeschleuniger in die Therapieworkflows, sondern bietet auch Schnittstellen zu allen Medizintechniksystemen. Damit erfüllt das System eine zentrale Funktion im täglichen Betrieb von MedAustron. Es ist jene Benutzeroberfläche, von welcher aus das medizinische Personal im Ionentherapiezentrum die Bestrahlung jedes Patienten steuert. Die richtige Positionierung des Patienten im Raum, die Überprüfung der Tumorposition für die Bestrahlung, die Generierung des Teilchenstrahls nach den erforderlichen Parametern – all dies wird bequem über eine Oberfläche dirigiert. Analog wird das System übrigens auch für die wissenschaftliche Anwendung der Teilchenstrahlen bei MedAustron eingesetzt.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Felix Sedlmayer, wissenschaftlicher Leiter des radART-Instituts der PMU: "Ein zentrales Moment bestand im Transfer von High-End-Technologien, die im Zuge der Kooperation mit MedAustron entwickelt wurden, zur Nutzung in der ,klassischen´ Strahlentherapie mit Photonen von Linearbeschleunigern. Insbesondere von den Robotik-Entwicklungen der bildgeführten Bestrahlung profitieren solcherart alle Patienten." Viele dieser Innovationen besäßen echten Pioniercharakter und auch enormes Potenzial für hochreputative Fachpublikationen.

Letzerer Aspekt wird nebst weiterer Forschung in der jetzt angelaufenen zweiten Phase der Kooperation die primäre Rolle spielen, nachdem in den letzten Jahren hochqualifiziertes wissenschaftliches Personal und Expertenwissen aufgebaut wurde. Nun geht es um den weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn aus der praktischen Anwendung des Systems.


Ab November kommen Patientinnen und Patienten zur Bestrahlung ins Ionenzentrum. Dazu wird ein innovatives Robotersystem mit Imaging Ring zur Positionierung und Positionsüberwachung verwendet.
Fotos: Thomas Kästenbauer