Forschungsprojekt "Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster" nach vier Jahren abgeschlossen

30.04.2014


Etwa 12 Mio. Menschen in Deutschland sind von langanhaltenden, chronischen Schmerzen betroffen. Nicht- bzw. unzureichend behandelte Schmerzen können chronifizieren und zu einer eigenständigen Erkrankung werden.



Wie lässt sich das Schmerzmanagement innerhalb einer Stadt verbessern? Diese Frage lag dem Versorgungsforschungsprojekt "Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster" zugrunde, das 2010 ins Leben gerufen wurde. Nach vier Jahren Laufzeit konnten Projektleiter Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink vom Institut für Pflegewissenschaft und -praxis der Paracelsus Universität und sein interprofessionelles Team nun den Abschlussbericht veröffentlichen.

Untersucht wurde das multiprofessionelle Schmerzmanagement in verschiedenen Versorgungseinrichtungen (Krankenhaus, stationäre Altenhilfe, ambulante Pflegedienste, Hospize, Schmerzpraxen, Hausärzte) innerhalb der Stadt Münster, um die Versorgung von Schmerzpatienten innerhalb eines städtischen Gesundheitssystems zu analysieren und etwaige Versorgungslücken zu schließen. Wissensdefizite sollten behoben, interne Abläufe verbessert, schmerztherapeutische Leitlinien und Standards umgesetzt und Versorgungslücken geschlossen werden. Dabei sollte generell eine Übertragbarkeit auf andere Kommunen möglich sein.

Ziel war es, Verbesserungen eines interprofessionellen Schmerzmanagements in den verschiedenen Versorgungsbereichen zu schaffen, um dadurch eine Optimierung innerhalb der gesamten Kommune zu initiieren. Denn noch immer sind interprofessionelle Interessenskonflikte zu erkennen, sektorale Brüche und gesetzliche Rahmenbedingungen sind vorhanden, die eine reibungslose Kooperation der Gesundheitsberufe und ein sektorenübergreifendes Handeln erschweren bzw. gänzlich unterbinden.

Zur Erreichung des Ziels wurde zunächst im Rahmen einer Erstbefragung der Ist-Zustand in den unterschiedlichen Einrichtungen ermittelt. Sowohl der Studienfokus hinsichtlich der zu untersuchenden Schmerzart als auch die methodische Herangehensweise zur Erfassung des Schmerzmanagements unterschieden sich in den insgesamt sechs Versorgungssettings. Jede der teilnehmenden Einrichtungen erhielt nach Auswertung der Erst-Evaluationsergebnisse eine Rückmeldung zum erfassten Schmerzmanagement, so dass darauf aufbauend entsprechende Interventionsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden konnten.

Allgemein bestätigten die Ergebnisse die Notwendigkeit für eine verbesserte interprofessionelle Zusammenarbeit. So erwies sich die Kommunikation zwischen den Berufsgruppen in vielen der untersuchten Einrichtungen als große Herausforderung.

Weitere Informationen zum Ablauf und zu den Ergebnissen des Forschungsprojekts erhalten Sie bei Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink (juergen.osterbrink@pmu.ac.at).



Das "Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster" wurde 2013 in Deutschland mit dem "Zukunftspreis wegweisende Initiativen und Projekte" ausgezeichnet. Projektleiter Jürgen Osterbrink nahm die Ehrung stellvertretend für sein Team entgegen. Foto: vdek