Gipfelgespräch zum Thema "Kinder- und Jugendgesundheit 2030"

20.07.2021

ExpertInnen trafen sich zu einem Gipfelgespräch am Fuße der Rax und referierten zum Thema „Kinder- und Jugendgesundheit 2030“: Wolfgang Sperl, Rektor der PMU, widmete seine Keynote gemeinsam mit Peter Grieshofer, dem ärztlichen Leiter der Kinderreha Judendorf-Straßengel, Schwierigkeiten in der Kinder- und Jugend-Reha. Es seien in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte erzielt worden, Optimierungsbedarf bestehe aber dennoch. Dringlichstes Problem sei der rechtliche Rahmen für Begleitpersonen erkrankter Kinder (z.B. Freistellung von der Arbeit, finanzielle Absicherung während eines wochenlangen Reha-Aufenthaltes). Für die Nachsorge seien jetzt Bund und Länder gefordert, klare, einheitliche Regelungen zu erarbeiten. Ein strikter Zeitplan soll aufgestellt werden, Ziele möglichst vor 2030 erreicht werden.

Gefordert ist unser Gesundheitssystem künftig auch bei der Sicherstellung der Grundversorgung in der Kinder- und Jugendheilkunde: Die kassenärztliche Versorgung gerate zunehmend unter Druck, so Daniela Karall, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder und Jugendheilkunde. 2019 waren in Österreich im Schnitt zwölf Prozent der Planstellen für KinderärztInnen unbesetzt, bestimmte Regionen sind besondere Sorgenkinder. Lösungsansätze liegen auch hier im Anbieten neuer Modelle für die Zusammenarbeit in Kassenpraxen. Grund zur Sorge gibt es neben den Nachwirkungen der Corona-Pandemie auch im Bereich Gesundheitskompetenz bei Kindern und Jugendlichen, wo Österreich schlecht abschneidet. Die ArbeitsgruppenteilnehmerInnen sprachen sich einstimmig für ein Schulfach Gesundheitskompetenz aus.

Impulsgeber waren der Förderverein „Kinder- und Jugendlichenrehabilitation in Österreich“ und das Praevenire Gesundheitsforum, die sich in einer neuen Initiative für die Gesundheitsversorgung der Jüngsten in der Bevölkerung einsetzen. Die Essenzen aus dem Gipfelgespräch bilden den Grundstein für weitere Aktivitäten.