Hundert Pain Nurses bei zweitägiger Abschlussveranstaltung an der Paracelsus Universität

30.10.2012

Nach einem dreimonatigen Fernlehrgang kamen die rund hundert Pain Nurses zur zweitägigen Weiterbildungs- und Abschlussveranstaltung an die Paracelsus Universität.

Die künftigen Schmerzexpertinnen und -experten aus den verschiedenen SeneCura-Häusern erhielten ihre Abschlusszertifikate. Im Bild  die Pain Nurses aus Niederösterreich mit Mag. Johannes Wallner von SeneCura und Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink von der Paracelsus Universität.


Am 29. und 30. Oktober 2012 trafen sich rund hundert österreichische Pain Nurses aus verschiedenen Häusern der SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgmbH zu einer Präsenzveranstaltung an der Paracelsus Universität. Die zweitägige Fortbildung diente der abschließenden Vertiefung und Diskussion der Inhalte aus einem dreimonatigen Fernlehrgang und schloss mit der Verleihung der Zertifikate ab. 

Am ersten Veranstaltungstag informierten drei Experten über wichtige themenspezifische Grundlagen: Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink, Leiter des Instituts für Pflegewissenschaft und -praxis,  referierte über elementar-wichtige pflegerische Aspekte eines erfolgreichen multiprofessionellen Schmerzmanagements. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, Vorstand der Salzburger Universitätsklinik für Geriatrie, beleuchtete den Schmerz und die medikamentöse Schmerztherapie bei geriatrischen Patienten. Univ.-Prof. Hans-Joachim Hannich  vom Institut für Medizinische Psychologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ergänzte die medizinische-geriatrische Thematik mit wichtigen psychologischen Aspekten der Schmerzsituation bei alten Menschen. Am zweiten Tag folgten eine Reihe von Workshops, beispielsweise zu Salutogenese & Schmerzverständnis, Beratung & Schulung, Schmerzmanagement und Therapien.

Während ihrer dreimonatigen Ausbildung hatten die zukünftigen Schmerzexpertinnen und -experten bereits wichtige Inhalte zu Schmerzmanagement bei alten Menschen, Physiologie des Schmerzes, pharmakologischen Grundlagen, nicht-medikamentösen Therapieformen, Schmerzmessung und -dokumentation,  Tumorschmerztherapie sowie zur Beratung und Schulung von Patienten und Angehörigen erfahren. Die vom Klinikum Nürnberg in Kooperation mit dem Institut für Pflegewissenschaft und -praxis durchgeführte Qualifizierungsmaßnahme hat  bereits fast 5.000 Absolventen und Absolventinnen hervorgebracht und entspricht den Anforderungen des österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG) lt. § 63.

Die Ausbildung und der Einsatz von Pain Nurses ist Teil des Gesamtkonzepts der OSiA-Studie, einer Untersuchung zur Optimierung des Schmerzmanagements in Altenheimen. Diese wird seit Sommer 2011  vom Institut für Pflegewissenschaft und -praxis an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg in Kooperation mit der SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgmbH Wien durchgeführt. Mit einer Intervention zur Verbesserung der Schmerzsituation durch ein gezieltes pflegerisches, multiprofessionell abgestimmtes Schmerzmanagement in den Piloteinrichtungen wurde bereits begonnen.

Die ersten Datenerhebungen zur Analyse der Ist-Situation sind abgeschlossen. Ausgewertet werden aktuell nun die Daten zur Schmerzprävalenz bei kognitiv leistungsfähigen und kognitiv beeinträchtigten Bewohnern,  sowie  des  weiteren Daten zum Schmerzmanagement aus der Befragung der Pflegenden. Erste Ergebnisse bestätigen, wie wichtig diese Interventionsstudie zur Optimierung der Schmerzsituation von alten Menschen in Altenpflegeheimen ist. Es zeigt sich, dass eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen in den ausgewählten Pflegeeinrichtungen unter chronischen Schmerzen leiden.

Die Arbeit am OSiA-Projekt geht unterdessen weiter. Das wissenschaftliche Team wird insbesondere mit der Datenauswertung und Vorbereitung der zweiten Erhebung – Evaluierung der Interventionen zur Optimierung des Schmerzmanagements – im Sommer nächsten Jahres beschäftigt sein.

Mag. Johannes Wallner, Operativer Direktor der SeneCura, mit Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink (hinten v.l.n.r.) und den Mitarbeitern des Instituts für Pflegewissenschaft und -praxis Andrea Artauf, Martina Steiner, BA, Dipl.-Pflegewirtin Maria Magdalena Schreier und Mag. Ulrike Stering (vorne v.l.n.r.).