Institutsvorstand Aigner mit Forschungsarbeit im „Nature“

23.09.2011

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Nature“ wurde ein Artikel über die Arbeit des Instituts für Molekulare Regenerative Medizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität mit dem Titel: "The ageing systemic milieu negatively regulates neurogenesis and cognitive function" gedruckt.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Gehirnleistung sowie die Neubildung von Nervenzellen aus Gehirnstammzellen und damit auch die Gehirnregeneration deutlich ab. Dafür wurden nun erstmals Eiweißstoffe des Blutes identifiziert und verantwortlich gemacht. Unter der Leitung von Prof. Dr. Tony Wyss-Coray, Stanford Universität in Kalifornien, und der Mitarbeit von Doz. Dr. Sebastien Couillard-Despres und Prof. Dr. Ludwig Aigner (Paracelsus  Universität) wurde jungen Mäusen das Blut alter Mäuse verabreicht. Dies führte dazu, dass die jungen Gehirne frühzeitig gealtert sind. Auf der Suche nach den Ursachen für diese Veränderungen stießen die Wissenschaftler auf Eiweißstoffe im Blut, sog. Chemokine, und dabei insbesondere auf Eotaxin. Dieses Chemokin ist ein bekannter Signalstoff aus der Allergie- und Asthmaforschung und wurde bislang in keinster Weise mit dem Gehirn oder mit Gehirnalterung in Verbindung gebracht. In der Tat konnten die Wissenschaftler aber klar zeigen, dass eine Verabreichung von Eotaxin den Alterungsprozess in den Mäusehirnen beschleunigt. In den nächsten Schritten soll geklärt werden, ob die Hemmung von Eotaxin die Gehirnalterung verzögert oder blockiert.

Die Studie eröffnet vielversprechende Perspektiven der zukünftigen Behandlung von altersbedingten neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz und Alzheimer. Es gibt aus der Allergieforschung bereits Hemmstoffe für Eotaxin, die sich derzeit in der klinischen Erprobung befinden.

In enger Zusammenarbeit mit Tony Wyss-Coray wird an der Paracelsus Universität die Neubildung von Stamm- und Nervenzellen im Gehirn, insbesondere bei Alterungsprozessen, erforscht. Sebastien Couillard-Despres und Ludwig Aigner aus dem Institut für Molekulare Regenerative Medizin haben dafür fluoreszierende Mäuse geschaffen, bei denen jede neu generierte Nervenzelle aufleuchtet. Damit kann die Neurogenese mit Bildgebenden Verfahren direkt an der lebenden Maus untersucht werden.


Bild: Prof. Dr. Ludwig Aigner (Vorstand, Institut für Molekulare Regenerative Medizin)