"JAM19" an der Paracelsus Universität in Salzburg: Die Begeisterung für die Allgemeinmedizin lebt!

23.10.2019


Mehr als 115 Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung, aus der Praxis und Medizinstudierende aus ganz Österreich trafen sich am Wochenende vom 18. bis 20. Oktober 2019 an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg zum "Junge Allgemeinmedizin Kongress 2019" (JAM19). Die Veranstaltung war damit schon im Vorfeld ausgebucht. In Zeiten, wo in den Medien meistens von einem Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten die Rede ist, zeigte diese Veranstaltung, dass die Allgemeinmedizin für Jungmediziner/innen sehr wohl attraktiv sein kann. Wenn das Angebot stimmt.

Die Veranstaltung fand unter tatkräftiger Unterstützung des Instituts für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin der Paracelsus Universität statt. Institutsvorständin und Gastgeberin Univ.-Prof.in Dr.in Maria Flamm blickte in ihrer Eröffnungsrede auf die Anfänge des Kongresses zurück, der vor fünf Jahren seine Premiere ebenfalls an der PMU in Salzburg gefeiert hatte: "Es ist wunderbar, wie sich dieses Projekt in den letzten Jahren entwickelt hat, man spürt die unglaublich positive Atmosphäre hier. Es freut mich sehr, dass wir als Institut hier unseren Teil dazu beitragen können, dies möglich zu machen."

Im Bild v.l.n.r.: Moderator Dr. Johannes Oswald, Institutsvorständin Prof. Maria Flamm, Landeshauptmann-Stv. Dr. Christian Stöckl und Dr. Sebastian Huter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin sowie Obmann des Vereins Junge Allgemeinmedizin Österreich (JAMÖ).

Ehrengast Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl hob im Rahmen seiner Begrüßung die Bedeutung der Allgemeinmedizin für das Gesundheitssystem hervor und strich auch die vielen Maßnahmen heraus, die im Land Salzburg bereits für dieses Fach umgesetzt werden. Der Obmann der Salzburger Gebietskrankenkasse, Thom Kinberger, betonte die wichtige Zusammenarbeit zwischen Ärzten/innen und Sozialversicherung. Über den gesamten Kongressverlauf zeigte sich die hohe Motivation und Begeisterung der teilnehmenden Jungmediziner/innen auch in der regen Beteiligung an den Workshops und Diskussionen. Inhaltlich war das Angebot breit aufgestellt. So wurde die Initiative "Gemeinsam gut Entscheiden – Choosing wisely Österreich" vorgestellt, in der die Fachgesellschaften für Allgemeinmedizin und für Geriatrie Empfehlungen und Erläuterungen zur Vermeidung häufig vorkommender Überdiagnostik und Übertherapie abgeben.

Die Journalistin Ingrid Brodnig diskutierte mit der Kinder- und Hausärztin Dr. Anita Mang im Rahmen einer Podiumsdiskussion den Umgang mit Impfskeptizismus. Praktische Workshops zu den wichtigen Themen Point-of-care-Ultraschall oder Diabetes waren besonders gefragt. Daneben waren die vielfältigen Aspekte und aktuellen Herausforderungen der Hausarztmedizin, wie etwa die neuen Formen der Zusammenarbeit in Gemeinschafts- und Gruppenpraxen, Thema. Ein wesentlicher Diskussionspunkt war auch die dringend notwendige Verbesserung der Ausbildungsqualität zukünftiger Hausärztinnen und Hausärzte, bevorzugt im Rahmen der Einführung einer Facharztausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Dies ist auch eine der Hauptforderungen der Jungen Allgemeinmedizin Österreich (JAMÖ), die den Kongress veranstaltet.