Kerscher-Stiftungen unterstützen Bürgersaal und Forschungsprojekt an der Paracelsus Universität in Nürnberg

23.11.2016

Bürgersaal für Lehre und Veranstaltungen

Das Klinikum Nürnberg und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Nürnberg haben am 21. November 2016 im Rahmen einer Akademischen Feier den neuen Bürgersaal der Kerscher-Stiftungen eröffnet. Der Saal wird sowohl für Vorlesungen der Paracelsus Universität und interne Fortbildungen des Klinikums als auch für anderweitige Aktivitäten mit sozialem bzw. gemeinnützigem Hintergrund genutzt, z.B. Informationsveranstaltungen für interessierte Bürger zu medizinischen Themen. Die Zuwendung der Bürgerstiftung Kerscher beläuft sich auf 150.000 Euro.


Eröffnung des neuen Bürgersaals der Kerscher-Stiftungen im neuen Gebäude im Klinikum Nürnberg Nord: im Vordergrund die Studierenden Pia Wiehofsky und Sanzio Dimai mit Vizerektor Wolfgang Söllner, David Goliath Brühl und Axel Müller, Vorstand der Kerscher-Stiftungen, Oberbürgermeister Ulrich Maly und Günter Niklewski, Ärztlicher Direktor des Klinikums (von links). Foto: Klinikum Nürnberg/Uwe Niklas



Das neue Gebäude mit dem Bürgersaal im Erdgeschoss befindet sich auf dem Gelände des Klinikum Nürnberg Nord, unweit des U-Bahnhofes, der im Frühsommer 2017 eröffnet wird. Der zweistöckige Anbau mit Veranstaltungsräumen gehört zum neu sanierten Gebäude des Pathologischen Instituts, in dem jetzt auch der Sektionssaal des Anatomischen Instituts der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität untergebracht ist.

"Wir freuen uns, zusammen mit dem Klinikum Nürnberg einen Ort für Veranstaltungen rund um das Thema Gesundheit zu fördern", sagte David Goliath Brühl, Vorstand der Bürgerstiftung Kerscher, bei der Feier. Und ergänzte: "Das klare Profil der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität hat uns überzeugt, wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit."

Die Universität geht mittlerweile ins dritte Jahr: Bereits 150 Studierende – also drei Jahrgänge – absolvieren derzeit das Studium der Humanmedizin. "Die Paracelsus Universität in Nürnberg wächst und gedeiht", freut sich Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Söllner. Das neue Gebäude sei deshalb ein weiterer Meilenstein. Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, gratulierte zu der Einweihung und zu den Fortschritten der PMU, die es schaffe, neue Wege zu beschreiten und ein modernes, patientenorientiertes Medizinstudium anzubieten: "Damit leisten das Klinikum Nürnberg und die Paracelsus Universität einen wertvollen Beitrag zur Nachwuchspflege und zur Weiterentwicklung der Region", sagte Maly.

Forschungsstipendium der Kerscher´schen Stiftung

Diabetiker leiden besonders oft an Gelenkverschleiß, ihr Risiko ist etwa doppelt so hoch. Patienten mit so genanntem Alters- oder Typ-2-Diabetes erhalten viermal häufiger ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk.

Eine Arbeitsgruppe im Institut für Anatomie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg untersucht, welche Faktoren bei Diabetikern zur Zerstörung des Gelenks beitragen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Konzentration von Interleukin-10, einem Stoff, der Entzündungen hemmt, bei ihnen niedriger ist. Ein Forschungsstipendium der Kerscher’schen Stiftung in Höhe von 15.000 Euro unterstützt die Forschungsarbeiten im Nürnberger Institut. Sie sollen nicht nur den Mechanismus der Arthrose-Entstehung bei Diabetes klären, sondern auch Ansatzpunkte für mögliche Therapien finden.

Im Bild: Gundula Schulze-Tanzil, Leiterin des Instituts für Anatomie in Nürnberg, nahm das Forschungsstipendium der Kerscher’schen Stiftung entgegen, Martin Wilhelm (links), Vizedekan Forschung der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg, und Axel Müller (Bildmitte), Vorstand der Kerscher’schen Stiftung, überreichten die Urkunde.
Foto: Klinikum Nürnberg/Uwe Niklas

"Diese Kerscher’sche Stiftung wurde für die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege gegründet. Das Forschungsprojekt am Anatomischen Institut der Paracelsus Universität hat uns überzeugt", erklärte David Goliath Brühl, Vorstand der Kerscher’schen Stiftung bei einer Pressekonferenz am 21. November in Nürnberg. "Gleichzeitig freuen wir uns darüber, dass wir damit die Medizinforschung an der jungen Paracelsus Universität in Nürnberg unterstützen können."

Univ.-Prof. Dr. Gundula Schulze-Tanzil, Leiterin des Instituts für Anatomie am Standort Nürnberg, nahm das Stipendium stellvertretend für ihren wissenschaftlichen Mitarbeiter Sandeep Silawal entgegen, der zurzeit in seiner Heimat Nepal weilt. "Diabetes ist eine häufige Volkskrankheit. Wir sind dankbar, dass wir nun diesen wichtigen Aspekt der Arthrose-Entstehung mit Hilfe des Stipendiums bearbeiten können", erklärte sie.

Bei der Arthrose wird der schützende Gelenkknorpel geschädigt; jegliche Bewegung kann zur Qual werden. Die Erkrankung entsteht häufig bei Übergewicht; Diabetes ist jedoch ein unabhängiger Risikofaktor. Arthrose ist zudem eine komplexe Erkrankung und betrifft nicht nur den Gelenkknorpel; auch andere Teile des Gelenks können chronisch entzündet sein. Fallen die körpereigenen knorpelprotektiven Substanzen wie Interleukin-10 aus, die diese Entzündungen unterdrücken, so schreitet die Erkrankung voran.

"In unserem Labor beschäftigen wir uns seit vielen Jahren mit diesen Mechanismen und haben Modelle mit Knorpelzellkulturen entwickelt", berichtet Prof. Schulze-Tanzil. Nun werden die Nürnberger Wissenschafter untersuchen, wie sich ein erhöhter Blutzucker und andere Stoffwechselveränderungen durch Diabetes auf die Korpelzellen auswirken. Ein nächster Schritt wäre u.a. die Untersuchung von Gelenkmaterial, das Diabetikern beim Kniegelenkersatz entnommen wird.