Medizinstudenten werden Rettungssanitäter des Roten Kreuzes

28.04.2012


Stellten das Ausbildungsprojekt in einer Pressekonferenz vor (v.l.n.r. im Vordergrund): Univ.-Prof. Dr. Klaus Albegger (Programmdirektor Humanmedizin der PMU), Ausbildungsarzt Dr. Alexander Franz, Rektor Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Ing. Anton Holzer (Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes) und (v.l.n.r. im Hintergrund) die beiden Medizinstudenten Florian Sperl und Michael Stäuble.


Die Humanmedizinstudierenden der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität stellen ihr Wissen und ihre Freizeit künftig auch in den Dienst der Humanität: Sie können im Anschluss an die verpflichtende 56-stündige Notfallmedizin-Grundlagenvorlesung freiwillig die Ausbildung zum Rettungssanitäter des Roten Kreuzes machen und bei Einsätzen mitfahren. Dieses Angebot erfreut sich inzwischen regen Zuspruchs: 35 aktive Rettungshelfer der Paracelsus Universität machen regelmäßig Dienst beim Roten Kreuz.  „Wir hatten ursprünglich mit einer zeitweiligen Unterstützung durch die PMU-Studierenden gerechnet, doch mittlerweile fahren jeden Samstag 5 bis 15 der angehenden Ärztinnen und Ärzte bei den Einsätzen mit“, freut sich Anton Holzer, Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes Salzburg.

Das Ausbildungsprojekt geht auf die Initiative der zwei Medizinstudenten Michael Stäuble und Florian Sperl zurück. „Wir sind der Meinung, dass die Ausbildung der Medizinstudenten zu handlungskompetenten Notfallmedizinern wichtig ist und dass alle Ärzte – vom Augenarzt bis zum Radiologen – im Notfall imstande sein sollten, kompetent zu handeln“, sagen die beiden Initiatoren. Eine Ausbildung dieser Art fördere außerdem den offenen Umgang von Medizinstudenten mit Patienten, weil sie bereits in den ersten Studienmonaten Kontakt zu ihnen erhielten.


V.l.n.r.: Ausbildungsarzt und Notfallmediziner Dr. Alexander Franz mit den Medizinstudenten und Initiatoren Florian Sperl und Michael Stäuble.


Der intensive Patientenkontakt der Studierenden in eigenverantwortlicher Position erfreut auch Rektor Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch: „Das verstärkt noch den praxisbezogenen Charakter des Humanmedizinstudiums an unserer Universität, der schon mit dem Bedside-teaching im ersten Studienjahr beginnt." Und Resch dankt Prof. Dr. Klaus Albegger, Programmdirektor Humanmedizin der Paracelsus Universität,  dass das Projekt binnen drei bis vier Monaten in den Lehrplan aufgenommen und umgesetzt wurde.

Die gesamte Ausbildung zum Rettungssanitäter umfasst 100 Stunden Theorie und 160 Stunden Praxis – die Notfall-Grundlagenvorlesung wird angerechnet. Eine eigene Organisationseinheit des Roten Kreuzes unter dem Ausbildungsarzt Dr. Alexander Franz kümmert sich um die Studierenden. „Die Medizinstudentinnen und -studenten werden durch die Arbeit im Rettungsdienst zu routinierteren, besser ausgebildeten Ärzten/innen. Zusätzlich lernen sie die Werte und Haltung des Roten Kreuzes kennen, die auch von einem Arzt/einer Ärztin erwartet werden, und trainieren die zwischenmenschliche Komponente“, unterstreicht der Notfallmediziner den Wert der freiwilligen Tätigkeit.

Das Rote Kreuz profitiert durch Gewinn von Mitarbeitern und auch davon, dass die Werte der Organisation gelebt werden. Aufgrund ihrer fortschreitenden Erfahrung und medizinischen Ausbildung lassen studentische Rettungssanitäter ein zunehmend höheres medizinisches Qualitätsniveau erwarten. Die Ausbildung der Studierenden wird aber auch als Investition in die Zukunft betrachtet, da die fertigen Ärzte mit dem Begriff und der Bedeutung „Rotes Kreuz“ durch ihre eigene Erfahrung anders umgehen können.

Für die Paracelsus Universität  ist die Ausbildung der Medizinstudenten im Bereich der Unfall-/Notfall- und Rettungsmediziner ebenso von Vorteil wie die Vermittlung humanitärer und ethischer Werte.  „Die freiwillige Ausbildung beim Roten Kreuz geht aber noch weiter, nämlich zum Kern des ,Arzt-Seins‘: sich in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen, zu helfen und zu heilen ohne Relevanz von Stellung, ethnischer Herkunft oder Geschlecht der Person“, sagt Rektor Herbert Resch.


"Das Ausbildungsprojekt ist eine Win-Win-Situation für Studierende, Rotes Kreuz und Universität", sagen Rektor Resch und Landesrettungskommandant Anton Holzer.