Meilensteine der hoch aktuellen Forschungen wurden im Zuge des Kongresses "Neurobiologie der Psychotherapie" präsentiert.

06.07.2009

Neurobiologie der Psychotherapie
Schwerpunktthema: Beziehung und Komplexität
3.-5. Juli 2009

In der wunderschönen, entspannten Atmosphäre der Großen Aula der Universität Salzburg gelang eine hochinteressante, Disziplinen verbindende Konferenz zum Thema „Neurobiologie der Psychotherapie“. Die Konferenz bezog sich auf die Schwerpunkte „Beziehung und Komplexität“ und versuchte der grundlegenden Gegebenheit gerecht zu werden, dass das Gehirn ein hoch komplexes, nichtlineares System ist, in welchem permanent Selbstorganisationsprozesse ablaufen.

Berichtet wurde unter anderem über den Einsatz bildgebender Verfahren (z.B. funktionelle Magnetresonanztomographie, fMRT) im Bereich der Darstellung von Therapieverläufen. Ein Beispiel dazu lieferte das junge Institut für Synergetik und Psychotherapieforschung der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Kooperation mit der Psychosomatischen Klinik Windach, der Medizinuniversität Wien und der Ludwig-Maximilians-Universität München  mit spannenden Ergebnissen einer fMRT-Studie zur Psychotherapie von Zwangsstörungen (OCD: Obsessive-Compulsive  Disorder). In diesem Bereich der kombinierten neurobiologischen und psychologischen Prozessforschung eröffnet sich derzeit – orientiert an der Theorie der Selbstorganisation komplexer Systeme (Synergetik) – ein  faszinierendes interdisziplinäres Arbeitsfeld. Erstmals wurde in Salzburg die Weiterentwicklung des Synergetischen Navigationssystems und seiner klinisch-therapeutischen Anwendungen präsentiert. Dieses liefert auf psychologischer Seite und komplementär zu den neurowissenschaftlichen Methoden ein detailliertes Abbild psychotherapeutischer Prozesse.

Meilensteine der hoch aktuellen  Forschungen wurden in den Vorträgen von  Wolf Singer (Frankfurt a. M.), Peter Tass (Jülich), Wolfgang Miltner (Jena), Georg Northoff (Magdeburg), Dieter Vaitl (Gießen), Günter Schiepek (Salzburg), Simon Eickhoff (Jülich), Hans Förstl (München), Nils Birbaumer (Tübingen), Andreas Bartels (Tübingen), Josef Aldenhoff (Kiel), Henrik Walter (Bonn), Anna Buchheim (Innsbruck) und Christian Schubert (Innsbruck) einem großen und sehr positiv-interessiert  gestimmten Fachpublikum präsentiert.

Bild: Günter Schiepek (Salzburg), Christian Schubert und Anna Buchheim (Innsbruck), Josef Aldenhoff (Kiel), Wolf Singer (Frankfurt am Main)

Ergänzend dazu wurde den Teilnehmern die  Möglichkeit geboten, sich an täglich 8 parallel gesetzten Workshops in einzelne Themenbereiche zu vertiefen.
Der Nachfolgekongress soll in zwei Jahren wieder im Herzen von Salzburg veranstaltet werden.

Veranstalter:

  • Institut für Synergetik und Psychotherapieforschung de PMU Salzburg
  • Center for Complex Systems, Weinstadt
  • Universitätsinstitut für Medizinische Psychologie, Medizinische Universität Innsbruck
  • Paris-Lodron Universität Salzburg
  • Psychosomatische Klinik, Windach
  • Schattauer Verlag Stuttgart
  • In Kooperation mit der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Academia Scientiarium et Artium Europaea)