"Mein erster Tag als Arzt/Ärztin": OSCE-Prüfung zum Studienabschluss

21.06.2013

Ein aufwändiger Prüfungsparcours mit 14 verschiedenen Stationen testet Wissensstand, Fertigkeiten und Soft Skills der angehenden Ärzte/innen.


Die Medizinstudierenden des fünften Studienjahres müssen bei der OSCE-Prüfung medizinische Kompetenz und Soft Skills unter Beweis stellen.



(Schauspieler-)Patienten wie der verletzte Motorradfahrer müssen professionell behandelt werden: Anamnese, Untersuchungsschritte und Diagnose inklusive.



Wie jedes Jahr gegen Ende des Studienjahres fand auch am 4. Juni 2013 wieder die OSCE-Prüfung (Objective Structured Clinical Exam) für die Studierenden der Humanmedizin statt. Das diesjährige Motto lautete "Mein erster Tag als Arzt/Ärztin". Bei der OSCE-Prüfung durchlaufen die Studierenden des fünften und somit letzten Studienjahres einzeln einen Prüfungsparcours aus verschiedenen Stationen, die jeweils einer bestimmten medizinischen Fachrichtung zugeordnet sind. An jeder Station haben sie acht Minuten Zeit, um die vorgegebene Aufgabe zu bearbeiten und ein kurzes Feedback des Prüfers/der Prüferin zu erhalten. Thematisch geht es um Inhalte aus dem Studium, um häufige oder aufgrund der Dringlichkeit wichtige Krankheitsbilder oder Beratungsanlässe. Das Prüfungsniveau entspricht dabei dem erwarteten Wissensstand und den Fertigkeiten eines Turnusarztes/einer Turnusärztin zu Beginn der Tätigkeit.

"Bleiben Sie während der ganzen Prüfung in Ihrer Rolle als Arzt/Ärztin und verlassen Sie diese Rolle erst wieder am Ende der Prüfung!" wird den Prüfungskandidaten im Vorfeld geraten. (Schauspiel-)Patienten – professionell gebrieft, geschminkt und hergerichtet – mit unterschiedlichen akuten oder chronischen Symptomen verschiedener Intensität bzw. Dringlichkeit warten auf die Prüflinge. So wurden dieses Mal beispielsweise ein verletzter Motorradfahrer samt Motorrad eingesetzt, ein Patient mit schlimm wirkender Beinverletzung und eine Mutter mit Puppenbaby im Kinderwagen. Sie müssen professionell behandelt und beraten werden: Anamnese, Untersuchungsschritte und Diagnose inklusive. Die supervidierenden Ärzte und Ärztinnen beurteilen nicht nur die medizinische Kompetenz, sondern achten auch auf die Soft Skills, den Umgang mit dem Patienten, die Informations- und Kommunikationsschritte, Sensibilität bei den Untersuchungsschritten und spürbare Empathie.

Dieses Mal bestand der Prüfungsparcours aus 14 verschiedenen Stationen, die wie jedes Jahr von den Salzburger Universitätskliniken gestellt wurden: Psychiatrie, Neurochirurgie, Gynäkologie, Pneumologie, Innere Medizin I (Gastroenterologie/Hepatologie), Intensivmedizin/Anästhesiologie, HNO, Dermatologie, Unfallchirurgie, Chirurgie, Kardiologie, Neurologie, Orthopädie/Physikalische Medizin und Kinderchirurgie.


An jeder Station gilt es, eine vorgegebene Aufgabe zu bearbeiten und ein kurzes Feedback des Prüfers/der Prüferin zu erhalten.


Keine Angst: Die Verletzung ist nicht echt, der Patient ein gebriefter und zurecht gemachter Darsteller.