Nationale Anstrengungen für den Lebensbeginn gefordert und neuer Lehrgang "Early Life Care" präsentiert

06.03.2014


Gemeinsames Eintreten für "Frühe Hilfen" (v.l.n.r.): Wolfgang Sperl, Katharina Kruppa, Karl Heinz Brisch, Michaela Luckmann und Klaus Vavrik.


Familien in belasteten Situationen brauchen ein professionelles Unterstützungssystem und Zugang zu frühen Hilfen. In einem Pressegespräch informierten St. Virgil Salzburg, die Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH) und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) über "Frühe Hilfen" als Prävention, um chronische Störungen in sozialer oder gesundheitlicher Sicht zu vermeiden. Es gibt klare Forderungen an die Politik, um flächendeckend übergreifende und multiprofessionelle Strukturen zu schaffen, die derzeit fehlen. Darüber hinaus wurde den Medienvertretern/innen der europaweit einzigartige Universitätslehrgang "Early Life Care" von St. Virgil Salzburg und PMU präsentiert.

Dr. Katharina Kruppa (Kinderärztin und Psychotherapeutin sowie Leiterin der Baby Care Ambulanz und GAIMH-Vorstand), Dr. Klaus Vavrik (Kinderarzt und Psychiater sowie Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit), Doz. Dr. Karl Heinz  Brisch (Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt am Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilian-Universität München und Vorsitzender der GAIMH Deutschland), Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl (Primar der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Salzburg und designierter Präsident der Kinderärzte Österreichs) sowie Mag. Michaela Luckmann (St. Virgil Salzburg, Studiengangsleiterin des Universitätslehrgangs "Early Life Care") standen der Presse zur Verfügung.

Die ersten Jahre eines Kindes sind für seine Entwicklung von entscheidender Bedeutung. In der frühen Kindheit stehen Kinder zwischen zwei Welten – und Eltern vor einer anspruchsvollen Aufgabe, der sie oftmals nur mit Hilfe von außen gewachsen sind. Besonders Familien in belasteten Situationen (zum Beispiel durch Gewalt, Alkohol, Armut, psychisch kranke Eltern …). brauchen professionelle und multiprofessionale Unterstützung, um ihren Kindern in der sensiblen Lebensphase bestmögliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten und Risikobelastungen sowie Probleme überwinden zu können. Zwar mache Armut großen Druck, aber alle Schichten seien von Problemen betroffen und bräuchten Hilfe, sind sich die Experten/innen im Pressegespräch einig. Auch, dass die Probleme mehr werden, sei eine Tatsache: So gibt es zum Beispiel bei psychischen Auffälligkeiten der Kinder einen starken Anstieg und die Zahlen werden noch steigen. Vieles ist auf Belastungssituationen in der frühen Kindheit zurückzuführen. Die Gesellschaft sei mitverantwortlich, um frühe Hilfen zu implementieren – nicht als Kontrollorgan der Eltern, sondern als Unterstützung für diese.



In der frühen Kindheit stehen Kinder zwischen zwei Welten – und Eltern vor einer anspruchsvollen Aufgabe, der sie oftmals nur mit Hilfe von außen gewachsen sind. Foto: Fotolia


Deshalb brauche es:

  • Übergreifende und flächendeckende aufsuchende Hilfen, die bei Belastungssituationen in der frühen Kindheit unterstützen
  • Effiziente Nutzung der bestehenden Strukturen und die Implementierung eines Regelsystems
  • Vernetzen der bestehenden Einrichtungen und Verbinden der Praxis mit der Forschung
  • Gute Vernetzung, Multidisziplinarität und Qualitätssicherung für Menschen, die frühe Hilfen anbieten
  • Passgenaue Hilfen nach dem Erstkontakt und eine passgenaue Dauer und Frequenz in der Betreuung
  • Kontinuität in der Betreuung und ein Vertrauensverhältnis zu den betreuenden Personen ("Wirkfaktor Beziehung")
  • Prävention durch frühe Hilfen schon in der Schwangerschaft
  • Eine zentrale Stelle, welche die bestehenden Beratungsstellen und deren Aktivitäten koordiniert

Der europaweit einzigartige, neue Universitätslehrgang "Early Life Care" von St. Virgil Salzburg und Paracelsus Medizinischer Privatuniversität bietet eine hochkarätige Weiterbildung für alle Personen, die im System frühe Hilfen involviert sind, für all jene, die Familien früh begleiten. Der Lehrgang will Gemeinsamkeiten für alle beteiligten Professionen entwickeln, damit es wenig Reibungsverluste zwischen den Disziplinen gibt. In diesem berufsbegleitenden transdisziplinären Lehrgang mit neuen Perspektiven und Inhalten können alle Berufsgruppen, die mit den Lebensereignissen "Schwangerschaft", "Geburt", "Eltern werden" und "1. Lebensjahr" befasst sind, miteinander und voneinander lernen. Auf der wissenschaftlichen Ebene stärkt der Universitätslehrgang den interdisziplinären Austausch und unterstützt den Theorie-Praxis-Transfer. Auf der berufspraktischen Ebene erwerben die Studierenden Kompetenzen zur Qualitätsentwicklung und -sicherung in ihren Handlungsbereichen. Nähere Informationen: http://www.earlylifecare.at