Neues aus dem Uniklinikum Salzburg: Hohe Ehrung für Felix Sedlmayr und neues Expertisezentrum

12.06.2019

Hohe Auszeichnung der Republik Österreich für Felix Sedlmayr

Prof. Felix Sedlmayer, Vorstand der Universitätsklinik für Radiotherapie und Radio-Onkologie Salzburg, wurde in einem Festakt in der Salzburger Residenz Ende Mai mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse geehrt. Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer und Landtagspräsidentin Dr.  Brigitta Pallauf überreichten ihm die Auszeichnung.

Als langjähriger Vizerektor war Sedlmayer maßgeblich am Aufbau der Paracelsus Universität beteiligt, als Mitglied des PMU-Stiftungsrates und Leiter des universitätseigenen Instituts für Technologieentwicklung in der Strahlentherapie – radART wirkt er nach wie vor gestaltend an der Universität mit. Wir gratulieren herzlich und freuen uns mit ihm über die hohe Ehrung!

Foto: Land Salzburg/Neumayr



Neues Expertisezentrum für Fehlbildungen im Gesichtsbereich

Die Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Salzburg ist seit rund 20 Jahren auf die Versorgung von Patienten mit angeborenen Fehlbildungen des Gesichts, also Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und weiteren schweren Fehlbildungen des Kopfbereichs, spezialisiert. Nun wurde ihr vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz der Titel "Expertisezentrum" anerkannt. Es ist Österreichs erstes Expertisezentrum für Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und kraniofaziale Anomalien.

Im Bild von links: Alexander Gaggl (Vorstand Uniklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie), Jürgen Koehler (Ärztlicher Direktor Uniklinikum Salzburg), Peter Schachner (Oberarzt Uniklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie), SALK-Geschäftsführer Paul Sungler und Gesundheits- und Spitalsreferent Christian Stöckl.

Die international anerkannte mikrochirurgisch-rekonstruktive Expertise war schon bisher bis weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. So werden Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie allumfassend und interdisziplinär betreut – in Zusammenarbeit mit Anästhesiologie und Intensivmedizin, Augenheilkunde, HNO-Heilkunde und Phoniatrie, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Logopädie, Neurochirurgie, Pränataldiagnostik, Psychologie und Radiologie. "Klinisch begleitende Forschung und Lehre mit interdisziplinärem Ansatz sowie der internationale Austausch mit anderen Zentren dienen ebenso einer Qualitätssteigerung", erklärt Priv.- Doz. Dr. Paul Sungler, SALK-Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH.

"Ziel unserer Behandlung ist es, den Patienten die uneingeschränkte Teilnahme am täglichen Leben zu ermöglichen. Zuerst geht es häufig um die Sicherung von vitalen Funktionen wie Atmung und Ernährung und in weiterer Folge um die ungestörte sprachliche Entwicklung und Nahrungsaufnahme", erzählt  Klinikvorstand Univ.-Prof. DDr. Alexander Gaggl. Bleiben derartige angeborene Anomalien unbehandelt oder werden nicht bestmöglich korrigiert, können sie zu kognitiven Beeinträchtigungen und zur Ausgrenzung der Betroffenen aus dem sozialen Leben führen.

Ebenfalls an der MKG-Chirurgie angesiedelt ist das Interdisziplinäre Zentrum für rekonstruktive Chirurgie (ZRC). Beispielsweise nach Turmorentfernungen werden hier Defekte mit körpereigenem Gewebe rekonstruiert, neben Knochen oder Gewebe auch Gefäße etwa aus Wadenbein oder Oberarm entnommen und unter dem Mikroskop wieder "angeschlossen". Der Einsatz dieses mikrochirurgischen Repertoires von Prof. Gaggl kann durchaus als ein Meilenstein in der Entwicklung der Fehlbildungschirurgie im Kopf- und Gesichtsbereich gesehen werden. Dadurch wurden in Salzburg völlig neu entwickelte Verfahrenstechniken in der Behandlung von angeborenen Anomalien im Kopf- und Gesichtsbereich eröffnet.

Foto: SALK/wildbild