Internationaler Hauptpreis für Wissenschaft und Forschung des Kulturfonds der Stadt Salzburg

30.11.2016

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden überreichte am 29. November 2016 die Kulturfondspreise der Stadt Salzburg für außergewöhnliche Leistungen auf den Gebieten der Kunst und Wissenschaft. Der Internationale Hauptpreis für Wissenschaft und Forschung ging an Monika Killer-Oberpfalzer. Die Neurochirurgin forscht, lehrt und arbeitet an der Christian-Doppler-Klinik/Universitätsklinikum Salzburg und an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg, wo sie das Institut für Neurointervention leitet.

"Der ausgezeichnete Ruf Salzburgs im Bereich der interventionellen Schlaganfalltherapie und insbesondere der Wissensweitergabe in diesem Bereich gründet auf den Leistungen Frau Prof. Killers", sagte Univ.-Prof. Dr. Gerd Rasp, Primar der Universitätsklinik für HNO und Forschungsdekan der Paracelsus Universität.

Im Bild von v.l.n.r.: Mag. Silke Weineck (Leiterin des Forschungsbüros der PMU), DI Dr. Stephan Oberpfalzer, Preisträgerin Prof. Monika Killer-Oberpfalzer und Prof. Gerd Rasp (Forschungsdekan der PMU). Foto: Kulturfonds der Stadt Salzburg/wildbild

Monika Killer-Oberpfalzer entwickelte seit 2005 die endovaskuläre Schlaganfalltherapie mittels Mikrokatheter und mechanischer Entfernung des Blutgerinnsels an der Christian-Doppler-Klinik mit Unterstützung Prof. Gunther Ladurners, des damaligen Ärztlichen Direktors der Christian-Doppler-Klinik. Als erstes Zentrum in Europa wurde der Merci-Retriever bei den Schlaganfallpatienten in Salzburg eingesetzt. In weitere Folge wurden die gesamte Logistik des schnellen Patiententransportes an die Klinik mit den Rettungsorganisationen und Zuweisern sowie die nötigen internen Abläufe an der Klinik entwickelt und standardisiert.

Im Laufe der Jahre bildete sie zahlreiche Ärzte in diesen Techniken aus und etablierte ein freiwilliges 7x24-Bereitschaftssystem für interventionelle Schlaganfalltherapie. Salzburg war das erste Zentrum in Österreich, das eine 7x24- Abdeckung 365 Tage im Jahr für die Patienten anbieten konnte. Durch sie entwickelte sich Salzburg zu einem Ausbildungszentrum für Neurointerventionalisten mit internationaler Strahlkraft. Fellows aus allen Teilen Europas und den USA wurden ebenso von ihr ausgebildet wie Kollegen aus Australien sowie Asien, die eigens zu ihren Ausbildungskursen nach Salzburg geholt werden konnten. Die intensive wissenschaftliche Tätigkeit zum Thema Schlaganfalltherapie, aber auch die Auseinandersetzung mit allen anderen Gefäßerkrankungen des Gehirns holte die Medizinerin zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen nach Salzburg. Davon profitierten insbesondere auch die hier tätigen jungen Ärzte.

Ausschließlich über Drittmittel konnte 2011 ein Forschungsinstitut für Neurointervention unter Leitung von Monika Killer-Oberpfalzer an der Paracelsus Universität aufgebaut werden, das in Europa führend ist. Salzburg ist dadurch auch Koordinierungsstelle für ein europäisches Patientenregister für eine spezielle Stentbehandlung beim Gehirnaneurysma geworden.