PMU und MED-EL kooperieren bei klinischer Studie zur verbesserten Einheilung von Hörimplantaten

05.10.2020

Das österreichische Unternehmen MED-EL, führender Hersteller von innovativen implantierbaren Hörlösungen, und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg (PMU) haben eine Vereinbarung zur Forschungskooperation unterzeichnet.

Die pharmazeutische GMP (Good Manufacturing Practice) Herstellungseinheit des Zentrums für Querschnitt- und Geweberegeneration (SCI-TReCS) der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg (PMU) und das österreichische Medizintechnikunternehmen MED-EL Elektromedizinische Geräte Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Innsbruck kooperieren künftig in der klinischen Erforschung der Wirksamkeit von nanovesikulären Therapeutika in kontrollierten klinischen Studien.

Im Bild v.l.n.r.: Ingeborg Hochmair (MED-EL), Wolfgang Sperl (PMU und Michael Nake (PMU).

Ziel der ersten gemeinsamen klinischen Studie, die in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) durchgeführt wird, ist die Untersuchung der Sicherheit (und Verträglichkeit) von Nanovesikeln aus menschlichen Nabelschnur-Stammzellen. Diese haben die Fähigkeit zur Unterdrückung von Narbenbildung und entzündlichen Prozessen und sollen dadurch die Einheilung und Leistung von Cochlea-Implantaten verbessern.

MED-EL wird in den kommenden zwei Jahren mehr als 1,8 Millionen Euro in die gemeinsame Entwicklung investieren. Die Unterzeichnung der Verträge am Stammsitz des Unternehmens in Innsbruck erfolgte durch Prof. Dr. Wolfgang Sperl (Rektor PMU), Dr. Michael Nake (Kanzler PMU), Prof. Dr. Eva Rohde (Direktorin der GMP-Einheit) und Dr. Ingeborg Hochmair (Gründerin und Geschäftsführerin von MED-EL).


Hintergrund PMU und "Nanovesikuläre Therapien":

Die Forschung zum Thema "Nanovesikuläre Therapien" ist einer der Schwerpunkte im Bereich der Life Sciences in Salzburg. Seit vier Jahren unterhält die Paracelsus Medizinische Privatuniversität das in der GMP-Einheit angesiedelte Forschungsprogramm "Nanovesikuläre Therapien". Das Transferzentrum für Extracellular Vesicles Theralytic Technologies (EV-TT) an der PMU gemeinsam mit der Paris Lodron Universität ist ein Leitprojekt der Wissenschafts- und Innovationsstrategie (WISS 2025) des Landes Salzburg und wird vom Land und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, Investitionen in Wachstum und Beschäftigung (IWB/EFRE) gefördert.


Hintergrund MED-EL:

MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm.

Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2200 Personen aus ca. 75 Nationen in 33 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in 124 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, Elektrisch-Akustisches-Stimulationssystem , Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte.

MED-EL investiert rund 20 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung seiner Hörlösungen. Die erfolgreichen Innovationen basieren auf der engen interdisziplinären Zusammenarbeit von hochqualifizierten Forschern und Entwicklern (Engineering, Software, Physik, Chemie, Medizin etc.).