Pressekonferenz "10 Jahre Paracelsus Universität" in Wien

27.02.2013

Wissenschaftsminister Töchterle stand den Journalisten gemeinsam mit Rektor Resch, Kanzler Nake und Anthony Windebank Rede und Antwort.


Pressekonferenz zu "10 Jahren Paracelsus Medizinische Privatuniversität" in Wien: Kanzler Michael Nake, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, Rektor Herbert Resch und Anthony Windebank von der Mayo Medical School (v.l.n.r.) standen Rede und Antwort.



Am 29. Jänner 2013, einen Tag vor der großen Jubiläumsfeier in der Residenz, fand in Wien eine Pressekonferenz zu "10 Jahren Paracelsus Medizinische Privatuniversität" statt. Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle, Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, PMU-Rektor Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, PMU-Kanzler Dr. Michael Nake und Dr. Anthony Windebank, Ex-Rektor des wichtigen Kooperationspartners Mayo Medical School (Minnesota/USA), standen im Palais Harrach der Presse als Gesprächspartner zur Verfügung.

Der Wissenschaftsminister betonte einleitend die Wichtigkeit der Privatuniversitäten, die sich in ihrer noch relativ jungen Geschichte zu einem wichtigen Sektor der österreichischen Hochschullandschaft entwickelt hätten. "Das gilt insbesondere auch für die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg, die mit ihrem qualitativ hochwertigen Angebot Studierenden exzellente Lehre und Forschung bietet", erklärte Töchterle. Auch bezüglich der privaten Finanzierung, die für Privatuniversitäten charakteristisch ist, sei die Paracelsus Universität vorbildlich, etwa auf die Studienbeiträge und die außergewöhnliche Unterstützung durch Red Bull und Dietrich Mateschitz bezogen. Schon bei seinem Besuch an der PMU im Jänner 2012 hatte sich der Minister von der "Qualität der Studiengänge, den  bemerkenswerten Forschungsleistungen in den Jahren seit Gründung der Uni sowie von der gesamten Organisation im Blickwinkel eines kleinen Jahresbudgets" beeindruckt gezeigt.

"Das in Österreich bislang einzigartige Modell einer medizinischen Privatuniversität hat sich als  erfolgreich erwiesen, wenn auch der Anfang und die ersten Jahre ein steiniger Weg waren", erläuterte im Anschluss Herbert Resch, Rektor der Paracelsus Universität. Es habe große Skepsis ob des Gelingens gegeben, selbst in den eigenen Reihen – und man solle nicht vergessen, dass man in Salzburg ursprünglich eine öffentliche Medizinische Fakultät wollte. Er verwies auf die neuen Wege, welche die PMU seit ihrer Gründung eingeschlagen habe, unter anderem auf die geringe Studierendenzahl pro Jahrgang, die intensive und persönliche Betreuung und die kürzere Studiendauer von fünf Jahren. Neben dem modernen Curriculum, ergänzt durch das verpflichtende Forschungstrimester im vierten Studienjahr und 37 Wochen klinisches Praktikum im fünften Studienjahr, sei auch die exzellente Forschung und die große Steigerung des Forschungsoutputs in den vergangenen Jahren bemerkenswert.


Herbert Resch (li.) und Anthony Windebank sprachen unter anderem über die langjährige Partnerschaft von PMU und Mayo Medical School.



Als wichtiger Partner und Wegbegleiter seit der Gründung der Paracelsus Universität war Anthony Windebank von der Mayo Medical School aus den USA zur Pressekonferenz angereist. Das besondere Ausbildungskonzept der Mayo Medical School galt der Paracelsus Universität seit ihrer Gründung als Vorbild für die Entwicklung des Curriculums und der Lehrmaterialien. "Schon bei meinem ersten Gespräch mit Rektor Resch war mir klar, dass hier jemand entschlossen ist, etwas Neuartiges und Wertvolles für Österreich und Europa hervorzubringen", erinnerte sich Ex-Rektor der Mayo Medical School. "Das ist der Grund, warum unser Leitungsteam – trotz Dutzender Anfragen täglich – eine Partnerschaft mit der PMU zur Gründung einer medizinischen Privatuniversität in Europa einging." Windebank lobte die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Ausbildungsstätten – und besonders auch die PMU-Studierenden, die jedes Jahr zum Forschungstrimester an die Mayo Clinic kommen. "Die Mitglieder unseres Lehrkörpers bewerten die mehr als 80 PMU-Studierenden, die bisher nach Rochester kamen, zu über 90 Prozent als gleich gut oder sogar besser als die Mayo-Studierenden."

Kanzler Dr. Michael Nake gab einen Überblick über die Finanzierung der Universität, die überwiegend aus privaten Mitteln besteht. Den größten Anteil nehmen mit 28 Prozent die Forschungseinnahmen ein: insbesondere Drittmitteleinnahmen, aber auch die Finanzierung des eigenen kompetitiven Forschungsfonds in der Höhe von 1 Mio. Euro jährlich. Studiengebühren aus Humanmedizin und Pflegewissenschaften sowie Kursbeiträge im Rahmen der universitären Weiterbildung machen in Summe 26 Prozent aus. Die öffentlichen Fördermittel – Landesmittel und im geringeren Ausmaß Mittel der Stadt Salzburg und der Salzburger Gemeinden – im Ausmaß von 19 Prozent sind für die Basisfinanzierung der Universität von großer Bedeutung. Ebenso die Einnahmen durch Fundraising: In allen Jahren konnten annähernd 100 Mio. Euro durch die großzügige Unterstützung vieler Förderer und Mäzene erreicht werden. Auch die jüngste Großspende über 70 Millionen Euro der langjährigen Förderer Red Bull und Dietrich Mateschitz wurde von ihm erwähnt: Die Mittel sichern den Bau eines neuen Lehr- und Forschungsgebäudes mit angeschlossenem Zentrum für Geweberegenerationsforschung (vor allem Rückenmarksforschung nach Querschnittsverletzungen) sowie den Betrieb und die Folgekosten bis zum Jahr 2023.

Michael Nake informierte darüber hinaus über den Forschungsschwerpunkt Molekulare Regenerative Medizin sowie die wichtige Forschung im muskuloskelettalen, onkologischen, allergologischen und metabolischen Bereich. Dabei konnte die Forschungsleistung, gemessen an wissenschaftlichen Publikationen und an Impact-Punkten, seit Bestehen der Universität um das 10-fache gesteigert werden. "Inzwischen forschen am Salzburger Universitätsklinikum sowie an den universitätseigenen Instituten und Forschungsprogrammen rund 70 wissenschaftliche Arbeitsgruppen", endete der Kanzler.


Kanzler Michael Nake informierte über die Finanzierung der PMU, Wissenschaftsminister Töchterle ging auf die Privatuniversitäten in Österreich im Allgemeinen und die Rolle der Paracelsus Universität im Speziellen ein.

Fotos (3): Carina Karlovits