Projekt NIPSTA am Klinikum Nürnberg: PMU-Studierende und Pflegeschüler versorgen gemeinsam Patienten

21.05.2019

Pflegekräfte und Ärzte näher zusammenbringen – das ist das Ziel des interprofessionellen Projekts NIPSTA im Klinikum Nürnberg. Dafür leiten und organisieren Pflege-Schüler/innen und Studierende der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität für mehrere Wochen eine Station. Unterstützt wird die Praxisübung von der Robert-Bosch-Stiftung.

"Beim Patienten läuft nach der Operation noch die Überwachungskurve, mit der Mobilisierung wurde bereits begonnen." Konzentriert liest Gesundheits- und Krankenpflege-Schülerin Margarita Kromer aus der Krankenakte vor. Gemeinsam besprechen die Pflegenden und Mediziner die weiteren Schritte für jeden ihrer gemeinsamen Patienten. Täglich um 13.30 Uhr wechselt das Team und übergibt Befunde an die nächste Schicht. Das Besondere der Station 20 III links im Klinikum Nürnberg: Sie dient als interdisziplinäre und interprofessionelle Ausbildungsstation im NIPSTA-Projekt. Pflegeschüler im dritten Ausbildungsjahr und Medizinstudierende im fünften Klinisch-Praktischen Jahr leiten eigenverantwortlich die Station und versorgen gemeinsam die Patienten. Dabei werden sie von erfahrenen Pflegenden und Ärzten/innen unterstützt. Ziel des Projekts ist es, die Zusammenarbeit der Berufsgruppen zu stärken.

Peter Schuh, Vorstand Personal und Patientenversorgung im Klinikum Nürnberg, betont: "Die Auszubildenden sollen ein tieferes Verständnis für die Tätigkeit des jeweils anderen entwickeln und die traditionell recht starre Trennung zwischen Pflege und Ärzten aufweichen." Die Pilot-Phase des NIPSTA-Projekts umfasst drei Gruppen, die jeweils für vier Wochen in der Früh- und Spätschicht tätig sind. Zwei Medizinstudierende und zwei Pflegeschüler/innen sind gemeinsam für vier Patienten/innen verantwortlich. "Wir wollen eine engere Verzahnung von Pflege und Medizin, was sich auch in der Akademisierung der Pflege widerspiegelt. Wie das funktionieren kann, zeigt das NIPSTA-Projekt auf beeindruckende Weise, Deshalb planen wir, es 2020 auszuweiten", erläutert Projektleiter Dr. Stephan Kolb, Bereichsleiter Bildung und Wissenschaft im Klinikum Nürnberg.

Vorbild für NIPSTA war die Universität Heidelberg, die das Projekt entwickelt hat. Nach einem Besuch an der Heidelberger Pilotstation im Februar 2019 wurden die dortigen Abläufe und Zuständigkeiten anschließend im Klinikum Nürnberg adaptiert. Ab 1. Juli wird die dritte Gruppe des diesjährigen Projekts im Einsatz sein. Für das kommende Jahr planen die Verantwortlichen bis zu sechs Durchgänge.

Fotos: Klinikum Nürnberg/Giulia Iannicelli