"Sparkling Science"-Projekte des Instituts für Sehnen- und Knochenregeneration an Salzburger Schulen

01.10.2014


Die Wissenschafter/innen des Instituts für Sehnen- und Knochenregeneration mit den Schülern der HTBLuVA Salzburg Itzling. Im Bild: erste Reihe von links Andreas Traweger, Herbert Tempfer, Nadja Kunkel und Stefanie Korntner; erste Reihe ganz rechts: Christine Lehner; zweite Reihe ganz rechts: Institutsleiter Hans-Christian Bauer; letzte Reihe 2.v.l. und 3.v.l.: Renate Gehwolf und Andrea Wagner.



Im Zuge der 5. Ausschreibung des vom Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft geförderten Forschungsprogramms "Sparkling Science" konnte das Institut für Sehnen- und Knochenregeneration der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität insgesamt zwei Projekte einwerben. Dieses Förderprogramm verbindet wissenschaftliche Einrichtungen und Schulen, um gemeinsam innovative wissenschaftliche Projekte auf dem aktuellsten Stand der Forschung zu bearbeiten. Die Projektvergabe erfolgte nach einer internationalen Begutachtung; insgesamt wurde jedes 4. Projekt (57 von 240 Anträgen) gefördert.

Verletzungen und chronische Erkrankungen von Sehnen und Bändern stellen eine Herausforderung für die Chirurgie dar und es besteht ein dringender Bedarf an effektiven und beschleunigten Therapien zur funktionellen Sehnenregeneration. Dafür müssen jedoch zunächst die biomechanischen und biologischen Prozesse verstanden werden, die der geringen Regenerationsfähigkeit von Sehnen zugrunde liegen. Im ersten Projekt  – "Tendon engineering: Spannende Regenerationsforschung" – soll in Zusammenarbeit mit der HTBLuVA Salzburg Itzling (Ausbildungsschwerpunkt: Biomedizin und Gesundheitstechnik) ein Bioreaktor für die organotypische Sehnenkultur realisiert werden. Die in vitro-Kultur in diesem neuartigen Bioreaktor erlaubt eine Untersuchung der zellulären, biomechanischen und molekularbiologischen Veränderungen, beispielsweise nach einer Behandlung mit Lokalanästhetika, unter kontrollierten und reproduzierbaren Bedingungen. Zusätzlich macht der Aufbau eine kontinuierliche Messung der biomechanischen Eigenschaften des Sehnengewebes möglich.

Das zweite Projekt – "Wonach sich Sehnen sehnen: Der Einfluss von Ernährung auf den Bewegungsapparat" – wird gemeinsam mit dem Bundesgymnasium/Europagymnasium Salzburg – Nonntal und dem Bundes- und Bundesrealgymnasium Hallein durchgeführt. In der aktuellen Literatur finden sich Hinweise darauf, dass die Ernährung, insbesondere der Blutzuckerspiegel, die Qualität von Sehnengewebe negativ beeinflussen kann. So verläuft beispielsweise bei Patienten/innen mit Diabetes mellitus die Heilung verletzter Sehnen vergleichsweise schleppend und es treten auch häufiger Sehnenrisse auf. Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen einer Glukose-reichen Ernährung u.a. auf die Beschaffenheit der extrazellulären Matrix, auf die Mikrostruktur, auf die funktionelle Beschaffenheit der Sehnen und/oder auf die Sehnenzellen zu verstehen.