Studentische Info-Broker: Die PMU300 Section Editors

20.10.2020

Die Wirkstoffliste PMU300.at liefert den Studierenden der Paracelsus Universität praxisnahes und evidenzbasiertes Wissen über die wichtigsten Arzneistoffe. Ihre studentischen Editoren sind die "Pharmakologie"-Taskforce der Lehre.


Mit dem neuen Vorstand des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie, Antonio Sarikas (im Bild links), zog 2019 in der Lehre an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) auch eine besonders praxisnahe und evidenzbasierte Ausbildung über Arzneistoffe ein. Mit der Wirkstoffliste PMU300.at lernen die Studierenden der Medizin und der Pharmazie die 300 wichtigsten Arzneistoffe und deren pharmakologische Eigenschaften, vom Wirkmechanismus von Acetylsalicylsäure bis zur Wirkdauer des Schlafmittels Zopiclon. "Die meisten Erkrankungen erfordern eine medikamentöse Therapie und es ist faszinierend zu sehen, wie viel man mit Arzneistoffen bewirken kann. Deshalb sollte die Vermittlung des Wissens über Arzneistoffe besonders praxisnah und evidenzbasiert sein", erklärt Sarikas.

"Grundkanon" der Pharmakologie. Grundlage für die Lehre bildet die Positivliste PMU300.at, die sich unter anderem an der "WHO List of Essential Medicines", dem Arzneimittelverordnungsreport sowie aktuellen Leitlinienempfehlungen medizinischer Fachgesellschaften orientiert. Die PMU300-Liste wird jährlich unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstands und in Abstimmung mit den klinischen Kolleginnen und Kollegen am Uniklinikum Salzburg aktualisiert. Die Besprechung der circa 300 Arzneistoffe erfolgt in 25 Vorlesungen und 50 E-Learningeinheiten. "Dabei steht nicht das Auswendiglernen von Beipackzetteln im Fokus. Die Studierenden sollen zunächst die pathophysiologischen Grundlagen verstehen, um die pharmakologischen Angriffspunkte der verschiedenen Arzneistoffgruppen ableiten zu können", betont der Pharmakologie-Professor.

Interprofessioneller Ansatz. Im nächsten Schritt beschäftigen sich die Studierenden mit den pharmakokinetischen und -dynamischen Details der einzelnen Wirkstoffe, beispielsweise deren Biotransformation, Elimination oder unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Kontraindikationen. Weil diese Liste den pharmakologischen Grundkanon sowohl für Studierende der Medizin als auch der Pharmazie darstellt, bietet sie die Basis für eine interprofessionelle Zusammenarbeit. Die Studierenden beider Disziplinen werden ab dem Studienjahr 2021/22 in einer gemeinsamen Lehrveranstaltung Pharmakologie zusammengeführt, was die fachliche Expertise und gegenseitige Wertschätzung beider Gruppen fördern sollte.

PMU300 Section Editoren. Eine Besonderheit der Pharmakologieausbildung in Salzburg ist die aktive Mitarbeit von Studierenden an der Redaktion der PMU300-Liste und somit den Lehrinhalten im Fach Pharmakologie. Voraussetzung für die Ernennung zum PMU300 Section Editor ist die Note 1 und > 90. Perzentile in der Pharmakologieprüfung. Derzeit besteht das PMU300-Editorenteam aus drei Medizin- und zwei Pharmaziestudierenden. Zusammen mit den Dozentinnen und Dozenten des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie sind sie für die inhaltliche Überarbeitung und Redaktion von Teilbereichen der PMU300-Liste verantwortlich.

Autorin: Sabine Ritzinger (erschienen in "Paracelsus Today" 2/2020)
Fotos: Paracelsus Uni; iStock (Startseite)