Studiengangsorganisation Humanmedizin: Das starke Herz an der PMU

29.06.2020


Sie betreut als operative Ebene für Studium und Lehre alle Medizinstudierenden und Lehrenden – soweit die Theorie. "Paracelsus Today" hat hinter die Kulissen der Studiengangsorganisation Humanmedizin geschaut, die sich in diesem Jahr über einen Bewerber/innen-Rekord für das Studium freut.

Never Ending Story und I will survive, aber auch Tage wie diese und We are the champions: Da liegt die Vermutung schon nahe, dass diese Musikauswahl auch Programm ist. Oder wenigstens etwas über jene aussagt, die die genannten Songs zur Untermalung ihrer launigen Leistungspräsentation zum Jahresende 2019 ausgesucht hatten. In diesem Fall also über die Mitglieder einer Abteilung der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, mit der alle Medizinstudierenden immer wieder in Kontakt kommen. Die jeder kennt, deren Hilfe viele brauchen, deren genauer Tätigkeitsbereich aber dennoch irgendwie im Dunkeln liegt: Die Rede ist von der Studiengangsorganisation Humanmedizin am Standort Salzburg. "Ich denke, dass viele tatsächlich nicht wissen, was und wieviel wir machen", glaubt auch Doris Carstensen, die seit Dezember 2016 als Studiengangsleiterin einem siebenköpfigen Team vorsteht (im Bild rechts).

Beeindruckendes Aufgabenportfolio. "Wir administrieren das gesamte Aufnahmeverfahren für die Standorte Salzburg und Nürnberg und arbeiten generell sehr eng mit den Kolleginnen in Nürnberg zusammen", erklärt Carstensen. "Darüber hinaus erstellen wir den Stundenplan für mehr als 8000 Unterrichtsstunden, planen das Budget für das Studium und kümmern uns um die Abrechnung der Lehrleistungen. Wir organisieren nicht nur alle Lehrveranstaltungen, sondern auch alle Klinischen Rotationen im zweiten und vierten Studienjahr." Auch die Evaluation der Lehrveranstaltungen gehöre zu den Aufgaben. Die in der erwähnten Präsentation genannten Zahlen geben indes ein gutes Gefühl für die Dimension der Herausforderung: Allein zwischen 2016 und 2019 war das Team demnach für knapp 25.000 Stunden Unterricht, 453 Prüfungen und 240 Evaluationen verantwortlich, 150 Absolventinnen und Absolventen schlossen ihr Studium ab. 2745 Bewerberinnen und Bewerber wurden in diesen drei Jahren betreut – und aktuell kommen noch einmal 1157 für den Studienstart 2020 hinzu, die bisher größte Bewerberanzahl seit Bestehen der Universität. Dass man ganzjährig alle Hände voll zu tun hat, liegt da auf der Hand.

Starke "Studien-Gang". Kein Wunder, dass die Studiengangsorganisation (kurz: SGO) immer wieder als "starkes Herz des Medizinstudiums" gesehen wird. Zumeist würde man als erster Ansprechpartner für die Studierenden dienen: "Wir sind immer für sie da und ansprechbar. Wir wollen etwaige organisatorische Hindernisse für sie aus dem Weg räumen, damit ihr Studium so smooth wie möglich läuft." Die WoMan-Power dafür hat Carstensen: "Unsere Abteilung besteht aus einem tollen Team, das großartig kooperiert und bei Bedarf enorm in die Tiefe arbeitet." Ein weiterer zentraler Punkt im Selbstverständnis der SGO-Truppe ist auch das persönliche Verhältnis zu den Studierenden. "Die persönliche Ebene ist sehr wichtig. Neben der administrativen gibt es auch eine gewisse moralische Verantwortung, dass sich diese jungen Menschen tatsächlich gut entwickeln können." Eva Niederreiter (Bild links) aus Carstensen Team ist eine Mitarbeiterin der PMU der ersten Stunde und eine wichtige Stütze in der Studiengangsorganisation.

Vertrauen und Qualität. Besonders spürbar wird das, wenn Studierende einmal in eine fragile Lebenssituation kommen. Prüfungsbedingte Rückschläge, Erschöpfung oder private Probleme können der Auslöser sein. Als erster Ansprechpartner und bewährter Vertrauter für Studierende fungiert in solchen Fällen oft Leonhard Thun-Hohenstein, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. "Er nimmt sie in den ersten Wochen an der Uni in Empfang und ist für viele eine väterliche Figur", freut man sich im SGO-Team, wo man für den Fall der Fälle auch weiterführende Kontakte in petto hat. Beratung gibt es aber auch für Eltern, sogar ein Elterntag wird organisiert. Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt ist die Qualitätssicherung im Studiengang, unter anderem durch Berichte und Evaluationen. Doch wie misst man Qualität? "Ein Qualitätsparameter ist sicher die Zufriedenheit der Studierenden. Und zwar in dem Sinn, dass sie hier wirklich etwas gelernt und etwas Bereicherndes erlebt haben", führt die Studiengangsleiterin aus. Ein weiteres Kriterium sei die berufliche Weiterentwicklung der Absolventinnen und Absolventen. "Es gibt kaum jemanden, der oder die nicht ein adäquates, hochwertiges Jobangebot bekommt. Das ist wirklich toll."

Lückenschluss & Entwicklung. Last but not least sagen natürlich auch Didaktik, Lehrmittelausstattung und Infrastruktur etwas über die hohe Qualität des Medizinstudiums an der Paracelsus Uni aus. O-Ton Carstensen: "Da müssen wir noch Lücken schließen, und diese gehen wir natürlich an. Wobei das bei uns ein Jammern auf sehr hohem Niveau ist." Im Fokus steht auch die ständige Entwicklung und Förderung der Teaching Skills der Lehrenden. Zentrale Themen sind hier die zunehmende Abkehr von einer frontalen Wissensvermittlung durch einzelne Personen – Stichwort: Inverted Classroom – sowie die Digitalisierung. Letztere wurde in der Covid-19-Krise zur essenziellen Voraussetzung und Herausforderung für den Umstieg auf die virtuelle Lehre – und tadellos gemeistert. Bleibt eine größere "Baustelle" für die Zukunft: Die Umstellung des Diplomstudiums Humanmedizin in einen Bachelor-Master-Studiengang "in engster Abstimmung mit Nürnberg und vielen Beteiligten" an beiden Standorten. Angesichts der Größe dieser Aufgabe wird das SGO-Team eventuell auch ein bisschen "zaubern" müssen. In der eingangs erwähnten Präsentation findet sich jedenfalls auch dazu ein passender Song: It’s a kind of magic!

Autor: Andreas Aichinger (erschienen in "Paracelsus Today" 1/2020)