Vorstellung des Konzepts für Frühe Hilfen und des Universitätslehrgangs "Early Life Care"

14.01.2015


Primar Wolfgang Sperl, Studiengangsleiterin Michaela Luckmann, Michaela Scherntanner von PEPP – Pro Eltern Pinzgau & Pongau und Helene Riedel von der Elternberatung in Salzburg informierten über "Frühe Hilfen" und den neuen Universitätslehrgang "Early Life Care" von PMU und St. Virgil.



Am 14. Jänner 2015 fand ein Pressegespräch zum Thema "Frühe Hilfen" und zum neuen Universitätslehrgang "Early Life Care" von Paracelsus Medizinischer Privatuniversität (PMU) und St. Virgil Salzburg, der im Herbst 2015 in Salzburg und Wien starten wird, statt. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Primar der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Mag. Michaela Luckmann vom Bildungshaus St. Virgil Salzburg, Mag. Michaela Schernthanner von PEPP – Pro Eltern Pinzgau & Pongau und Helene Riedel von der Elternberatung des Landes Salzburg standen den Medienvertretern Rede und Antwort.

Frühe Hilfen als Prävention und die Umsetzung von flächendeckend übergreifenden und multiprofessionellen Strukturen werden zunehmend wichtiger, um besonders Familien in belasteten Situationen (zum Beispiel durch Gewalt, Alkohol, Armut, psychisch kranke Eltern ...) in der Schwangerschaftszeit, bei der Geburt und im ersten Lebensjahr zu unterstützen. Doch sind alle sozialen Schichten von Problemen betroffen und brauchen im Bedarfsfall Hilfe. 

Die möglichst frühe Unterstützung für junge Mütter und Familien wird immer wichtiger. Gründe dafür sind zum Beispiel die Veränderung der familiären Gefüge (mehr Alleinerzieher und weniger Großfamilien, die mitversorgen), eine zunehmende Verunsicherung der Mütter durch zu viel Information, das steigende Alter der Erstgebärenden und dass kindgerechte Ernährung nicht mehr selbstverständlich sei. Das Angebot der Frühen Hilfen soll im Rahmen der Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie des Bundes ausgebaut werden. Auch in Salzburg gibt es Bemühungen, eine zentrale Anlaufstelle für multidisziplinäre Hilfestellung zu bieten.

Es gibt in Österreich zwar eine gute Versorgung mit verschiedenen Anlauf- und Beratungsstellen, diese müssten allerdings koordiniert und die Mitarbeiter/innen auf den gleichen Wissensstand gebracht werden. Die verschiedenen Disziplinen wie Hausärzte, Hebammen, Psychologen/innen, Beratungspersonal, Pädagogen und Sozialarbeiter müssten auch genau über die Tätigkeit des jeweils anderen Bescheid wissen, um ein gutes Netzwerk bilden zu können. Ideal wäre darüber hinaus zusätzlich das Angebot, dass – wie seit 1. Jänner in Vorarlberg eingeführt – alle jungen Mütter in den Wochen nach der Geburt einmal von einer Hebamme aufgesucht werden. Dadurch könnten mögliche Probleme früh erkannt und Hilfe gegeben werden. 

Der im Herbst startende neue Universitätslehrgang "Early Life Care" von Paracelsus Medizinischer Privatuniversität und St. Virgil Salzburg bietet die wissenschaftlich fundierte und fachlich interdisziplinäre Ausbildung für all jene Berufsgruppen, die im Bereich "Frühe Hilfen" rund um Schwangerschaft, Geburt und erstes Lebensjahr tätig sind. Jeweils 30 Studierende in Salzburg und in Wien können in sieben Semestern den akademischen Abschluss als Master of Science in Early Life Care erwerben bzw. alternativ eine einsemestrige oder dreisemestrige Weiterbildung mit Zertifikatsabschluss absolvieren.