Wie lassen sich die Leiden von Millionen Schmerzpatienten lindern? Institutsvorstand Osterbrink entwickelt Standard zum Schmerzmanagement in der Pflege für den DNQP

23.10.2013


Den Pflegefachkräften kommt im Schmerzmanagement eine Schlüsselrolle zu. Der neue Standard des DNQP soll praxisnah unterstützen, die Schmerzwahrnehmung der Pflegefachkräfte zu verbessern.



In Deutschland leben ca. 14 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen, in Österreich rund 1,7 Millionen. „Bei jeder fünften Person dauern die Schmerzen länger als 20 Jahre an. Das ist unerträglich", erklärt Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink, Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft und -praxis der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. Als international anerkannter Schmerzexperte entwickelt er für das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) einen neuen Standard zum Thema „Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen“.

Etwa 500 Expertinnen und Experten, sowohl aus der Pflegepraxis als auch aus der Wissenschaft, arbeiten gemeinsam daran. Der Entwurf des hochrangig besetzten Fachgremiums, an dessen Spitze Osterbrink steht, wurde Mitte Oktober auf der "8. Konsensus-Konferenz in der Pflege" in Osnabrück vorgestellt. Er soll künftig praxisnah darin unterstützen, die Schmerzwahrnehmung der Pflegefachkräfte zu verbessern und so die Zeit zwischen dem Auftreten von Schmerzen und deren Linderung deutlich zu verkürzen.

Zentrales Anliegen des Expertenstandards ist, Patientinnen und Patienten bzw. Betroffenen mit Schmerzen oder zu erwartenden Schmerzen unnötiges Leid zu ersparen sowie einer Chronifizierung vorzubeugen. Bei chronischen Schmerzpatienten steht eine umfassende Schmerzlinderung im Vordergrund. Grundvoraussetzung für ein gelungenes pflegerisches Schmerzmanagement sind eine personelle Kontinuität in der pflegerischen Betreuung sowie eine gute Kooperation mit den behandelnden Ärzten.

Den Pflegefachkräften kommt im interdisziplinären Team aufgrund ihres häufigen und engen Kontaktes zu den Patienten und Bewohnern eine Schlüsselrolle zu. Aufgabe der Pflege im Rahmen des Schmerzmanagements ist es, Frühzeichen des erfahrenen Schmerzes zu erkennen und daraufhin adäquate Therapien zu koordinieren oder durchzuführen. Unabdingbare Voraussetzung dafür ist eine aktuelle wie auch systematische Schmerzeinschätzung und Verlaufskontrolle mit Hilfe von Einschätzungsinstrumenten oder bei tumorbedingten chronischen Schmerzen mittels komplexer Dokumentationsverfahren wie zum Beispiel Schmerztagebüchern.

Nähere Informationen: http://www.wiso.hs-osnabrueck.de/dnqp.html


Jürgen Osterbrink entwickelt den neuen DNQP-Standard "Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen" und engagiert sich auch mit anderen Projekten in Sachen Schmerzerkennung, -maßnahmen und -vermeidung.