Wissenschafterin Anna Maria Dieplinger von der WHO für renommierten Gesundheitspreis nominiert

08.03.2019

Zum heutigen Weltfrauentag möchten wir mit Priv.-Doz. Dr. Anna Maria Dieplinger eine ganz besondere Wissenschafterin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität und ihre Leistungen vor den Vorhang holen: Die Professorin am Institut für Pflegewissenschaft und -forschung wurde für ihre langjährige Arbeit zum Thema Frauengesundheit und Gendermedizin von der WHO für den renommierten internationalen "Penn Nursing Renfield Foundation Award for Global Women’s Health” nominiert – als einzige Kandidatin aus Österreich und neben verdienten Personen aus Afrika, Indien, Lateinamerika und den USA. Der mit 100.000 US-Dollar dotierte Preis hat das Ziel, die Sensibilisierung für globale Gesundheitsprobleme von Frauen und die Unterstützung multidisziplinärer Ansätze zur Bewältigung globaler Gesundheitsprobleme von Frauen zu fördern und darüber hinaus innovative Strategien, die auf deren dringliche Probleme eingehen.

Dieplinger arbeitete 25 Jahre lang als Pflegende in einer Klinik, studierte Soziologie und Sozialwissenschaften und habilitierte 2017 zur Pflegewissenschafterin. Ihren forscherischen Schwerpunkt legt sie auf die Versorgung von Menschen unter dem Aspekt der sozialen Ungleichheit. Seit 2003 arbeitet die gebürtige Oberösterreicherin zum Thema Frauengesundheit und Gendermedizin. Im Fokus steht hier die praxisbezogene Forschung, die besonders die Ungleichheiten in der gesundheitlichen und sozialen Versorgung von Frauen in verschiedenen Kontexten aufgreift.

In den Jahren 2010 und 2011 hatte sie die wissenschaftliche Leitung des österreichischen Frauengesundheitsberichtes inne, erstellte Leitlinien für ein geschlechterfreundlicheres Krankenhaus (Gender friendly hospital für die Health promoting Hospitals WHO) und ist Autorin und Vortragende an Universitäten. Seit vielen Jahren versucht Anna Maria Dieplinger durch zahlreiche Vorträge und Radiosendungen das Thema der Gendermedizin und Frauengesundheit im deutschsprachigen Raum besonders für Frauen zu etablieren. Dabei geht es ihr besonders darum, die Unterschiede in der gesundheitlichen Diagnostik und Therapie in der medizinischen Versorgung aufzuzeigen. Die Akteure/innen (Mediziner/innen, Pflegende, Therapeuten/innen, etc.) sollen für den Gender Bias sensibilisiert werden, um letztlich in Wissenschaft und Praxis eine geschlechtergerechte Versorgung sicher zu stellen.

Im deutschprachigen Raum ist Anna Maria Dieplinger eine gefragte Expertin und Beraterin der Politik. International ist sie aktuell über eine Kooperation der Johannes Keppler Universität Linz und der Entwicklungszusammenarbeit Österreich in ein Versorgungsprojekt von schwangeren Frauen in Äthiopien eingebunden. Sie agiert als wissenschaftliche Beraterin für Frauengesundheitszentren und schulte über viele Jahre GesundheitsmitarbeiterInnen in Kliniken zum Thema akute Versorgung. Ihre Arbeit wurde bereits durch mehrere österreichische Preise und Auszeichnungen gewürdigt.

Wir gratulieren herzlich und drücken die Daumen, dass die Jury unsere Expertin und ihre wegweisende Arbeit im Juni 2019 als Gewinnerin verkünden wird. Im Bild oben sehen Sie einen aktuellen Artikel aus den Oberösterreichischen Nachrichten.

Foto: Paul Kranzer