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Fürs Lernen begeistern: Mediziner als Lehrende

Der berufsbegleitende Lehrgang Medizindidaktik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität vermittelt neue Perspektiven in der Lehre und innovative Lehrmethoden.

Jeder ehemalige Student kennt es aus eigener Erfahrung: Selbst wenn ein Fach und eine Lehrveranstaltung thematisch hochgradig interessant zu sein scheinen, hängen Faszination und Merkfähigkeit des Lernstoffs von der Vermittlung durch den Lehrenden ab. Schafft es dieser, die Studierenden mit eigener Begeisterung, interessanter Aufbereitung und ungewöhnlichen Lehrmethoden zu fesseln, ist das Lernen und Merken der Inhalte schon fast ein Selbstläufer.

Mediziner als Lehrende

Besonders in der Medizin haben Forschung und Entwicklung einen enormen Zuwachs an Wissen und Erkenntnissen zur Folge. Aus diesem Grund kommt den Medizinern in ihrer Rolle als Lehrende von theoretischem Wissen und praktischem Know-how eine besonders wichtige Rolle zu. ?Der Transfer von abrufbarem Wissen über die Anwendung in der gelernten Situation bis hin zur Übertragung auf den beruflichen Alltag ?stellt das höchste Niveau der Lehre und eine herausfordernde Aufgabe dar.

Der berufsbegleitende Lehrgang Medizindidaktik der Paracelsus Universität will neue Perspektiven in der Lehre aufzeigen. Das innovative Konzept von Lehrgangsleiterin Sabine Revers beruht auf aktuellsten wissenschaftlichen Theorien und Erkenntnissen der Erziehungswissenschaft, und ist für in der medizinischen Lehre tätige Mitarbeiter der Paracelsus Universität, deren Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser sowie der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg konzipiert. Aber auch externe im medizinische Bereich Lehrende und Personen, die das Zertifikat für ihre Habilitationen benötigen, können daran teilnehmen.

Die eigene Lehrpersönlichkeit entdecken

Inhaltlich geht es im Lehrgang um den Aufbau einer Lehrveranstaltung. Dabei sollen die Lehr- und Lernaktivitäten so geplant und aufgebaut werden, dass sie den Lernzielen und den Rahmenbedingungen, die durch Uni, Curriculum und klinischen Alltag vorgegeben sind, entsprechen. Das Ziel lautet: "Ich finde meine eigene Lehrpersönlichkeit". Unter dieser Prämisse erstellt jeder Teilnehmer ein Lehrkonzept. In den vier Modulen "Allgemeine Einführung und Unterrichtsplanung", "Prüfungsformen und -modalität", "Rhethorik und Lernen im Team" sowie "Präsentationstechniken und Präsentation der Lehrkonzepte" helfen Lehr- und Lerntheorien dabei, den universitätseigenen und eigenen "Spirit" in der Lehre zu erfahren und selbst umzusetzen.

Doch neben aller medizindidaktischen Theorie geht es immer darum, den zu vermittelnden Stoff individuell aufzubereiten und fesselnd zu vermitteln. Das geschieht dann schon mal mit ungewöhnlichen Methoden: Da wird die Stoffzwiebel vom Kuschelobjekt zum Modell für Tenzelplastiken bei der Lidkonstruktion oder das Thema "Keimfreiheit nach Händedesinfektion" am Praxistest demonstriert. Erlaubt ist, was gefällt und der Wissensvermittlung dienlich ist, auch das eine oder andere Rollenspiel und selbst gedrehte Videos zum eigenen Thema. Im interdisziplinären Austausch mit den Kollegen kommt es zu inhaltlichen Absprachen, werden Lehrveranstaltungen vernetzt, Tipps eingeholt und Ideen übernommen – ein lebendiger Austausch mit gegenseitiger Inspiration. Im Rhetorik- und Videotraining geht es um die Außenwahrnehmung. Die Lehrgangsteilnehmer wenden dabei das Gelernte an, erfahren sich in ihrer Rolle den eigenen Typus als Lehrperson kennen und können diesen oft auch maßgeblich verändern. 

Das eigene Lehrkonzept

Das Gelernte und Erfahrene münden schließlich in der Entwicklung eines eigenes Lehrkonzepts und dessen Präsentation vor der Gruppe. Lehrgangsleiterin Sabine Revers und eine Mitarbeiterin evaluieren dieses und vertiefen das Erarbeitete – gemeinsam mit den anderen Teilnehmern – mit Anmerkungen und Anregungen. Soziale Interaktion in Gruppen, selbstorientiertes Lernen, und die Anwendung neuer Medien sowie Präsentationsmethoden in der Lehre so zu reflektieren und zu verknüpfen, dass die Studierenden komplexe Inhalte rasch und einprägsam erfassen – das ist ein hartes Stück Arbeit. Die Belohnung dafür sind interessierte und motivierte junge Menschen, die den Lernstoff rasch und gerne aufnehmen – und auch persönlich davon profitieren.