Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU)

Forschung & Innovation
Publikationen

Vermittlung von Wissensebenen für professionelles gesundheitskompetentes Pflegehandeln

#2021

PMU Autor*in
Valentin Fischill-Neudeck

Alle Autor*innen
Valentin Fischill-Neudeck

Kurzfassung

Hintergrund und Zielsetzung: Seit dem Jahr 2016 ist, mit der Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes, die Berufsgruppe der Gesundheits- und Krankenpflege explizit dazu verpflichtet, die Gesundheitskompetenz von Hilfe suchenden gesunden und kranken Menschen zu fördern. Aufgrund des heterogenen Berufsfeldes im intra- und extramuralen Pflegebereich stellt sich die Förderung der Gesundheitskompetenz als eine komplexe Herausforderung für die Pflegepersonen dar. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegekräfte verfügen vielfach über unzureichendes Wissen und Fähigkeiten, um die Gesundheitskompetenz im Sinne der Patient/-innen, Bewohner/-innen, etc. zu fördern. Postgraduelle Studiengänge für Public Health können diese Defizite adressieren, um evidenzbasiertes und –informiertes Wissen und die damit verbundenen
Fähigkeiten zu vermitteln. In der inter-/nationalen Forschungsliteratur finden sich Hinweise wie gesundheitskompetentes Handeln in postgraduellen Studiengängen vermittelt werden kann. Den noch finden sich keine Hinweise inwiefern das vermittelte Wissen ein gesundheitskompetentes Handeln von Pflegepersonen ermöglicht.


Maßnahmenbeschreibung/Methodik: In diesem Ph.D.-Forschungsprojekt wird untersucht welche unterschiedlichen Formen des Wissens, d.h. „Wissensebenen“ die studierenden Pflegepersonen durch ein postgraduelles Public Health Studium vermittelt bekommen und inwiefern es ihnen möglich ist, ein gesundheitskompetentes Pflegehandeln in der Pflegepraxis anzuwenden. Dazu wird im Rahmen eines interpretativen Paradigmas eine qualitative Längsschnittstudie verfolgt, um mittels einer reflexiven Grounded Theory die Herausforderungen bei der Anwendung verschiedener Wissensebenen in Erfahrung zu bringen. Pflegepersonen, welche ein Masterstudium für Public Health besuchen, werden über den Verlauf ihres Studiums mittels leitfadengestützter Interviews begleitet; d.h. an drei Zeitpunkten werden Interviews geführt. Die transkribierten Interviews werden offen, axial und selektiv unter Berücksichtigung des forschenden und schreibenden Tuns als forschendes Subjekt kodiert und kategorisiert, um eine gegenstandsbezogene Theorie zu entwickeln.

Ergebnisse: Das Projekt befindet sich in der Datenerhebungsphase, weshalb zum aktuellen Zeitpunkt keine Ergebnisse vorliegen. Die Pflegeberatung, Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention sowie die Versorgung von Menschen zählen zu den professionellen Aufgaben der Gesundheits- und Krankenpflege. Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass Pflegepersonen in einem postgraduellen Studium Wissen vermittelt bekommen, um mittels eines hermeneutischen Fallverstehens gesundheitskompetent handeln zu können.