Pflegerisches Schmerzmanagement
Aufbau und Inhalte
Flexibel lernen. Wissen direkt anwenden.
Die Weiterbildung umfasst insgesamt 200 Stunden und wird berufsbegleitend absolviert. Davon entfallen 160 Stunden auf die theoretische Weiterbildung und 40 Stunden auf den begleiteten Praxistransfer.
Das Blended-Learning-Konzept verbindet zeitlich flexibel bearbeitbare Online-Lernbausteine mit gemeinsamen virtuellen Lehrveranstaltungen, Fallbesprechungen und praxisbezogenen Aufgaben. So können Sie Ihr Lernen gut mit Ihrem Berufsalltag verbinden und neue Erkenntnisse unmittelbar in die Praxis übertragen.
Lehrinhalte
Die Weiterbildung ist in Lernfelder gegliedert, die inhaltlich aufeinander aufbauen und eine schrittweise Entwicklung der fachlichen Kompetenzen im pflegerischen Schmerzmanagement ermöglichen.
Format: E-Learning und virtueller Hörsaal
Dieses Lernfeld vermittelt zentrale Grundlagen zum Verständnis von Schmerz. Behandelt werden anatomische, physiologische und pathophysiologische Grundlagen, Schmerzbahnen, Schmerzverarbeitung sowie Mechanismen der Schmerzentstehung. Die Teilnehmenden entwickeln ein fundiertes Verständnis für akute, chronische, nozizeptive, neuropathische, gemischte und noziplastiche Schmerzen.
Format: E-Learning und virtueller Hörsaal
Im Mittelpunkt stehen Definitionen, Terminologie, historische Entwicklungen und die Rolle der Pflege im Schmerzmanagement. Das biopsychosoziale Schmerzmodell wird als Grundlage für ein ganzheitliches Verständnis von Schmerz eingeführt. Darüber hinaus werden Folgen unzureichender Schmerzbehandlung, Chronifizierungsprozesse und erste pflegerische Handlungsansätze bearbeitet.
Format: E-Learning und virtueller Hörsaal
Dieses Lernfeld fokussiert auf strukturierte Schmerzanamnese, Schmerzerfassung und Schmerzdokumentation. Die Teilnehmenden lernen ein- und mehrdimensionale Assessmentinstrumente kennen und wenden diese anhand praxisnaher Fallbeispiele an. Berücksichtigt werden Selbst- und Fremdeinschätzung, Besonderheiten bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen sowie rechtliche und qualitätssichernde Aspekte der Dokumentation.
Format: E-Learning und virtueller Hörsaal
Dieses Lernfeld vertieft pharmakologische und nicht-pharmakologische Ansätze im Schmerzmanagement. Behandelt werden Grundlagen der Analgetika, Opioide und Nicht-Opioide, Koanalgetika, Nebenwirkungen, Interaktionen und pflegerische Beobachtungsschwerpunkte. Ergänzend werden nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Lagerung, Wärme, Kälte, Entspannung, Aktivierung und weitere pflegerische Interventionen bearbeitet.
Format: Präsenzwoche
Die Präsenzwoche dient der Anwendung, Vertiefung und Reflexion. Im Mittelpunkt stehen komplexe Schmerzsituationen, Chronifizierung, Hyperalgesie, Allodynie, psychosoziale Einflussfaktoren, Schmerz und Psyche, kultursensible Pflege, palliative Fragestellungen, onkologische Schmerzen, postoperative Schmerzen sowie Schmerzmanagement in unterschiedlichen Settings.
Die Teilnehmenden bearbeiten Fallbeispiele, reflektieren pflegerische Entscheidungsprozesse und entwickeln individuelle Pflegepläne. Zusätzlich werden interprofessionelle Fallbesprechungen, ethische Fragestellungen, rechtliche Rahmenbedingungen und Aspekte der Qualitätssicherung behandelt.
Format: Praktikum
Das Praktikum dient dem Transfer der erworbenen Kompetenzen in die Praxis. Es findet in einer Schmerzambulanz, Schmerzklinik oder einer vergleichbaren schmerzbezogenen Versorgungseinheit statt. Die Teilnehmenden führen Schmerzassessments durch, beobachten interprofessionelle Abläufe, wirken an Fallbesprechungen mit und reflektieren die eigene Rolle im pflegerischen Schmerzmanagement.
Abschluss
Die Weiterbildung schließt nach Erfüllung aller Leistungsnachweise sowie positiv absolvierter Abschlussprüfung mit einem Weiterbildungszeugnis ab.
Der erfolgreiche Abschluss berechtigt nach Maßgabe des GuKG zur Führung der Zusatzbezeichnung „Pflegerisches Schmerzmanagement“.
Die Zusatzbezeichnung macht die fachliche Vertiefung sichtbar und ergänzt die bestehende Berufsbezeichnung, begründet jedoch keine neue eigenständige Berufsberechtigung.
Volle Anerkennung im ULG Anästhesiepflege
Ein weiterer Vorteil: Die Weiterbildung „Pflegerisches Schmerzmanagement“ wird im Universitätslehrgang Anästhesiepflege an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität vollumfänglich anerkannt.
Absolvent profitieren damit von einer anschlussfähigen Qualifikation und müssen die bereits erworbenen Kompetenzen im Rahmen des ULG Anästhesiepflege nicht erneut absolvieren.