Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU)

Gesundheit über Fachgrenzen hinweg denken: PMU beim European Forum Alpbach 2026

20. Okt. 2026
#News

Wie hängen Gesundheit, Klimawandel, Politik und gesellschaftliche Innovation zusammen? Beim European Forum Alpbach 2026 beschäftigten sich drei Vertreterinnen der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) mit diesen und weiteren Zukunftsfragen. Im Mittelpunkt standen interdisziplinärer Austausch, gesundheitspolitische Perspektiven und wertvolle Impulse für Studium und Forschung.

Gesundheit ist längst nicht mehr ausschließlich eine Frage der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Gesellschaftliche Entwicklungen, politische Entscheidungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und ökologische Veränderungen beeinflussen maßgeblich, wie Gesundheit entsteht, erhalten und gefördert werden kann.

Wie wichtig es ist, diese Zusammenhänge gemeinsam zu betrachten, zeigte das European Forum Alpbach 2026. Mit Anna-Maria Kölbl (PhD Nursing Practice & Leadership) und Valentina Sasano (Humanmedizin) nahmen zwei PMU-Stipendiatinnen am Forum teil. Barbara Fixl, PhD-Studentin im Bereich Medical Science und Research Scientist am Universitätsinstitut für Ökomedizin der PMU, war nach ihrer Stipendiumsteilnahme im Vorjahr erneut als Returnee vertreten.

Pflege dort einbringen, wo Zukunft gestaltet wird

Für Anna-Maria Kölbl war die Teilnahme eine bewusste Gelegenheit, über die Grenzen der eigenen Disziplin hinauszublicken. Ihr Ziel war es, die pflegerische Perspektive in Diskussionen einzubringen, in denen gesellschaftliche Zukunftsfragen verhandelt werden.

Besonders eindrucksvoll erlebte sie das „One Health Studio“. Im Mittelpunkt stand für sie die Erkenntnis, dass Innovation häufig nicht mit einer fertigen Lösung beginnt, sondern mit einem Perspektivwechsel: mit neuen Fragen, dem Hinterfragen bestehender Denkmodelle und der Bereitschaft, bekannte Probleme anders zu betrachten. Diese Überlegungen nimmt sie auch in ihre wissenschaftliche Arbeit zu Nurse Entrepreneurship mit.

Ein weiterer prägender Programmpunkt war das Studio „Your Voice on Wealth – A Citizens’ Assembly“. Hier wurde für Kölbl deutlich, wie unterschiedlich Menschen gesellschaftliche Fragestellungen wahrnehmen und wie wichtig es ist, verschiedene Perspektiven in einen gemeinsamen Dialog zu bringen.

Ihre zentrale Erkenntnis fasst sie in einem Satz zusammen: „Nursing belongs in the rooms where the future is being shaped.“

Denn viele Herausforderungen, mit denen die Pflege konfrontiert ist, sind zugleich politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Fragen.

Medizin und Gesundheitspolitik im direkten Austausch

Für Humanmedizinstudentin Valentina Sasano eröffnete das European Forum Alpbach eine neue Perspektive auf die Verbindung zwischen Medizin und Politik. Während sie sich im Studium täglich mit der Behandlung von Krankheiten und dem Erhalt von Gesundheit beschäftigt, wurde in Alpbach deutlich, wie maßgeblich politische Entscheidungen die Gesundheitsversorgung und den Zugang zu medizinischen Leistungen beeinflussen.

Besonders prägend waren für sie die persönlichen Begegnungen mit der österreichischen und der estnischen Gesundheitsministerin sowie die Teilnahme an einem Treffen deutschsprachiger Staatsoberhäupter in einem kleinen, vertraulichen Rahmen.

Diese Begegnungen ermöglichten ihr Einblicke in unterschiedliche politische Perspektiven und Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig verdeutlichten sie, wie wichtig es ist, medizinische Fragestellungen über die Grenzen des eigenen Fachgebiets hinaus zu betrachten.

Eine zentrale Erkenntnis nimmt Sasano aus Alpbach mit: Die Zukunft der Medizin wird nicht allein in Kliniken und Forschungseinrichtungen gestaltet, sondern ebenso in politischen und gesellschaftlichen Debatten. Umso wichtiger ist es, dass sich auch die nächste Generation von Mediziner*innen aktiv in diese Diskussionen einbringt.

One Health: Gesundheit, Klima und Politik zusammendenken

Auch für Barbara Fixl bot das Forum wichtige Anknüpfungspunkte an ihre wissenschaftliche Arbeit am Universitätsinstitut für Ökomedizin.

Als Mitglied des Extended Board des Club Alpbach Salzburg nahm sie erneut an den Conference Days teil. Besonders interessierten sie die Schwerpunkte zu Gesundheit und One Health, die unmittelbar mit ihren Forschungsinteressen verbunden sind. Diskussionen über erschwingliche Medikamente, globale Gesundheit und Ernährungssicherheit verdeutlichten die vielfältigen Herausforderungen einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung.

Ein besonderer Höhepunkt war für sie die Session „The Politics of the Plate“. Sie zeigte, wie eng Gesundheit, Klimawandel, Ernährungssysteme und politische Rahmenbedingungen miteinander verflochten sind.

Neben neuen wissenschaftlichen Impulsen und Kontakten nahm Fixl vor allem eine Überzeugung mit: Gesundheitspolitische Fragen müssen in europäischen Zukunftsdebatten einen deutlich stärkeren Stellenwert einnehmen.

Neue Perspektiven durch interdisziplinären Austausch

Neben den offiziellen Programmpunkten waren es insbesondere die persönlichen Begegnungen, die das Forum für die Teilnehmerinnen bereicherten.

Anna-Maria Kölbl erinnert sich etwa an Gespräche zwischen den Veranstaltungen, bei gemeinsamen Mahlzeiten oder Fireside Chats. Auch eine Sonnenaufgangswanderung auf die Gratlspitz blieb ihr in besonderer Erinnerung – als Sinnbild dafür, wie gemeinsame Erfahrungen neue Perspektiven eröffnen können.

Die unterschiedlichen Erfahrungen der drei PMU-Vertreterinnen machen deutlich, wie wertvoll der Austausch über wissenschaftliche und gesellschaftliche Fachgrenzen hinweg ist. Ob Pflege, Medizin oder Ökomedizin: Die großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur bewältigen, wenn unterschiedliche Disziplinen und Perspektiven zusammenkommen.

Die Teilnahme am European Forum Alpbach eröffnete dafür neue Kontakte, wissenschaftliche Impulse und Denkanstöße, die weit über die Veranstaltung hinaus in Studium, Forschung und berufliche Praxis hineinwirken.