Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU)
Trailrunning-Studie PMU Nürnberg
Heidi Tafferner

Medizinstudentin Heidi Tafferner: Für die Diplomarbeit über Berg und Tal

05. Feb. 2026
#News
Trailrunning-Studie PMU Nürnberg
Heidi Tafferner

Medizinstudentin Heidi Tafferner und Sportmediziner Dr. Bernd Langenstein untersuchen an der PMU in Nürnberg Risiken und Erfolgsfaktoren im Ausdauersport Trailrunning.

Rückblick Sommer 2025: Strahlender Sonnenschein, ein 360-Grad-Bergpanorama, gut gelaunte Menschen – es gibt schlechtere Orte, um sich an die Arbeit zu machen. Im Juni 2025 reiste Heidi Tafferner mit ihrem Dozenten aus Nürnberg nach Garmisch-Partenkirchen. Ziel war der Zugspitz Ultratrail (ZUT), Deutschlands größter Trailrun-Wettbewerb. Ihr Auftrag: möglichst viele Sportlerinnen und Sportler für ihre Umfrage gewinnen.

Die 21-Jährige, die an der Paracelsus Medizinischen Privatniversität (PMU) in Nürnberg ihr letztes Medizinstudienjahr absolviert, widmet ihre Diplomarbeit dem Thema „Sportmedizinische und psychologische Faktoren bei Teilnehmer*innen des Zugspitz Ultratrail“. Mit einem Online-Fragebogen will sie die Sportart genauer beleuchten, die es aus einer Nische zum Trend geschafft hat.

Die Erhebung enthält bewusst subjektiv zu beantwortende Fragen. Welche körperlichen Voraussetzungen bringen die Teilnehmenden mit? Welche Verletzungen treten auf, wurde Vorbeugung betrieben? Wie trainieren sie, wie ernähren sie sich, wie motivieren sie sich für diese extreme Leistung? Die rund 5.000 Läuferinnen und Läufer bewältigen Strecken zwischen 16 und 164 Kilometern mit bis zu 8.300 Höhenmetern.

Heidi Tafferner ist selbst sportlich. „Ich laufe gern und mache Triathlon – das ist mein Ausgleich zum Studium. Ein Forschungsthema mit persönlichem Bezug motiviert einfach mehr.“ Ihrem Betreuer, dem Internisten und Sportmediziner Dr. Bernd Langenstein, geht es ähnlich. Am Klinikum Nürnberg hat er bereits mehrere studentische Studien zu Sportgroßveranstaltungen begleitet. Eine davon, über den Transalpine-Run, wird gerade veröffentlicht. „Es macht Spaß, Wissenschaft mit dem Erlebnis vor Ort zu verbinden.“

Langenstein kennt die Veranstalter des ZUT, die die Studie unterstützen. Diesmal lief er selbst das 44-Kilometer-Rennen am Fuße der Zugspitze mit, nachdem er seiner Studentin bei der Startnummernausgabe geholfen hatte, Teilnehmende zu rekrutieren. Temperaturen über 30 Grad forderten alle heraus. „Ich lag im hinteren Feld, aber für die Hitze lief es erstaunlich gut. “

Trail- und Berglaufen wird immer beliebter, ist aber sportmedizinisch kaum erforscht. Anders als bei ebenen Läufen beansprucht der „Downhill“ bergab im Gebirge Gelenke und Muskeln besonders. Die langen Distanzen in einsamem Gelände verlangen gründliche Vorbereitung. „Wir hoffen, nützliche Erkenntnisse für die Trailrunning-Community und die Sportmedizin zu liefern“, sagt Langenstein. So könnten etwa Empfehlungen zu Trinkmengen oder Tipps zur Prävention typischer Gesundheitsprobleme entstehen. Der anonyme Fragebogen greift auch heikle Themen auf, etwa Medikamenteneinnahme, Doping oder Untergewicht.

Rund 600 Läuferinnen und Läufer beantworteten die Fragen der Nürnberger. Heidi Tafferner ist sich schon vor der Auswertung sicher: „Ich möchte Trailrunning selbst bald ausprobieren – es erscheint mir als eine wunderschöne Sportart.“