
US-Experte für klinische Pharmazie und Harm Reduction an der PMU

Der US-amerikanische Pharmazeut und Hochschullehrer Jordan Wulz absolviert derzeit einen Forschungs- und Lehraufenthalt an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, am Institut für Pharmazie. Mit Schwerpunkten in Schmerzmanagement, Public Health und Suchterkrankungen bringt er internationale Expertise in klinischer Pharmazie und Harm Reduction nach Salzburg. Er ist Associate Professor an der Concordia University Wisconsin, arbeitet weiterhin in einer ambulanten Klinik und betreut dort Patient*innen mit chronischen Schmerzen und Substanzgebrauchsstörungen.
Im Rahmen seines Aufenthalts sprach der Gastwissenschaftler auch über seine Motivation für seinen Beruf und seine Arbeit an der PMU.
Woher kommt ihr Berufswunsch, Pharmazeut zu werden?
„Als Pharmazeut bzw. Apotheker kann man einen echten Unterschied im Leben von Menschen machen. Sie sind Expert*innen für Arzneimitteltherapie und spielen eine zentrale Rolle im Gesundheitssystem. Besonders wichtig ist mir dabei, Menschen mit chronischen Schmerzen oder Suchterkrankungen bestmöglich zu begleiten – sowohl körperlich als auch psychisch.“
Warum haben Sie sich für einen Aufenthalt an der PMU entschieden?
„Die PMU verfolgt einen sehr innovativen Ansatz in der klinischen Pharmazie. Besonders spannend finde ich die enge Zusammenarbeit von Pharmazie, Medizin und Pflege auf einem Campus. Das schafft einzigartige Möglichkeiten für interprofessionelles Lernen und gemeinsame Forschung.“
Erste Europa-Erfahrung in Salzburg
Der Aufenthalt an der PMU ist zugleich seine erste Reise nach Europa, begleitet wird er von seiner Frau und Baby Jonah, seinem Sohn. Bekannt war ihm Salzburg bisher vor allem durch den weltberühmten Film The Sound of Music. „Es sieht tatsächlich genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe“, erzählt er begeistert. Die Mozartstadt verbindet er mit „Berge, Servus und Würstel.“
Der Arbeitsalltag an der PMU ist vielseitig: Professor Jordan Wulz hält Lehrveranstaltungen zu Schmerzmanagement und Harm Reduction, betreut Bachelor- und Masterarbeiten und arbeitet an mehreren Forschungsprojekten. Dabei beschäftigt er sich unter anderem mit internationalen Strategien zur Schadensminimierung bei Drogenkonsum, opioidbezogenen Suchterkrankungen sowie dem Vergleich von Schmerztherapien in den USA und Österreich.
Darüber hinaus besuchte er Einrichtungen der Suchthilfe in Wien und plant weitere Kooperationen mit Organisationen im D-A-CH-Raum. Auch öffentliche Veranstaltungen und Workshops stehen auf dem Programm, darunter ein zweitägiger Erasmus+-Workshop zum Thema „Reducing Harm from Drug Use in Policy and in Practice“.
Harm Reduction als gesundheitspolitischer Ansatz
Ein besonderer Fokus seiner Arbeit liegt auf sogenannten Drug Consumption Rooms – betreuten Drogenkonsumräumen. Mit diesem Konzept kam er erstmals 2017 bei einer Fachkonferenz in den USA in Berührung. Die Idee habe ihn sofort überzeugt, da sie mehrere Maßnahmen der Schadensminimierung bündle: sterile Konsumutensilien, medizinische Betreuung, Überdosierungsprävention sowie Zugang zu Beratung und Therapie.
Warum Drug Consumption Rooms so beudeutsam sind, erklärt Prof. Wulz so: „Im Kern bieten sie Menschen, die Drogen konsumieren, einen sicheren Ort. Gleichzeitig reduzieren sie das Risiko von Überdosierungen und Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis C. Viele Einrichtungen bieten zusätzlich medizinische Versorgung, Beratung oder soziale Unterstützung an.“
Apotheker*innen sieht er dabei in einer Schlüsselrolle: „Besonders in Österreich gibt es großes Potenzial, Harm-Reduction-Angebote über Apotheken weiter auszubauen – etwa durch die Abgabe steriler Spritzen, sichere Anwendungshinweise oder die Begleitung opioidbasierter Therapien“, so Wulz.
Blick in die Zukunft
Für die kommenden Jahre wünscht sich der Gastprofessor vor allem eine Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen der Concordia University Wisconsin und der Paracelsus Medizinische Privatuniversität. Denkbar seien gemeinsame Forschungsprojekte, Lehrenden-Austauschprogramme oder internationale Studierendenmobilität. So hätte er auch wieder Gelegenheit, nach Salzburg zurückzukommen.

































