YOUNG.HOPE-Forschungszentrum für Kinder- und Jugendmedizin gegründet

YOUNG.HOPE-Forschungszentrum für Kinder- und Jugendmedizin gegründet

14.09.2022

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) und das Uniklinikum Salzburg sind schon seit vielen Jahren erfolgreich in der Erforschung und Behandlung seltener Erkrankungen tätig. Ein zentraler Ansatz: Forschung muss da beginnen, wo Erkrankungen ihren Anfang nehmen - im Kindesalter. Die Salzburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie und das Universitätsinstitut für Humangenetik haben nun das YOUNG.HOPE-Forschungszentrum für Kinder- und Jugendmedizin gegründet und in einer Pressekonferenz am 13.09. vorgestellt. Das YOUNG.HOPE-Forschungszentrum ist spezialisiert auf die Diagnose, Erforschung und maßgeschneiderte Therapie von Stoffwechselerkrankungen, Ernährungs- und Entwicklungsstörungen von Kindern und ist damit international führend auf dem Gebiet. Ziel des Forschungszentrums ist es, bis dahin unklare Erkrankungen der Kinder zu verstehen, sie zu benennen und im Sinne einer individualisierten Präzisionsmedizin neue und schonende Behandlungskonzepte zu entwickeln und anzubieten. Dies umfasst auch die Entwicklung von optimalen, minimal-invasiven chirurgischen Therapien für Frühgeborene und Säuglinge mit kompliziertem Start ins Leben.

Bei YOUNG.HOPE laufen die Fäden von Forschung und Patient*innenversorgung zusammen. „Es geht um Forschung für schwerkranke Kinder, die nicht im Rampenlicht stehen, die unzureichende medizinisch-wissenschaftliche Aufmerksamkeit bekommen und daher zu wenig Hoffnung, Fürsorge und Heilung erfahren. Es braucht ein Team mit herausragendem medizinischen Wissen, tiefem anatomischem, biochemischen und genetischen Verständnis, das sich dieser Patient*innen annimmt“, betont Prof. Daniel Weghuber, Vorstand der Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde die Mission des Forschungszentrums.

„Was hier passiert sind keine Wunder, sondern das Ergebnis unserer Forschungen. Sie zeigt uns neue Möglichkeiten, um die Beschwerden von Kindern mit komplexen, seltenen und auch erstmalig aufgetreten Krankheiten zu lindern oder gar zu heilen“, sagt Professorin Barbara Kofler, Leiterin des Spezial- und Forschungslabors.

Durch die Kooperation des Uniklinikums und der Paracelsus Universität ist ein Forschungsprojekt immer direkt auf die Versorgung von Patient*innen fokussiert. „Eine Universität ist kein Elfenbeinturm: Lehre, Forschung und Krankenversorgung sind heute untrennbar miteinander verbunden“, sagt PMU-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Sperl, und betont: „Gute Forschung ist nur dort möglich, wo es gute Krankenversorgung gibt, und nur wo es gute Krankenversorgung gibt, kann gute Forschung betrieben werden."

Die hohe Kompetenz zeigt sich anhand konkreter Erfolgsgeschichten. Ein paar Beispiele:

  • Sarah (7) hat einen Gendefekt, durch den ihr Körper einen bestimmten Zucker nicht richtig herstellen kann. Bis zum 4. Lebensjahr wurde sie künstlich durch eine Sonde ernährt. Sie war immer schwach und müde, konnte lange nicht sprechen und laufen und war in vielen Bereichen stark entwicklungsverzögert. Nach Untersuchungen und der Diagnose im YOUNG.HOPE-Forschungszentrum wurde Ihre Therapie bestimmt: 3 Löffel Fucosezucker/Tag. Durch diese Behandlung konnte Sarah ihren Entwicklungsrückstand aufholen, begann zu sprechen und lernte laufen. Heute ist sie eine lebensfrohe Volksschülerin.
  • Maria (21) hat eine sehr seltene Stoffwechselstörung. Als Kind und Jugendliche hatte sie starke Schmerzen und war oft krank, Wunden konnten kaum verheilen und entzündeten sich schnell – Marias Selbstbewusstsein und Sozialleben litten darunter. Dank der Behandlung am YOUNG.HOPE-Forschungszentrum geht es ihr viel besser, sie ist schmerzfrei, lebensfroh und unternehmungslustig.
  • Bobbi (Säugling) wurde aufgrund verminderter Kindesbewegungen während eines Urlaubs ihrer niederländischen Eltern in Salzburg per Kaiserschnitt mit einem Geburtsgewicht von 2.170 Gramm geboren. Untersuchungen ergaben, dass die kleine Bobbi an einer sehr seltenen angeborene Speiseröhrenfehlbildung litt (Ösophagusatresie), die aufgrund einer Kontinuitätsunterbrechung der Speiseröhre eine normale Ernährung verunmöglichte. Eine Verlegung in die niederländische Heimat der Familie war nicht möglich und so führte Prof. Metzger mit seinem Team bei Bobbi mit einem Körpergewicht von knapp 2000 Gramm die erste minimalinvasive Rekonstruktion dieser Fehlbildung in Österreich durch. Die Operation verlief komplikationslos und sehr erfolgreich, sodass Bobbi einen Monat später völlig gesund entlassen werden und mit ihren Eltern heimreisen konnte.