
Famulatur in Westafrika: PMU-Studierende berichten aus Togo

Marie, Lisa-Maria und Emanuel, Humanmedizinstudierende am PMU-Standort in Nürnberg, haben im Rahmen eines Pilotprojekts ihre Famulatur erstmals in Togo in Westafrika absolviert. Eine Erfahrung, die sie fachlich wie persönlich nachhaltig geprägt hat. Zwischen OP-Saal, Pädiatrie-Station und gynäkologischer Vorsorge lernten sie eine Gesundheitsversorgung kennen, die sich grundlegend von der in Europa unterscheidet.
Während ihres Aufenthalts rotierten die Studierenden durch die Pädiatrie, Chirurgie und Gynäkologie. In jedem Bereich wurde Sie in den klinischen Alltag integriert und unterstützten bei Untersuchungen und Behandlungen. Im Laufe ihres Praktikums eigneten sich unsere Humanis Kompetenzen an, um ihre Patient*innen bestmöglich zu versorgen – auch dann, wenn Ressourcen knapp und die Möglichkeiten begrenzt sind. Die Schwerpunkte lagen auf Schwangerschaftsvorsorge, gynäkologischer Krebsvorsorge, urologischen Prostatauntersuchungen sowie der Untersuchung von Kindern mit unterschiedlichsten Beschwerden.
Was den Studierenden besonders in Erinnerung bleiben wird, sind die Situationen, in denen der Mangel an Ressourcen und die Armut unmittelbar spürbar waren.
„In Togo ist Gesundheit immer mit Geld verbunden. Viele Menschen kommen erst sehr spät ins Krankenhaus – manchmal zu spät. Das hat uns gezeigt, wie privilegiert wir mit unserem Gesundheitssystem sind.“
Diese Erfahrung regte die Studierenden zum Nachdenken an – insbesondere im Vergleich zum mitteleuropäischen Gesundheitssystem, in dem medizinische Hilfe unabhängig von den unmittelbaren Kosten zugänglich ist.
Großer Erfolg des Spendenprojekts
Noch vor der Abreise konnte das Spendenziel von 10.000 Euro erreicht werden. Mit diesen Mitteln organisierte die Universität Kara zwei Tage, an denen Menschen aus der Region kostenlos untersucht und behandelt wurden.
Viele Highlights – medizinisch und menschlich
„Wir durften viele tolle Menschen kennenlernen, die mit uns Zeit verbracht haben, uns aufgenommen haben und von denen wir lernen durften. Besonders die togolesischen Mitarbeitenden vom Verein FiBassar, die sich vor Ort um uns gekümmert haben, waren für uns wie eine Familie“.
Medizinisch beeindruckend war vor allem die Begegnung mit Krankheitsbildern, die in Mitteleuropa kaum vorkommen, wie etwa Malaria. Zudem durften die Studierenden bei anspruchsvollen Eingriffen assistieren – darunter eine Oberschenkelamputation. Außerdem durften sie Hautnähte durchführe und konnten ihre Fähigkeiten in der klinischen Untersuchung vertiefen.
Die Famulatur in Togo hat eindrucksvoll gezeigt, wie bereichernd internationale medizinische Erfahrungen sein können – sowohl für die Studierenden als auch für die Menschen vor Ort.



































