
Nachruf Lin Burian-Friesenbichler, Early Life Care Absolventin & wissenschaftliche Mitarbeiterin

Mit großer Betroffenheit und tiefer Trauer haben wir erfahren, dass unsere sehr geschätzte Absolventin des Masterstudiengangs Early Life Care und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Early Life Care, Lin Burian-Friesenbichler, MSc, nach kurzer, schwerer Krankheit am 20.02.2026 verstorben ist.
Lin war von 2020 bis 2023 Studentin im Masterstudiengang für Early Life Care. Sie war eine außergewöhnlich warmherzige, wache und engagierte Persönlichkeit – eine Frau, die mit großer fachlicher Kompetenz und noch größerem Herzen für Familien wirkte. Ihre Präsenz war ruhig, ermutigend und stärkend. Die Zusammenarbeit mit ihr war stets bereichernd, getragen von Wertschätzung, Klarheit und einem tiefen Verständnis für zwischenmenschliche Prozesse.
Seit über 25 Jahren begleitete sie Babys, Kleinkinder und ihre Mütter – körpersystemisch, systemisch, bindungspädagogisch und in den letzten Jahren auch in der Krisenintervention. Ihre eigene frühe Mutterschaft im Alter von 18 Jahren prägte ihren beruflichen Weg nachhaltig. Aus persönlicher Erfahrung erwuchs eine lebenslange berufliche Berufung: Familien in sensiblen Lebensphasen Halt zu geben.
In ihrer Wiener Praxis für Bindungsförderung und Cranio-Sacrale-Impulsregulation begleitete sie über viele Jahre hinweg Familien mit großer Achtsamkeit und fachlicher Tiefe. Sie gründete das Wiener Institut für Bindungstherapie, veranstaltete Vorträge, leitete Gruppen und engagierte sich intensiv für bindungsorientierte Arbeit im deutschsprachigen Raum. Zudem war sie seit 2015 im Kriseninterventionsteam der Stadt Wien tätig und stand Familien auch in akuten Notlagen professionell und menschlich zur Seite.
Ihre Masterarbeit (Salzburg 2023) widmete sie dem Thema:
„Begleitung, Beratung und Therapie bei frühkindlichen Regulationsstörungen in Österreich: Multimethodische und mehrdimensionale Zugänge und Potenziale der Zusammenarbeit bei Schrei-, Schlaf- und Fütterstörungen im ersten Lebenshalbjahr.“
Im Rahmen ihrer Tätigkeit am Institut für Early Life Care untersuchte sie im Projekt Grow Together mit großer wissenschaftlicher Sorgfalt und beeindruckender analytischer Klarheit die Struktur der Familienbegleitung. Es faszinierte sie, wie Familien dort nicht nur Unterstützung durch einzelne Begleitpersonen erfahren, sondern ein Gefühl von Geborgenheit und dem Getragen Sein entwickeln. In ihrer qualitativen Auswertung zahlreicher Interviews gelang es ihr, dieses komplexe System differenziert zu erfassen und sichtbar zu machen, wie durch Struktur, Haltung und Zusammenarbeit ein nachhaltiges Vertrauen ins Leben entstehen kann. Dieses vielschichtige Zusammenspiel zu durchdringen und wissenschaftlich darzustellen, war eine ihrer großen Leistungen.
Mit Lin verlieren wir eine hochkompetente Kollegin, eine verbindende Kraft im Feld der frühen Kindheit – und vor allem einen zutiefst warmen, zugewandten Menschen.
Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie, ihren Angehörigen und allen, die ihr nahestanden.
Ihr Engagement, ihre Menschlichkeit und ihr herzlicher Einsatz für Familien wirken in unserem Feld weiter. Wir sind dankbar für die Zeit, die wir mit Lin verbringen durften.





























