
Erfolgsgeschichte: Von der Kinder- und Jugendlichenpflegerin zur Bereichsleiterin für Early Life Care

Zur Person:
Stefanie Frank, MSc in Early Life Care
Stefanie Frank machte 2020 ihren Masterabschluss und forschte zum Thema “Bindungsorientierte Begleitung von Müttern mit Säuglingen im Maßregelvollzug der forensischen Psychiatrie: Entwicklung eines Konzepts”.
Sie arbeitet jetzt als Pflegerische Leitung in der multiprofessionellen Kinderschutzgruppe des Kinderkrankenhauses St. Marien in Landshut.
Ihre Early Life Care-Erfolgsgeschichte
Warum hast du dich 2016 für das Early Life Care Studium entschieden und was waren deine Beweggründe?
Der Schwerpunkt meines beruflichen Weges war immer der Bereich der Frühen Kindheit. Dafür absolvierte ich unterschiedliche Fort- und Weiterbildungen. Das Studium von Early Life Care bündelt und vertieft verschiedene Themenbereiche und ergänzte mein Fachwissen durch neue Aspekte. Entscheidend war für mich allerdings die Möglichkeit, einen akademischen Abschluss zu erlangen. Mir war und ist wichtig, auf der Entscheider-Ebene Entwicklungen zur Prävention in der frühen Kindheit mitzugestalten und umzusetzen. Dass ich dazu die Möglichkeit im klinischen Setting habe, freut mich ganz besonders.
Welche Lehrinhalte waren für dich als Pflegefachperson Pädiatrie und Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin am relevantesten?
Ethik, multiprofessionelles Handeln, Kinderschutz, Eltern-Kind-Interaktionsbeobachtung, Führen und Leiten.
Was hat dir der Masterstudiengang Early Life Care für deine persönliche Weiterentwicklung gebracht?
Die intensive Möglichkeit zur Selbstreflexion und das gemeinsame Lernen mit Kolleginnen aus unterschiedlichen Fachbereichen führt natürlich – quasi zwangsläufig – zu einer Weiterentwicklung der eigenen Person. Obwohl es einige skeptische Stimmen in meinem Umfeld gab, bin ich stolz, dass ich die Erfahrung machen konnte, mich durchaus mit 50+ an ein Studium zu wagen und es erfolgreich abzuschließen.
Was hat dir der Masterstudiengang Early Life Care für die berufliche Weiterentwicklung als Diplomierte Kinder- und Jugendlichenpflegerin gebracht?
Durch das gemeinsame Studieren mit anderen Berufsgruppen weitete sich mein Verständnis für die jeweiligen berufsspezifischen Sichtweisen. Daraus ließen sich inspirierende Synergien entwickeln und in spannende gemeinsame Arbeiten umsetzen. Diesen „Early Life Care – Spirit“ trage ich in mein aktuelles berufliches Wirkungsfeld, sowohl in die Teamarbeit mit meinen Kolleginnen, als auch in die Begleitung der mir anvertrauten Familien. Die intensive Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen veränderte bzw. vertiefte meine Berufsethik noch einmal entscheidend.
Wie kam es zum Jobwechsel an das Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut? Und was ist nun dein Aufgabenbereich?
Nach einigen Jahren freiberuflicher Tätigkeit als Familien-Kinderpflegerin im Rahmen der Frühen Hilfen trat ich im Jänner 2020 die Pflegestelle in der multiprofessionellen Kinderschutzgruppe des Kinderkrankenhauses St. Marien in Landshut an. Nach meinem Masterabschluss im Frühjahr 2020 entwickelte ich ein Early Life Care Konzept zur bindungsstärkenden Begleitung von belasteten Eltern, deren Kinder im Kinderkrankenhaus aufgenommen sind. Glücklicherweise erhielt ich grünes Licht für die Umsetzung von meinem Chefarzt und der Geschäftsführung. Es entstand ein multiprofessionelles Team, das je nach Fachkompetenz berät und anleitet. Gemeinsam mit den Eltern wird dann ein individueller Plan zur Unterstützung entwickelt, auch für die Zeit nach der Entlassung. Das Team steht in engem Austausch und trifft sich zu wöchentlichen Fallbesprechungen. Dazu mussten entsprechende Strukturen entwickelt werden, wie dem Konsilwesen und der Dokumentation – erst analog, jetzt komplett digital. Ein wesentlicher Punkt ist die Zusammenarbeit mit externen Netzwerkpartnern im ambulanten Bereich wie dem Sozialpädiatrischem Zentrum und den Angeboten der Frühen Hilfen. Auch themenbezogene Projekte sind Teil von Early Life Care wie beispielsweise ein Informationspaket für werdende Eltern bei drohender Frühgeburt, der Einrichtung eines Stillzimmers, Aktionen zur Weltstillwoche und mehr. Meine leitende Aufgabe ist die Entwicklung, Steuerung und Koordination des Versorgungsbereichs Early Life Care.
Meine Arbeit mit den Eltern besteht aus Beratungs- und Anamnesegesprächen zur Lebensphase Kinderwunsch-Schwangerschaft-Geburt-erstes Lebensjahr mit den daraus folgenden diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen.
Warum würdest du den Masterstudiengang Early Life Care anderen Pflegefachpersonen aus der Pädiatrie empfehlen?
Der Masterstudiengang Early Life Care bietet ein ausgesprochen vielfältiges Themenspektrum in dem Bereich der Frühen Kindheit. Man lernt, sich mit unterschiedlichen Aspekten vertieft auseinanderzusetzen und ein spezialisiertes Wissen zu erwerben. Die Vorteile des multiprofessionellen und interdisziplinären Lernens habe ich schon mehrfach erwähnt und möchte ich hier noch einmal betonen. Durch Erwerb eines akademischen Titels hebt man seine berufliche Qualifikation auf ein deutlich höheres Level und das ist in meinen Augen besonders für Pflegekräfte von Vorteil.





























